Um das Klima zu schützen: Dänemark besteuert Ausstoß von Rindern und Schweinen | Nr. 9456
Shownotes
Vertreter aus Regierung, Parteien, Landwirtschaft und Naturschutz unterzeichneten Ende 2024 eine Vereinbarung, die grundlegende Veränderungen in der dänischen Landwirtschaft vorsieht. Bauern sollen für den Ausstoß ihrer Tiere zahlen. 20 Prozent der Natur soll unter Schutz gestellt werden.
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00:00:00: Willkommen zum EpochThumps Podcast mit dem Thema Stickstoff und Methan Steuer, um das Klima zu schützen.
00:00:06: Dänemark besteuert Ausstoß von Rindern und Schweinen.
00:00:10: Ein Artikel von Oliver Signos vom elften Juni, june, zwanzig sechsundzwanzig am Mikrofon Alexander Sieber.
00:00:16: Vertreter aus Regierung, Parteien Landwirtschaft und Naturschutz unterzeichneten Ende zwanzivierenzwanziger Vereinbarung die grundlegende Veränderungen in der dänischen Landwirtschaft vorsieht.
00:00:26: Bauern sollen für den Ausstoße ihre Tiere zahlen.
00:00:29: Zwanzig Prozent der Natur soll unterstützt gestellt werden.
00:00:33: Die dänischen Landwirte müssen ab zwanzig dreißig eine Steuer auf den Methanausstoß von Rindern und Schweinen bezahlen.
00:00:40: Dies hatte die Regierung des skandinavischen Landes bereits im November zwanziv vierundzwanzig beschlossen, die Fraktionen im Parlament einigten sich darüber überparteilich und kündigten finanzielle Unterstützung für die betroffenen Landwirten an.
00:00:53: Teilweise ausgleich durch Steuersenkung Denemark ist das erste Land weltweit, dass eine Steuer auf die von einem Betrieb produzierte Methanmenge erhebt.
00:01:01: Sie errechnet sich aus der Anzahl der Tiere und standardisierten Emissionsfaktoren.
00:01:06: Grundlage für die Steuer ist der Green-Tripartite Deal.
00:01:09: Darin ist festgelegt, dass Tierhalte ab zwanzig dreißig pro Tonne CO²-Equivalent – dreihundert Kronen – vierzig Prozent Euro zahlen.
00:01:18: Der Betrag steigt bis zu zweizig fünfunddreißig auf bis zu siebenhundert Fünfzig Kronen.
00:01:22: Gleichzeitig senkt die Regierung die Steuerlast für Landwirte deutlich, sodass sie ab zwanzig dreißig effektiv hundertzwanzig Kronen und ab zwantig fünfunddreißig dreihundert Kronnen pro Tonne zahlen.
00:01:33: Um das Vorhaben auf den Weg zu bringen hat die Regierung erstmals in der Geschichte des Landes eine Behörde gegründet, die den alleinigen Zweck hat ein politisches Abkommen umzusetzen – es erhielt den Namen Ministerium für das Grüne Dreierbündenis.
00:01:46: Im Sommer zwanzig vierundzwanzig unterzeichneten Vertreter aus Regierung, Parteien, Landwirtschaft und Naturschutz ein Abkommen für mehr Natur, sauberes Wasser und eine nachhaltige Transformation der Landwirtschaft.
00:01:58: Später im Jahr schloss die Regierungskollektion aus Sozialisten, Liberalen und den Moderaten mit der liberalen Allianz.
00:02:04: Der konservativen Volkspartei und den radikalen Linken ein weiteres politisches Abkommen zur Umsetzung eines grünen Dänemarks.
00:02:11: Damit wolle sich das Land als Vorreiter der Energiewende positionieren heißt es auf der Website des Ministeriums weiter.
00:02:18: Vier Oppositionsparteien lehnten das Abkommen ab.
00:02:21: Zu den Zielen gehört die Pflanzung von zweihundertfünfzigtausend Hektar Wald.
00:02:24: Das entspricht etwa eine Milliarde neuer Bäume bis zu zwanzigfünfundvierzig, Die Einrichtungen von einundzwanzig neuen Nationalparks und der verstärkte Schutz von Gewässern sind ebenfalls vorgesehen.
00:02:35: Hundertvierzichttausende Hektare tief liegendes Ackerland – das bei der Bewirtschaftung hohe CO-Zweihemissionen verursache soll in Teilen der Natur überlassen werden.
00:02:45: Milliarden aus EU-Fonds umgewidmet.
00:02:47: Neben einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion sind eine CO²-Steuer für Tierhaltung sowie Investitionen von dreiundvierzig Milliarden Kronen, knapp fünf Komma acht Milliarden Euro in einen Fonds der Finanzierung grüner Initiativen vorgesehen.
00:03:02: Auf der Website Der Dänischen Kommunen findet sich eine Zeitleiste die den vereinbarten Ablauf dokumentiert.
00:03:07: so will die Regierung noch in diesem Jahr einen umfassenden Plan zur Wiederherstellung der Natur vorlegen.
00:03:13: Er basiert auf der EU-Naturwiderherstellungsverordnung, welche Definitionen von Schutzgebieten enthält.
00:03:19: Zwanzig Prozent der Natur sollen unter Schutz gestellt werden.
00:03:22: Bereits umgesetzte und initiierte Maßnahmen für Stickstoffreduktion aus den Umstellungsplänen sollen ebenfalls noch in diesem Jahr die Grundlage für Regeln zur Nutzung landwirtschaftlicher Flächen im Jahr twenty-sevenundzwanzig bilden.
00:03:34: Diese Regulierung soll gelockert werden, sobald die angestrebte Stickstoffreduktion erreicht
00:03:39: ist.".
00:03:40: Geld aus Brüssel gibt es für die Umsetzung ebenfalls.
00:03:42: So hat die EU-Kommission im Oktober zwanzig fünfundzwanzig genehmigt, dass Dänemark rund fünf Komma drei Milliarden Kronen etwa siebenhundertneun Millionen Euro aus EU Agrarmitteln umwidmet.
00:03:54: Kompromiss trotz großer Meinungsverschiedenheiten.
00:03:57: Das Abkommen wird von Regierungsseite als eines der ambitioniertesten Umweltabkommen in der dänischen Geschichte dargestellt.
00:04:03: Die Sozialwissenschaftler Jakob Thorfin und Eva Sorensen sowie der Journalist und Berater Sige Winter Nielsen sehen in dem Abkommen weitreichende Perspektiven für die zukünftige Entwicklung der dähnischen Demokratie.
00:04:16: Gleichwohl könne das Konzept unter seinem eigenen Gewicht zusammenbrechen, mahnen die drei Autoren Es müsse mehr Experten und Spezialisten auch aus der Politikberatung geben um den Prozess zu begleiten.
00:04:27: Die Wirtschaftslage und auch die Kommunalwahlen könnten das Projekt zum Scheitern bringen.
00:04:31: Die Landwirte müssen für das Land, dass sie aufgegeben, entschädigt werden.
00:04:35: Dadurch sei das Vorhaben auch anfällig für steigende Bodenpreise, unvorhersehbare Verhandlungen und eine unsichere Finanzierung.
00:04:43: Vor Kommunal-Wahlen besteht zudem die Gefahr, dass lokale Protestbewegungen Druck auf die örtlichen Parteien ausüben um die Pläne zu stoppen.
00:04:50: Sie betonen die Einbindung von Bürgern und lokalen Bewegungen in Diskussionsrunden.
00:04:55: Gleichwohl sollten Bürger nicht darüber entscheiden, ob lokale Landbesitzer ihr Land abtreten sollen.
00:05:19: Dank der Präsenz von Vertretern aus der Landwirtschaft sei es möglich geworden, die Industrie zu entwickeln anstatt sie abzubauen.
00:05:26: Die Präsidentin der dänischen Gesellschaft für Naturschutz Maria Röhmert Gerding sagte – Zitat!
00:05:32: Trotz sehr großer Meinungsverschiedenheiten ist es auch gelungen einen Kompromiss über eine CO-Zweisteuer zu finden, der die Spuren einer umgebauten Lebensmittelindustrie darstellt, auch über das Jahr zwanzig dreißig hinaus.
00:05:44: Sie betont dazu dem, dass es dank des Abkommens deutlich mehr Wald, große Feuchtgebiete und vielmehr geschützte Natur in Dänemark geben wird.
00:05:51: Doch es gibt auch Umweltorganisationen die bemängeln das Vieles zu langsam
00:05:55: vorangehe.".
00:05:56: Aus Sicht von Henrik Dalgard ist die Vereinbarung eine kostspielige Lösung, die Folgen für die dänische Landwirtschaft haben könnte.
00:06:03: – Zitat Ich müsste meine Maisanbaufläche halbieren und sechzig bis siebzig Hektar stilllegen erklärte der Bauer gegenüber dem Fernsehsinnertv zwei Nord.
00:06:12: Dem Bericht zufolge haben sich Landwirte zusammengeschlossen und einen eigenen Modellvorschlag erarbeitet.
00:06:17: Die finanziellen Kosten betreffen dabei nicht nur einzelne Landwirter, die Stickstoffe in Naturgebiete einleiten, sondern werden gemeinsam und solidarisch getragen.
00:06:26: Landwirtschaft als zweitgrößte Quelle für Emissionen.
00:06:29: Der dänische Agrasektor gilt nach der Energiesparte, als die zweit grösste Quelle von Emissionern im Land heißt es im zwanzig-dreiundzwanzig erschienen National Inventory Report.
00:06:39: Demnach verursacht die Landwirtschaft etwa achtundzwanzig Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen und ist für mehr als achtzig Prozent der Methan- und Lachgasemisionen verantwortlich.
00:06:50: Ein großer Teil dieser Emissionen stammt aus der Tierhaltung, heißt es in dem Report weiter.
00:06:54: Dänemark hat mehr als fünfzehntausend Viehbetriebe mit Millionen von Kühen, Schweinen und anderen Tieren.
00:07:00: Die hohen Emissionen der Landwirtschaft können so nicht weitergehen, sagt der Klimaminister Lars Aargardt in einer Stellungnahme zu den vorgeschlagenen CO-Zweireduktionsmaßnahmen.
00:07:10: Er fügt ihr hinzu das noch viel Arbeit bevorsteht um diese Pläne umzusetzen – zitiert ihn das britische Fachportal Carbon Brief.
00:07:17: Dass die Maßnahmen des Dreierbündnisses zu einer Einsparung von ¼ Millionen Tonnen CO²-Equivalenten führen könnten, werde Dänemark dabei helfen seine Klimaziele bis also der damalige Finanzminister Jeppe Bros.
00:07:31: Zudem sei es ein großer Schritt in Richtung Klimaneutralität.
00:07:34: bis zu zweizig fünfundvierzig.
00:07:37: Prof.
00:07:37: Sören Petersen, Bodenmikrobiologe an der Universität Ahus – In Dänemark ist der Meinung das der Plan zur erheblichen Verringerungen der landwirtschaftlichen Emissionen führen könnte.
00:07:48: allerdings müsse eher korrekt umgesetzt werden.
00:07:51: Das vielleicht größte Hindernis besteht derzeit darin, dass viele Technologien mit Potenzial zur Treibhausgasminderung noch nicht ausreichend dokumentiert sind oder die Emissionsquellen stark schwanken und nur schwer zu quantifizieren.
00:08:05: Er weist außerdem darauf hin, dass es oft schwierig ist, landwirtschaftliche Emissionen zu messen und ergänzt.
00:08:11: Wenn wir uns auf Kriterien zur Dokumentation von Emissionern unter Wirkung von Minderungsmaßnahmen einigen können sehe ich durchaus Potenzial für die Entwicklung verschiedener Technologien.
00:08:21: Diese Kriterie müssen auch bei der internationalen Überprüfung der nationalen Emissionsbilanz anerkannt werden.
00:08:26: nur dann können solche Technologin wirksam auf Betriebsebene zum Einsatz
00:08:30: kommen.".
00:08:33: Werte basieren auf Schätz- und Modellrechnungen.
00:08:36: Bislang basieren die landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen überwiegend auf Schätz- und Modellverfahren.
00:08:41: Daher sind sie mit Unsicherheiten verbunden, das beschreibt auch der Weltklimerat in seinen Leitdienen für nationale Treibhausgasinventare.
00:08:49: Demnach nutzt er für Methan aus der Tierhaltung Daten zur Energieaufnahme der Tiere sowie Methanumwandlungsfaktoren – und leitet daraus Emissionsfaktore pro Tierkategorie ab Band V Kapitel X. Für Lachters aus Böden und Düngung erfolgt die Berechnung über Stickstoffflüsse- und Emissionsfaktoren anstelle direkter Messungen, Band IV Kapitel XI.
00:09:10: Auch die CO²-Emissionen und Aufnahmen im Landnutzungssektor basieren auf Modellierungen von Kohlenstoffbeständen und deren Veränderungen – Band IV, Kapitel II.
00:09:19: In Deutschland fallen die Reaktionen auf die Vereinbarung und die Einführungen der CO-Zweihabgabe auf landwirtschaftliche Emissionen unterschiedlich aus.
00:09:27: Umweltverbände wie der Rad für nachhaltige Entwicklung sehen in dem Modell einen möglichen Orientierungspunkt für die Diskussion über eine stärkere Bepreisung von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft.
00:09:38: Der Rat empfiehlt Erfahrungen des Nachbarlandes in Studien zur Ausgestaltung möglicher deutscher Klimainstrumente einzubeziehen, dabei sein vor allem Ausgleichsmechanismen zur Vermeidung von Wettbewerbsnachteilen zu prüfen.
00:09:50: Das Handelsblatt beschreibt die dänische Entscheidung als Beispiel dafür wie es sich Klimaschutz in der Landwirtschaft politisch umsetzen lässt.
00:09:57: In Fachdebatten wird zudem auf offene Fragen bei der Umsetzung der Wettbetwerbsfähigkeit und der langfristigen Wirkung der Maßnahmen hingewiesen.
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