Erste deutsche Großstädte planen Stilllegung des Gasnetzes | Nr. 9540

Shownotes

Es wird ernst für die Großstädte. Bis Ende Juni müssen sie ihre künftige Wärmeplanung zur Erreichung der Klimaziele vorlegen. Die ersten Veröffentlichungen zeigen, dass viele Städte eine Abkehr von der gewohnten Erdgasversorgung für die Bürger planen. Stattdessen setzen sie auf andere Heizmethoden.

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00:00:00: Willkommen zum Aboktams Podcast mit dem Thema kommunale Wärmeplanung vorgelegt.

00:00:05: Erste deutsche Großstädte planen Stilllegungen des Gasnetzes, ein Artikel von Maurice Vorgang vom vierentzwanzigsten Juni.

00:00:12: zwanzigzechstenzwanziger am Mikrofon Alexander Sieber.

00:00:15: Es wird ernst für die Großstäte.

00:00:17: bis Ende Juni müssen sie ihre künftige Wärmeplanung zur Erreichung der Klimaziele vorlegen.

00:00:22: Die ersten Veröffentlichungen zeigen dass viele Städte eine Abkehr von der gewohnten Erdgasversorgung für die Bürger planen.

00:00:29: Stattdessen setzen sie auf andere Heizmethoden.

00:00:33: Bis Dienstag, der Juni, muss alle deutschen Städte mit mehr als hunderttausend Einwohnern ihre kommunale Wärmeplanung vorliegen.

00:00:41: Dies ist verpflichtend für alle Deutschen Kommunen!

00:00:43: Grundlage ist das Wärmeplanungsgesetz des Bundes, welches Anfangs-Vierundzwanzig in Kraft trat.

00:00:49: Kleinere Städte haben allerdings zwei Jahre länger Zeit.

00:00:52: Die ersten der insgesamt achtzig deutschen Großstädte habe ihre Pläne bereits vorgelegt.

00:00:56: Langfristig planen gleich mehrere die Stilllegung ihrer Gasnetze.

00:01:00: Ziel ist die Decarbonisierung der Wärmeversorgung – sie macht nach Angaben des Bundes mehr als fünfzig Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs aus und verursacht einen Großteil des CO² Ausstoßes.

00:01:11: Das liegt daran, dass rund achtzig Prozent der Wärmenachfrage momentan durch fossile Brennstoffe wie Gas und Öl gedeckt werden.

00:01:19: Mannheim und Stuttgart wollen zweizig fünfunddreißig den Gashand zutreten.

00:01:23: Die mit Abstand erste Stadt die ihre Wärmeplanung veröffentlicht hat ist Mannheim.

00:01:28: Bereits im November zwanzigvierundzwanzig hatte der Energieversorger MVV mitgeteilt, dass er die Abschaltung des städtischen Gasnetzes bis zwanzivdreißig anstrebt.

00:01:37: MVV wollte dabei den Umstieg von fossiler Energie auf eine CO-zweifreie Wärmeerzeugung vorantreiben.

00:01:43: In den vergangenen Jahren hat die Baden-Württembergische Stadt jedoch Ersatz für die fossilen Heizsysteme auf den Weg gebracht.

00:01:49: Laut ihrer kommunalen Wärmeplanung nutzt sie besonders Technologien wie Flusswärmepumpen, tiefen Geothermie und Fernwärmen.

00:01:56: Ebenso empfiehlt die Stadt dezentrale Wärmepumpen als künftige Heizoption.

00:02:01: Alternative Biogase oder Wasserstoff für eine klimaneutrale Gasheizung in Haushalten seien nicht sinnvoll, auch weil sie keinesfalls bezahlbar sein.

00:02:10: Bereits vor vier Jahren hat sich die Mannheimer Stadtverwaltung das Ziel gesetzt schon bis zu zwanzig dreißig die Klimaneutralität zu erreichen.

00:02:16: nach ihrer neuesten Einschätzung ist dies aufgrund von fehlenden Finanzmitteln nicht mehr möglich.

00:02:21: Die Stadt hat ihre Treibhaus-Gasemissionen im Vergleich zum Referenzjahr, erst um vierzig Prozent reduziert.

00:02:28: Laut Oberbürgermeister Christian Specht habe Mannheim bereits die einfach umzusetzenden Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg gebracht – die nächsten Schritte seien nun schwieriger!

00:02:37: Neben Mannheim will auch die badenwürttembergische Landeshauptstadt Stuttgart schon bis zu zwanzig fünfunddreißig auf ihr Gasnetz verzichten.

00:02:43: Fünf Jahre mehr Zeit zur Umstellung haben die Bürger der Städte Augsburg, Hannover, Würzburg und Ahlen.

00:02:49: Dort soll zu den Verbrauchern das letzte Gas strömen.

00:02:53: Essen plant Umstellung auf Wasserstoff.

00:02:55: Bereits am fünfundzwanzigsten März, hat auch die nordrhein-westfälische Stadt Essen ihre kommunale Wärmeplanung beschlossen.

00:03:03: Die Strategie heißt hier weg von fossilen Brennstoffen hin zu sauberen Heizoptionen.

00:03:08: Dazu hat die Stadtführer Bürger eine Online-Kartenanwendung bereitgestellt.

00:03:12: Diese zeigt an, welche Wärmeoptionen in den jeweiligen Stadtgebieten langfristig möglich sein sollen.

00:03:18: Sie zeigt somit wo zentrale Lösungen wie Wärmenetze ausgebaut werden könnten und wo dezentrale Heizsysteme wie Wermepumpen oder Pelletheizungen geeigneter scheinen.

00:03:28: Solche Karten existieren ebenfalls bereits für manche andere Städte.

00:03:32: Das Fernwärmennetz soll sich vor allem in der Stadt Mitte- und im Norden weiter ausdehnen – bis zu zweizig fünfundvierzig bleibt die Heizungswahl frei!

00:03:39: Ab dann sollen die fossilen Heizanlagen komplett verschwunden sein.

00:03:43: Die SNR-Stadtverwaltung überlegt als bislang einzige deutsche Stadt, ob sie ihr Gasnetz teilweise noch für Wasserstoff nutzen möchte.

00:03:50: Zitat – Wasserstoff kann künftig für einzelne Anwendungsfälle eine Rolle in der Wärmeversorgung im SNR Stadtgebiet spielen jedoch nicht flächendeckend hieß es.

00:03:59: Wasserstoff kommt vor allem dort infrage wo andere klimafreundliche Lösungen nur schwer umsetzbar sind zum Beispiel in der Industrie oder in ausgewählten Quartieren.

00:04:08: Allerdings erfordert dies zunächst entsprechende Prüfungen, ob eine Umstellung bestehender Gasnetze auf Wasserstoff technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist.

00:04:17: Nach aktuellem Stand dürften künftig nur rund siebzehn Prozent des bestehenden städtischen Gasnetzes für Wasserstoff infrage kommen.

00:04:24: Wo das Gasaus bis zu zwanzigfünfundvierzig geplant ist?

00:04:28: Einen Plan zur Stilllegung der Gasnetzer verfolgen neunzehnt Prozent der bundesweiten Städte.

00:04:33: Unter den größeren Städten wollen Hamburg, München und Regensburg ihr Gasversorgungsnetz stilllegen!

00:04:38: Auch in den Städten Berlin, Düsseldorf, Leipzig, Köln, Bremen und Hannover sind weitgehende Gasstilllegungen bis zu zwanzigfünfenvierzig anvisiert.

00:04:47: Ob das tatsächlich gelingt – und überall in der Praxis gut umsetzbar sein wird bleibt abzuwarten!

00:04:52: Ebenso sind in den kommenden Jahren Anpassungen bei den Vorhaben der einzelnen Städte nicht ausgeschlossen.

00:04:58: Drohenversorgungsengpässe beim Gas?

00:05:01: Die Entscheidung vieler Kommunen, ihre Gasnetze in den kommenden Jahren zurückzubauen und teils bis spätestens twenty-fünftvierzig oder früher komplett stillzulegen zwingt Millionen Menschen in der Bundesrepublik zur Umstellung ihrer Heizung.

00:05:13: Aktuell befindet sich noch in etwa der Hälfte aller Haushalte eine Gasheizung – in etwa einem Viertel heizen die Bewohner mit Öl.

00:05:20: Im Zuge der Wärmewende ist vorgesehen, dass in den kommenden Jahren immer mehr Immobilienbesitzer auf ein alternatives Heizsystem idealerweise auf eine Wärmepompe umsteigen.

00:05:29: Mit immer weniger Verbrauch an einem Gasnetz verflüchtigt sich auch dessen Bedarf – doch dieser baldige Rückbau bringt Herausforderungen mit

00:05:36: sich.".

00:05:37: Je näher das Jahr zweizig fünfundvierzig mit dem Ende der Erdgasversorgung rückt, desto größer ist die Gefahr eines Flickenteppigs und erheblichen Verunsicherungen bei den Verbrauchern.

00:05:47: Teilte Ingberg Liebing mit – erst Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen.

00:05:52: Zudem drohe eine immer grössere Kostenlawine für die Gaskunden, die als Letzte vom Gas auf ein anderes System umsteigen.

00:05:59: Aktuell teilen sich noch mehrere Millionen Menschen die Kosten für die Gasnetze über den Gaspreis enthaltenen Netzentgelte.

00:06:05: Je weniger Teilnehmer die Gasnetze haben, desto mehr müsste der Einzelne dafür bezahlen.

00:06:10: Ganz nach dem Motto den Letzten beißen die Hunde!

00:06:13: Die Lösung könnte eine staatlich regulierte und bezahlbare Obergrenze sein.

00:06:18: Was Verbraucher tun können?

00:06:19: Wer als hauseigentümer noch ein fossiles Heizsystem besitzt, sollte sich frühzeitig über die kommunale Wärmeplanung seiner Stadt oder Gemeinde informieren.

00:06:27: Viele Städte bieten auf ihren Websites ausführliche Informationen dazu an – über grundlegende und dringende Änderungen benachrichtigen die Städter ihre Bürgermeist zusätzlich jedoch nicht immer persönlich!

00:06:37: Ebenso haben die Bürger die Möglichkeit Stellungnahmen zur Wärmeplanung abzugeben.

00:06:41: Je früher dies geschieht, desto höher sind die Chancen auf einen erfolgreichen Einfluss.

00:06:45: Hierzu empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit der lokalen Stadtverwaltung.

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