Studie: Parteien verlieren Vertrauen bei Wählern mit Migrationsgeschichte #94

Shownotes

Eine neue Studie zeigt deutliche Unterschiede bei den Wahlneigungen verschiedener Einwanderergruppen. Besonders SPD und Union verlieren bei Wählern mit Bezug zur Türkei sowie dem Nahen Osten und Nordafrika.

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00:00:00: Herzlich willkommen zu Epoch im Fokus, mit dem Thema Studie zum Wahlverhalten.

00:00:05: Parteien verlieren Vertrauen bei Wählern mit Migrationsgeschichte.

00:00:09: Ein Artikel von Reinhard Werner vom einunddreißigsten August zwanzig sechsundzwanzig am Mikrofon Alexander Sieber.

00:00:16: Eine neue Studie zeigt deutliche Unterschiede bei den Wahleneigungen verschiedener Einwanderergruppen.

00:00:21: Besonders SPD und Union verliert bei Wählen mit Bezug zur Türkei sowie dem Nahen Osten- und Nordafrika.

00:00:28: Wie viele Wähler mit Einwanderungsgeschichte bei den bevorstehenden Landtagswahlen im September zu den Ohren entschreiten werden, ist schwer einzuschätzen.

00:00:36: Eine Studie über die Wahlneigungen in diesem Bevölkerungsegment hat jüngst das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung vorgelegt – diese lässt erkennen, dass es für die Parteien nicht leichter wird dort Wähler anzusprechen.

00:00:49: Stimmberechtigte Mit- und Ohneinwandlungsgeschichte befragt Die Studie, Stabilität und Wandel beruht auf Daten aus dem Winter zwanzig drehenzwanzig vierundzwanzige und dem darauf folgenden Winter zwenzig vierunzwanziger jenem vor der Bundestagswahl.

00:01:03: Befragt wurden zwei tausend sechshundertdreißig Wahlberechtigte aus unterschiedlichen Einwanderergruppen als auch ohne Einwänderungsgeschichte – und diese lassen eine ähnliche Entwicklung wie innerhalb der Mehrheitsgesellschaft erkennen.

00:01:15: Das Vertrauen in Politik und Parteien sinkt!

00:01:19: Im abgefragten Zeitraum gingen in fast allen befragten Gruppen die potenziellen Wähleranteile aller Parteien zurück.

00:01:25: Es gab nur wenige Ausnahmen.

00:01:27: SPD verliert bei türkeischstämmigen Wählern.

00:01:30: Bei allen anderen Parteien und unter allen Gruppen von Befragten sank jeweils das Wählerpotenzial, allerdings vollzog sich dies nicht in jeder analysierten Wählergruppe im gleichen Ausmaß – so büste die SPD beim Befrageten ohne Einwanderungsgeschichte leicht an Potenzial ein… Von neunundsechzig auf achtundsechs Prozent!

00:01:48: Ihr Potenzial bei Wahlberechtigten mit Bezug zur früheren Sowjetunion war besonders stark rückläufig, von sixty-fünfzehnt auf dreiundfünftig Prozent.

00:01:56: Nicht so deutlich war der Rücklauf bei EU Einwanderern – von seventy-seven auf seventy-one Prozent und im MENA Türkei-Segment von seventy one auf sixty percent.

00:02:05: MENA steht für die Region nahe Osten und Nordafrika!

00:02:09: Für die Sozialdemokraten dürfte vor allem der schwindende Rückhalt unter Türkeis und mena stämmigen Wählern eine herbe Enttäuschung darstellen.

00:02:16: In früheren Jahrzehnten hat es ihr es geschafft, die Stimmen aus diesem Wählersegment fast geschlossen auf sich zu vereinen.

00:02:22: Allerdings ist das Wählerpotenzial von CDU und CSU in dieser Gruppe noch deutlicher zurückgegangen – nämlich von sieben Sechzig auf fünfzig Prozent.

00:02:30: Damit hat auch die Union unter Wählern mit Mena oder Türkei Bezug nach einem Aufwärtstrend in der Ära Merkel deutlich an Terrain verloren.

00:02:38: Von früheren Sowjet-Bürgern und deren Nachkommen können sich nur noch zweiundsechzig Prozent vorstellen, CDU oder CSU zu wählen.

00:02:45: Zuvor waren es noch dreiundsiebzig Prozent.

00:02:49: FDP stürzte in allen Gruppen deutlich ab – die Grünen verloren mit Ausnahme von Einwanderer aus der Türkei und dem Mähnerraum in allen erhobenen Gruppen zwischen dreiund sechs Prozent.

00:02:59: Ein Potenzial von fünfundvierzig Prozent haben die FDP und AfD unter den Wählern mit eigenen oder familiären Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion.

00:03:07: Nur maximal neunundzwanzig Prozent können sich demgegenüber vorstellen, für die Linke zu stimmen.

00:03:12: Die FDP hat auch unter Befragten Einwanderern aus EU-Staaten nur noch ein Potenzial von vierzig Prozent und dreintaßig Prozent unterm MENA Türkei-Einwanderer.

00:03:22: Das Potenziale der Linken war unter Wählern mit MENA, Türkeibezug mit fünfundvierzig Prozent am höchsten – allerdings war es den Ergebnissen zur Folge zwanzig, drehnzwanzige, vierundzwantig noch neunandfünfzig Prozent gewesen – und der Befrakten mit EU-EInwanderungsgeschichte waren es einen Vierzig.

00:03:37: Für die AfD lag das höchste Wählerpotenzial unter Eingewanderten mit Bezug zur früheren Sowjetunion.

00:03:43: Bei solchen mit familiären EU-Wurzeln waren es ein Prozent, und bei solchen mit MENA Türkei bezog sechzehn Prozent.

00:03:51: AfD mit großem Unterschied nach Herkunft.

00:03:54: Wie repräsentativ die Zahlen heute noch sind ist ungewiss.

00:03:57: Die politische Stimmung hat sich seit der Bundestagswahl noch einmal deutlich verändert.

00:04:01: Es wird jedoch deutlich dass sich die Wahlneigungen Unterwählern unterschiedlicher Einwanderung Gruppen zum Teil erheblich unterscheiden.

00:04:07: Die Studie zeigt auch, dass die kategorische Ablehnung bestimmter Parteien variiert.

00:04:12: So ist diese Gegenüber der AfD unter Türkei oder mähnerstimmigen Deutschen am höchsten – unter jenen mit familiärem Sowjetbezug hingegen deutlich geringer.

00:04:20: Gleichzeitig gehen einzelne Wählergruppen mit ambivalenten Einstellungen gegenüber bestimmten Parteien situationsabhängig unterschiedlich um.

00:04:29: Beispielsweise war der Anteil der Linkspartei in stark von Einwanderung aus Mähnerländern oder der Türkei geprägten Bezirken wie Berlin, Neukölln deutlich gestiegen.

00:04:37: Der kurde Stämmige Ferrat Kotschak wurde dort direkt im vergangenen Jahr in den Bundestag gewählt – offenkundig auch mit Stimmen aus der Türkee- oder arabischstämmigen Wählergruppe.

00:04:47: Vor allem in der türkeischtemmigen Wählergruppe war dieser aufgrund seiner Nähe zu PKK nahen Gruppierungen umstritten, demgegenüber scheinen Teile dieser Wähler-Gruppe über diesen Umstand hinweg gesehen zu haben und ihn für seine Position zum Gaserkonflikt gewählt zu haben.

00:05:03: Außenpolitische Konflikte können Wahlverhalten beeinflussen.

00:05:06: Generell spielen in bestimmten Wählermilieus mit Einwanderungsgeschichte nicht ausschließlich deutschlandbezogene Themen eine Rolle sondern auch solche die mit der Herkunftsregion ihre Familien zusammenhängen.

00:05:17: So führte die Verabschiedung der Armeenien-Resolution durch den Deutschen Bundestag im Juni, bei der die Ereignisse in der Endphase des Osmanischen Reichs offiziell als Völkermord eingestuft wurden zur Gründung einer Partei, die speziell türkeistämige Einwanderer ansprechen sollte.

00:05:33: So scheint der Krieg in Gaza Wirkung auf das Wahlverhalten einzelner Wählersegment mit Einwänderungsgeschichte insbesondere Muslime im Jahr.

00:05:43: Darüber hinaus spielt jedoch auch eine generelle Entfremdung von den politischen Entscheidungsprozessen in Deutschland eine Rolle.

00:05:51: Junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte fühlen sich in deutschen Parteien fremd.

00:05:56: Anfang des Vorjahres hatte der Sachverständigenrat für Integration und Migration die Studie jung-und vielfältig, aber noch nicht politisch beteiligt vorgelegt.

00:06:04: Diese benennt eine Reihe widriger Strukturen und generell Vorbehalte, die migrantisch wahrgenommene Menschen vom politischen Engagement abhalten.

00:06:13: dies betreffe insbesondere auch jüngere Menschen mit Einwanderungsgeschichte.

00:06:17: So bezeichneten, forty-fünfmal eins Prozent der in Deutschland geborenen Menschen mit einwanderungsschichten bis fünfunddresig Jahre fehlen das Vertrauen in die Politik als hemmenden Faktor für eine Partizipation.

00:06:28: Achtunddreißig Prozent gaben an sich von keiner der in deutschland aktiven Parteien vertreten zu fühlen.

00:06:33: Als weitere Hindernisse für ein politisches Engagement nannten Befragte fehlende Ansprache, eine zu sehr auf die Mehrheitsbevölkerung ausgerichtete politische Bildung oder Unnahbarkeit des politischen Betriebes.

00:06:46: An politischen Parteien kritisieren eingewanderte häufig Stammtischstrukturen und ausgeprägte Hierarchien – diese führten dazu, dass sie sich in diesem nicht heimisch fühlten.

00:06:55: Zudem sehen Sie ohne eigene Netzwerke keine Möglichkeiten wirksam zu werden!

00:07:00: Nach Zahlen des Mikro-Sensos aus dem Jahr zwanzig dreiundzwanzig wird in Berlin davon ausgegangen, dass etwa vierzig Prozent der dortigen Bevölkerung eine Einwanderungsgeschichte aufweisen.

00:07:10: Der Anteil der Wahlberechtigten – auf die dies zutrifft ist entsprechend am höchsten – den gegenüber dürfte er sich in Sachsen-Anhalt bei etwa zwei Prozent und in Mecklenburg Vorpommern nur leicht darüber bewegen, speziell auf einwandere Communities ausgerichtete Parteien kandidierend bei keiner der bevorstehenden

00:07:26: Landtagswahlen.".

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