MEINUNG: Die Bergpredigt ist brandaktuell | Nr. 9433
Shownotes
In einer Epoche, die das Vorläufige zur Dauer und die Pose zur Haltung erklärt, erinnert die Bergpredigt an die Vorrangstellung des Wesentlichen vor dem Sichtbaren, der Substanz vor der Oberfläche, des stillen Tuns vor dem lauten Bekenntnis. Man muss kein gläubiger Mensch sein, um diese Mahnung zu hören.
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00:00:00: Willkommen zum Epoch Times Podcast mit dem Thema, die Bergpredigt ist brandaktuell.
00:00:07: Ein Meinungsartikel von Markus Langemann vom achten Juni.
00:00:10: zwanzig sechsundzwanzig am Begriff von Alexander Sieber.
00:00:15: in einer Epoche, die das vorläufige zur Dauer und die Pose zur Haltung erklärt erinnerts die berg predigt an die Vorrangstellung des wesentlichen vor dem sichtbaren der Substanz vor der Oberfläche des stillen Tunes vor dem lauten Bekenntnis Man muss kein gläubiger Mensch sein, um diese Mahnung zu hören.
00:00:36: Es gibt Texte die altern und es gibt Texten an denen ein jedes Zeitalter altert.
00:00:42: Die Bergpredigt überliefert in den Kapiteln V bis Sieben des Matthäus.
00:00:46: Evangeliums gehört zur zweiten Art.
00:00:49: Seit nahezu zweitausend Jahren liegt sie wie ein stiller Maßstab über jeder Epoche, die sich für aufgeklärt fortgeschritten oder vollendet hält – und stets ist es die Epochen, die się an ihr blamiert!
00:01:02: Nicht der Text.
00:01:04: Wer diese Rede ernst liest, der wird sie nicht als ferne Fräumigkeit empfinden sondern als eine Provokation die ihn unmittelbar meint.
00:01:13: Lassen Sie uns ihren Inhalt in seiner ganzen Breite betrachten und ihn anschließend gegen die Strömungen halten, die unsere Gegenwart bestimmen.
00:01:21: Jesus eröffnet seine Rede nicht mit dem Gebot, sondern mit einer Reihe von Seelichpreisungen.
00:01:27: Matthäus V., III bis XII und schon hier vollzieht sich die eigentliche Sprengung.
00:01:33: Selig, so heißt es sind die Armen im Geiste – die trauernden, die sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit hungenden, die barmherzigen, reinen im Herzen, die Friedensstifter und um der Gerechtigkeiten willen verfolgten.
00:01:48: Man muss sich die Ungeheuerlichkeit dieser Sätze vergegenwärtigen.
00:01:51: Sie stellen die gesamte Wertordnung der Welt vom Kopf auf die Füße oder je nach Standpunkt von Kopf auf den Kopf.
00:02:00: Nicht die starken, die lauten.
00:02:02: Die erfolgreichen und die sichtbaren werden gepriesen Sondern jene, die nach den Maßstäben der Macht als Verlierer gelten.
00:02:10: Halten sie diese Umwertung einen Augenblick gegen das was unsere Gesellschaft tatsächlich verehrt.
00:02:16: Eine Kultur, die Sichtbarkeit mit Bedeutung verwechselt Die Reichweite für Recht hält Und die Lautstärke einer Stimme Mit dem Gewicht ihrer Argumente gleichsitzt steht zu diesen Setzen in vollkommenem Widerspruch.
00:02:31: Wir feiern die durchsetzungsfähigen und belächeln die sanftmütigen, wennen den Demut bestenfalls naiv – und trauer ein zuterrapierendes
00:02:40: Defizit.".
00:02:42: Die Berg predigt aber behauptet das Gegenteil, dass ihm Verzicht auf Selbstbehauptung eine Würde liegt, die keine Karriere oder keine Followerzahl verleihen kann!
00:02:54: Es folgt das Wort vom Salz der Erde und vom Licht der Welt, Matthäus VIII bis XVI.
00:03:00: Der Mensch ist berufen Geschmack und Helligkeit in eine vade-und finstere Umgebung zu tragen aber – und das ist entscheidend nicht um seiner Selbstwillen!
00:03:10: Das Licht soll leuchten damit die Menschen das Gute sehen Nicht den, der es tut.
00:03:14: Hier kündigt sich bereits ein Motiv an dass die gesamte Rede durchzieht Und das in unserer Gegenwart von beklemmender Brisanz ist Die Unterscheidung zwischen einer Tugend, die wirkt und der Naturkind, die sich zeigt.
00:03:29: Das radikalste ethische Vermächtnis des Abendlandes und seine unbequeme Gegenwart.
00:03:36: Im Zentrum des fünften Kapitels stehen die sogenannten Antithesen Matthäus V. I. bis VIII.
00:03:43: Jesu stellt klar dass er nicht gekommen sei das Gesetz aufzulösen sondern es zu erfüllen.
00:03:49: Und diese Erfüllung bedeutet keine Erleichterung, sondern eine radikale Verinnerlichung.
00:03:55: Es genügt nicht, nicht zu töten – schon der Zorn wird gerichtet!
00:03:59: Es genugt nicht, nichts zu brechen, was eingegangen wurde, schon der bergierliche Blick verfehlt das Maß.
00:04:06: Der Eid wird überflüssig, denn das Ja soll ein Ja sein und das Nein ein Nein.
00:04:12: Den Bösen soll man mit gleichem vergelten, die andere Wange hinhalten.
00:04:16: Und schließlich in der äußersten Zuspitzung liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.
00:04:24: Dieser letzte Satz ist die schärfste Klinge der ganzen Rede – und er schneidet quer doch alles was unsere öffentliche Auseinandersetzung heute prägt!
00:04:32: Wir leben in einer Zeit, die das Gegenteil zur Methode erhoben hat.
00:04:37: Der politische Gegner ist nicht mehr der Andersdenkende sondern der moralisch disqualifizierte.
00:04:43: Die Debatte ist nicht mehr Ringen um die Sache, sondern Feststellung der Schuld.
00:04:48: Die Empörung hat den Status einer Tugend angenommen und das Verzeihen gilt beinahe als Verrat an der eigenen Position.
00:04:56: Die Bergpredigt mutet uns das Unmögliche zu und entlarvt damit wie weit wir uns von der bloßen Vorstellung entfernt haben dem Gegner Gutes zu wünschen.
00:05:06: Bemerkenswert ist dabei dass diese Zumotung kein politisches Lager verschont.
00:05:11: Sie trifft den Zorn der einen ebenso wie die Selbstgerechtigkeit der anderen.
00:05:17: Das Verborgerne gegen das Schaufenster.
00:05:19: Mit dem sechsten Kapitel wendet sich die Rede dem Verborgenen zu, Matthäus VI-I bis XVIII und hier liegt aus meiner Sicht der entscheidende Berührungspunkt mit unserer Gegenwart.
00:05:30: Wer Almosen gibt soll es im Verborgernenton so dass die linke Hand nicht weiß was die Rechte tut.
00:05:36: Wer betet, sollen seiner Kammer gehen und die Tür schließen nicht an den Straßenecken stehen um gesehen zu werden.
00:05:43: Wer fastet soll sein Gesicht waschen damit niemand es bemerke.
00:05:48: in der Mitte dieses Abschnitts steht das Vater unser ein Gebet von solcher Knappheit und Wucht dass es jede fromme Geschwätzigkeit beschämt.
00:05:57: Die Diagnose die Jesus hier stellt ist von prophetische Genauigkeit.
00:06:01: Es gibt eine Tugend die ihren Lohn bereits empfangen hat sobald sie gesehen wurde.
00:06:07: Sie ist nicht falsch, weil sie nichts Gutes täte, sondern weil sie das Gute zum Mittel der Selbstdarstellung macht.
00:06:14: Und nun fragen sie sich – in welche Epoche dieser Befund je dringlicher war als in der unseren?
00:06:20: Wir haben uns eine Architektur des permanenten Schaufensters errichtet, in der die Haltung öffentlich getragen wird wie ein Abzeichen.
00:06:30: Die gute Gesinnung wird zur Show gestellt!
00:06:32: Das richtige Bekenntnis verkündet, die moralische Überlegenheit dokumentiert und geteilt.
00:06:37: Es ist die vollkommene Umkehrung der Bergpredigt!
00:06:41: Nicht das Tun im Verborgenen, sondern das Becannen vor aller Augen – nicht die Stillebarmherzigkeit, sondern laute Pose.
00:06:49: Eine Gesellschaft, die das Zeigen der Tugend mit dem Üben der Tugend verwechselt hat ihren Lohn bereits erhalten.
00:06:56: Sie weiß es nur nicht.
00:06:57: Der Maman und die Sorge.
00:06:59: Es schließt sich die Warnung vor den irdischen Schätzen an, Matthäus VI-XIX bis XIV.
00:07:05: Sammelt euch nicht Schätze auf Erden wo Motte und Rost sie zu fressen sondern Schätze im Himmel!
00:07:12: Niemand kann zwei Herrn dienen ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
00:07:16: Und dann jenes große fast zärtliche Wort Sorgt euch nicht um euer Leben Um Essen und Kleidung.
00:07:24: schaut auf die Vögel des Himmels und die Lilien auf dem Felde.
00:07:28: Man darf dieses jetzt nicht zur Aufforderung, zur Sorglosigkeit verharmlosen.
00:07:33: Sie sind etwas Schärferes – eine Absage an die Vergötzung der Sicherheit!
00:07:37: Unsere Gegenwart aber hat aus der Sorge ein Daseinsprinzip gemacht.
00:07:42: Wir leben in einer beinahe ununterbrochernen Folge von Krisen, von denen jede die nächste ablöst und in einem Dauerton der Beunruhigung, der uns gefügig hält.
00:07:51: Die Angst ist zur politischen und kommerziellen Ressource geworden, wer sie zu schüren versteht beherrscht den Menschen.
00:07:59: Der Mamon hat dabei längst neue Gestalten angenommen – er heißt heute Konsum, Statussymbol, Optimierung des eigenen Ich.
00:08:08: Die Bergpredigt durchschneidet diesen Knoten mit einer Frage die unbequem bleibt… wem dienen wir eigentlich?
00:08:16: Und sie behauptet was kaum jemand mehr zu sagen wagt!
00:08:19: Das ein Leben, das sich gänzlich der Absicherung des Vergänglichen verschreibt am Wesentlichen vorbeigeht.
00:08:27: Richtet nicht und prüfert die Früchte!
00:08:31: Dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen.
00:08:53: Es folgen das Wort von der engen Pforte und dem schmalen Weg – Die Warnung vor den falschen Propheten an deren Früchten man sie erkennen werde Und schließlich das Gleichnis vom klugen Mann Der sein Haus auf den Felsen baut Und vom Törrichten, der auf Sand baut Auf dass es einstürze Wenn die Stimme kommen.
00:09:13: Auch hier öffnet sich ein doppelter Blick auf unsere Zeit.
00:09:16: Das Wort vom Nichtrichten wird heute gern als Lizenz zur Beliebigkeit missverstanden, dabei meint es etwas Strängeres – die Demut!
00:09:24: Sich nicht zum letzten Richter über den Menschen aufzuschwingen.
00:09:28: Gerade darin versagt eine Kultur, die das Urteil über andere zur Freizeitbeschäftigung gemacht hat… Die Verfehlungen archiviert und die Vergebung
00:09:37: verlernt.".
00:09:39: Zugleich aber, und das ist kein Widerspruch fordert die Bergpredigt sehr wohl des Urteilsvermögen.
00:09:45: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen – Sie verlangt die falschen Propheten von den Waren zu unterscheiden!
00:09:51: Das Wort vom Geschwätz?
00:09:53: Die Substanz der Fassade In einer Zeit in der wir täglich mit Behauptungen, mit Narrativen und mit professionell erzeugter Empörung überschüttet werden ist diese Aufforderung zur nüchternen Prüfung der Früchte vielleicht das aktuellste Vermächtnis der ganzen Rede.
00:10:10: Sie ruft nicht zum bequemen Glauben auf sondern zu wachen Unterscheidungen und sie warnt davor das Haus des eigenen Denkens auf den Sand der jeweils herrschenden Stimmung zu bauen.
00:10:21: Wer die Bergpredigt zu Ende liest, der versteht weshalb das Volk – wie es am Schluss heißt – über diese Lehre erschrak.
00:10:29: Sie redet mit Vollmacht und sie schmeichelt niemandem!
00:10:32: Sie ist kein Programm für eine Partei, kein Werkzeug einer Ideologie und kein bequemer Trost.
00:10:38: Sie lässt sich von keiner Macht vereinnahmen weil sie jede Macht überragt, die der Herrschenden ebenso wie die der Lautstark empörten, Sie hält uns allen denselben Spiegel vor und das Bild, dass er zurückwirft ist selten schmeichelhaft.
00:10:58: Vielleicht liegt genau darin ihre bleibende Aufgabe an unserer Gegenwart?
00:11:03: In einer Epoche die das Vorläufige zur Dauer- und die Pose zur Haltung erklärt, erinnert die Bergpredigt an die Vorrangstellung des Wesentlichen vor dem Sichtbahn der Substanz vor der Oberfläche, des stillen Tuns vor dem lauten Bekenntnis Man muss kein gläubiger Mensch sein, um diese Mahnung zu hören.
00:11:22: Man muss nur bereit sein den Spiegel nicht wegzudrehen!
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