Die Katastrophe im Himalaya und Pekings Unfehlbarkeit #95

Shownotes

Die Sturzflut an der Grenze von Nepal und China zeigt erneut, wie das chinesische Regime solche Tragödien nutzt, um die politische Unfehlbarkeit des Staates darzustellen. Ein Kommentar des Journalisten und Kolumnisten Tamuz Itai.

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00:00:00: Herzlich Willkommen zur Epoch im Fokus mit dem Thema Die Katastrophe Im Himalaya und Peking's Unfielbarkeit.

00:00:08: Ein Meinungsartikel von TAMUS ITAI vom einunddreißigsten August zwanzig sechsundzwanzig, am Mikrofon Alexander Sieber.

00:00:16: die Sturzflut an der Grenze von Nepal und China zeigt erneut wie das chinesische Regime solche Tragödie nutzt um die politische Unfehlbarkeit des Staates darzustellen.

00:00:26: Ein Kommentar des Journalisten und Kolumnisten TAMOS ITAI.

00:00:32: Die jüngste katastrophale Eis- und Gesteinslawine entlang der tibetisch-nepalesischen Grenze hat einmal mehr, die grundlegende Schwäche des kommunistischen Regimes in China offenbart.

00:00:42: Sie zeigt eine politische Struktur, die so sehr auf die Vorherrschaft ihrer eigenen Erzählung fixiert ist, dass sie das Katastrophenmanagement eher als Maßnahme zur Selbsterhaltung des Staates denn als humanitäre Hilfe betrachtet.

00:00:56: Millionen Kubikmeter hängen des Eis Zerklüfte des Grundgestein und Permafrost brachen vom Kamm ab.

00:01:03: Also fortverwandelten sie sich in eine mit hoher Geschwindigkeit fließende Schlammmasse, mit der Dichte von nassem Zement.

00:01:10: Die Flutwelle raster die engen Flusskorridore von Guiron und Trichuli hinunter zerstörte Zollposten, spüllte Wasserkraftwerke bis auf ihre Stallbeton-Skelette weg und löschte Siedlungen an den Flußufern der nepalästischen Distrikte Rasuwa und Nuva Kot aus.

00:01:28: Zwei Länder, zwei Vorgehensweisen.

00:01:31: Die physische Katastrophe war grenzüberschreitend doch die politischen Reaktionen auf beiden Seiten der Grenze offenbarten zwei unvereinbare Welten.

00:01:39: In Nepal wurde die Tragöde mit schmerzhafter chaotischer Offenheit begleitet.

00:01:43: Lokale Amtsträger traten vor die Kameras Journalisten sendeten live von den Schlammflächen und die bestätigte Zahl der Toten- und Vermissten stieg rasch in die Hunderte.

00:01:52: Jenseits der Grenze in Tibet griff die kommunistische Partei Chinas auf einen ganz anderen Mechanismus zurück.

00:01:59: Sie folgte einem fünfjahrzehnte alten Leitwaden, der nicht darauf ausgelegt war, die physischen Aspekte einer Krise zu bewältigen sondern die absolute politische Unfehlbarkeit des Staates zu wahren.

00:02:11: Innerhalb weniger Stunden nach dem Bergsturz während Wissenschaftler das Ereignis noch anhand von seismischen Daten und Satellitenaufnahmen rekonstruierten verkündeten die chinesischen Staatsmedien ein endgültiges Urteil.

00:02:22: Sie gaben bekannt?

00:02:24: Der Gletscherabbruch habe seinen Ursprung auf der nepalesischen Seite der Grenze gehabt.

00:02:29: Die chinesische Botschaft in Kathmandu folgte mit raschen öffentlichen Zurechtweisungen und bezeichnete jegliche Fragen aus dem Tal über Dammbrüche, Stromaufwärts oder unangekündigte Wasserabflüsse als böswillige Fake-News.

00:02:42: Ihre Botschaft endete mit einer pointierten moralischen Belehrung – Zitat Vorwürfe helfen nichts Zusammenarbeit rettet Leben.

00:02:51: Katastrophenhilfe für die KPCH.

00:02:54: Die Geschwindigkeit von Pekins Narrativoffensive war keine Frage wissenschaftlicher Gewissheit, es war ein institutioneller Reflex.

00:03:01: Im Regierungsmodell der Partei werden Naturkatastrophen als akute politische Schwachstellen betrachtet.

00:03:07: Es scheint als GEDES-Regime bei großen Katastrophen nach einem Standardablauf vor.

00:03:12: Dabei verschleiert ist die Zahlen, schiebt die institutionelle Schuld auf externe Akteure, verschweigt die vom Menschen verursachten Faktoren, reduziert die inländische Hilfsleistung rücksichtslos zugunsten großspuriger geopolitischer Selbstdarstellung auf ein Minimum und verwandelt die Trauer der Menschen in eine feierstaatliche Mobilisierung.

00:03:31: Dieser Rahmen zeigte sich in den ersten Zahlen, Drei bestätigte Todesopfer sowie fünfundundfünfzig vermisste.

00:03:41: Im Rahmen einer üblichen Krisenbewältigung erscheint ein solches Verhältnis widersprüchlich, wenn ein ganzer mehrstöckiger Grenzkontrollpunkt unter meterhohem Schlamm begraben ist – insbesondere angesichts der Berichte der nepalästischen Seite über hunderte Todes Opfer!

00:03:56: In der Verwaltungs-Hirarchie der Partei lösen bestätigte Opferzahlen jedoch bürokratische Haftung und öffentliche Empörung aus.

00:04:03: Die Zahl der Vermissten bleibt hingegen politisch neutral, verschafft den Sensoren Zeit, den Bereich

00:04:08: abzusichern.".

00:04:10: Da mehr als zweihundertsechzig der vermissten Ausländer waren – wahrscheinlich viele von ihnen auf Pilgerreise zum Berg Kailash Er wies sich eine vollständige Nachrichtensperre als unmöglich.

00:04:20: Dennoch lenkte das staatliche Fernsehen den Fokus rasch vom Leid der Zivilbevölkerung ab und sendete aufbereitetes Bildmaterial von Premierminister Li Jiang bei der Inspektion des Schlammlächs.

00:04:32: Ein sich wiederholendes Muster.

00:04:33: Dieser Instinkt, dass Regime um jeden Preis zu schützen ist tief in die Geschichte der Partei verwurzelt.

00:04:39: Im Juli hierzu zerstört ein Erdbeben die Industriestadt Tangshan.

00:04:44: Berichten zufolge haben Kader, der KBCH hierbei lokale Erdbebenwarnungen ignoriert.

00:04:49: Sie hatten Angst in den letzten Tagen von Mao Zedung gesellschaftliche Panik auszulösen.

00:04:54: Das Regime stufte die Verwüstung als Staatsgeheimnis ein Verschleierte drei Jahre lang die erschütternde Zahl von über zweihundert zweieinvierzigtausend Toten und lehnte jeglicher humanitäre Hilfe erst im Ausland ab.

00:05:05: Beim Erdbeben von Wenzhuan in Sichuan im Jahr twohntausendacht wurden rund neunundsechzigtausend Tote bestätigt.

00:05:11: Weitere achtzehn tausend Galten weiterhin als vermisst.

00:05:14: Tausende von ihnen wurden unter schlecht gebauten öffentlichen Schulen begraben, die einstürzten während benachbarter Regierungsgebäude unversehrt blieben.

00:05:23: Staatliche Sendungen feierten Premierminister Wenzier Bau, der mit einem Megafon inmitten der Trümmer stand.

00:05:29: Doch die Maßnahmen wurden verschärft als trauernde Eltern Listen ihrer verstorbenen Kinder zusammenstellten.

00:05:35: Sie wurden verhaftet während Bürger die Nachforschung an Anstelleten inhaftiert worden.

00:05:40: In jüngerer Zeit während der Überschwemmungen in Chongqiu im Jahr zwanzig, einundzwanzig verschleierten die städtischen Behörden hundertdreißig Todesfälle in U-Bahnen und Tunneln nachdem sie es versäumt hatten den Nahverkehr während aufeinander folgende rote Alarmstufen einzustellen.

00:05:56: Bei der Überschwemmung in Chabay im Jahr zwanzig-dreinzwanzig leiteten die Behörden das Hochwasser absichtlich in ausgewiesene Rückhaltebecken rund um bevölkerte Gebiete in Chabea, darunter Chuo Chou.

00:06:07: Unterdessen wies der Parteichef der Proenz Chabeae an als Wassergraben für Peking zu dienen und stufte das Prestigeprojekt Xiong An als Priorität im Hochwasserschutz ein.

00:06:18: Und bei der Million Flutkatastrophe von twenty-fünfundzwanzig löschten die Behörden investigative Berichte, die das ertrinken ältere Bewohner in einer Pflegeeinrichtung ohne Vorwarnung detailliert beschrieben innerhalb weniger Stunden aus dem Internet.

00:06:31: Was die jüngste Katastrophe im Himalaya besonders gravierend macht ist ihre Verflechtung mit Chinas Infrastrukturoffensive im Ausland.

00:06:38: Die Guihong-Schlucht ist die wichtigste Landverbindung des chinesisch-nepalesischen Wirtschaftskorridors einem Kernstück der Belt and Road Initiative.

00:06:47: Seit Jahren sprengen staatlich unterstützte Ingenieurbüros Klippen, graben Transitunnel, errichten Trockenhäfen und stauen Nebenflüsse entlang dieses geologisch fragilen Korridors.

00:07:00: Mit dem kürzlichem Tod des ehemaligen Ministerpräsidenten Churong Ji hat der Begriff Tofu-Trester-Projekte den Ehe bekanntlich während einer anderen Katastrophe den Überschwemmungen am Jiangze im Jahr nineteen achtundneinzig geprägt hatte neue Bedeutung gewonnen Als Chew, die gebrochenen Hochwasserdämmer inspizierte.

00:07:18: Die korrupte Beamte statt mit Stahlbewährung und Kies- und Holzresten gefüllt hatten konfrontiert er die lokalen Kader offen im nationalen Fernsehen.

00:07:27: In den Jahrzehnten seitdem ist der flüchtige Moment der Toleranz der Partei gegenüber technokratischer Selbstkritik längst verflogen.

00:07:35: Zwar gibt es keine direkten Beweise dafür, dass Sprengarbeiten im Rahmen der Belt and Road Initiative diesen konkreten Gletscherbruch ausgelöst haben – doch die Möglichkeit verdient ernsthafte Beachtungen.

00:07:46: Unter den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen in Peking wird dies jedoch wahrscheinlich niemals unabhängig überprüft werden können.

00:07:53: Es ist zweifelhaft das unabhängige Glaziologen, inländische Investiger-Tiefjournalisten und ausländischer Ingenieurteams, Die geopolitische Integrität einer Vorzeigeverkehrsader der Belt and Road Initiative in Frage zu stellen bedeutet, die administrative Weisheit der zentralen Führung anzuzweifeln.

00:08:16: Der fragile Autoritarismus Diese Dynamik offenbart das zentrale Paradoxon der modernen chinesischen Staatsmacht.

00:08:23: Peking kann vordergründig Zehntausende Kilometer Hochgeschwindigkeitsbahn strecken bauen Raumstationen errichten und in einem Jahrzehnt mehr Beton gießen als westliche Nationen im Jahrhundert.

00:08:34: Doch dieselbe Supermacht kann weder eine ungeschönte Opferzahl noch eine transparente Untersuchung nach einer Katastrophe dulden.

00:08:42: Zudem wirft dies die Frage auf, ob all ihre Großprojekte langfristig wirklich sicher sind?

00:08:47: In einem politischen System in dem die KFCH die totale Kontrolle über die Gesellschaft fordert muss sie die Illusion absoluter Kompetenz aufrechterhalten.

00:08:56: Normaler Regierungen federn Misserfolge durch einen Machtwechsel bei Wahlen ab!

00:09:00: Totalitäre Systeme betrachten das Eingeständnis struktureller Nachlässigkeit als existenzielle Herausforderung ihres Herrschaftsanspruchs.

00:09:09: Da die hoch gelegenen Gletscher im Himalaya schmelzen, könnten grenzüberschreitende Sturzfluten und Steinschläge entlang dieser gemeinsamen Korridore wiederkehren.

00:09:18: Die wahre Gefahr, der die flussabwärtsgelegenen Gemeinden in Südasien ausgesetzt sind ist nicht nur die Unbeständigkeit der Berge sondern ein politisches System das Informationskontrolle über Frühwarndaten stellt.

00:09:32: Und unten im Tal sind es immer die einfache Menschen, die dem Preis dafür zahlen.

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