Trump oder Merz: Wer ist schuld am zerrütteten Verhältnis? | Nr. 9349
Shownotes
Die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA sind von wachsenden Spannungen geprägt. Insbesondere Merz scheint in jüngster Zeit Öl ins Feuer zu gießen. Doch auch in den USA wird Trump davor gewarnt, Deutschland als Partner „zu bestrafen“. Dies würde Amerikas Macht in Europa und im Nahen Osten schwächen.
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen zum EpochThumbsPodcast mit dem Thema transatlantische Spannungen.
00:00:04: Trump oder Merz?
00:00:06: Wie er ist schuld am zerrütterten Verhältnis.
00:00:09: Eine Analyse von Tom Göhler vom einundzwanzigsten Mai, zwanzig sechsundzwundzig an Mikrofon Alexander Sieber.
00:00:15: Die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA sind von wachsenden Spannungen geprägt.
00:00:20: Insbesondere März scheint in jüngster Zeit Öl ins Feuer zu gießen, doch auch in den USA wird Trump davor gewarnt, Deutschland als Partner zu bestrafen – dies würde Amerikas Macht in Europa und im Nahen Osten schwächen.
00:00:33: Am vierten Juli dieses Jahres feiern die Vereinigten Staaten den zweieinundfünfzigsten Jahrestag der Unterzeichnung ihrer Unabhängigkeitserklärung von Großbritannien.
00:00:42: Damit sind die USA die älteste moderne Demokratie.
00:00:45: Etwa forty-sech Millionen Amerikaner haben deutsche Wurzeln.
00:00:49: Sie stellen mit rund zwölf Prozent an der Gesamtbevölkerung die größte Einwanderergruppe.
00:00:53: Hinzu kommen Deutsche, die dauerhaft in den USA leben.
00:00:57: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gibt es davon etwa fünfhundertzwanzigtausend vierhundert Personen.
00:01:03: Die Zahl ist jedoch seit zehn Jahren rückläufig.
00:01:05: Umgekehrt leben etwa hundertzwundzwanzichtausend achthundert amerikanische Staatsbürger dauerhaft in Deutschland.
00:01:10: Der Trend zur Einbürgerung von Amerikanern ist lauter Behörde steigend!
00:01:15: Deutsche schaffen achthundertsiechtausend Jobs in den USA.
00:01:19: Auch wirtschaftlich sind die USA und Deutschland enger miteinander verzahnt, als es in der aktuellen politischen Diskussion zum Ausdruck kommt.
00:01:26: Amerika ist laut Angaben des Auswärtigen Amts der zweitwichtigste Handelspartner Deutschlands.
00:01:31: Besonders deutsche Autohersteller- und deutsche Maschinenbaufirmen sind stark auf dem US Markt vertreten!
00:01:38: Mit mehr als sechstausend Unternehmen in allen fünfzig US-Bundesstaaten ist Deutschland der drittgrößte Investor in den USA, heißt es vom Deutschen Außenministerium.
00:01:46: Deutsche Unternehmen und ihre Tochterfirmen hätten rund achthundertsiebzig Tausend Arbeitsplätze in den U.S.A.
00:01:51: geschaffen und seien damit die viertgrößten ausländische Arbeitgeber in den O.S.-A.
00:01:56: Auch sicherheitspolitisch bleiben die USA für Deutschland der wichtigste militärische
00:02:00: Partner.".
00:02:01: Allerdings stehen die Vereinigten Staaten, insbesondere unter der zweiten Amtszeit von Donald Trump in der breiten deutschen Öffentlichkeit und in der weit überwiegenden Mehrheit der deutschen Politik deutlich in der Kritik.
00:02:12: Dies liegt teilweise an dem Ton des amerikanischen Präsidenten, der seit Antritt seiner zweiten Amtzeit im Januar zwanzig fünfundzwanzig die Europäer unmissverständlich dazu aufgefordert hat selbst Verantwortung für ihre Verteidigung zu übernehmen.
00:02:24: Andernfalls droht er mehrfach mit einem Ende des transatlantische Militärbündnisses NATO Merz und seine Äußerungen.
00:02:31: Aus Deutschland kommt daraufhin zunehmend Gegenwind, vor allem Bundeskanzler Friedrich Merz, CDU äußerte sich in jüngster Zeit wiederholt kritisch über die USA und über Trump – In einer Diskussionsrunde auf dem Deutschen Katholikentag in Würzburg sagte Merz am fünften Mai er würde seinen eigenen Kindern nicht empfehlen dort zu leben!
00:02:49: Die Aussage verbreitete sich schnell in den Medien und löste eine breite politische Debatte über die Lebensqualität in den USA aus.
00:02:56: März griff daraufhin zum Hörer und rief Trump auf seinem Rückflug aus China an, womöglich um Schadensbegrenzung zu betreiben.
00:03:03: Wenige Wochen zuvor am siebundzwanzigsten April hatte der Bundeskanzler anlässlich eines Besuchs einer Schule im Sauerland gesagt – die USA würden derzeit vom Iran gedemütigt werden – Grund dafür sei Trump, der keine wirklich überzeugende Strategie für den Iran habe!
00:03:18: Der amerikanische Präsident reagierte nur wenige Stunden später.
00:03:21: Auf seinem eigenen sozialen Medium Truth Social warf er März vor, dieser habe keine Ahnung wovon er spricht.
00:03:27: Weiter sagte Trump kein Wunder dass es Deutschland so schlecht geht sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht.
00:03:34: Vier Tage später kündigte Trump zudem an, binnen sechs bis zwölf Monaten mindestens fünftausend amerikanische Soldaten aus Deutschland abzuziehen.
00:03:42: Diese Entscheidung trumps wurde in einigen internationalen Medien darunter dem Wall Street Journal und der französischen Zeitung Le Monde als Bestrafung für Märzkritik ausgelegt.
00:03:52: Distanzierung in der Bevölkerung.
00:03:55: Unabhängig von den Kanzlerwarten scheint es auch in der deutschen Bevölkerung eine wachsende Distanzierung zu den USA zu geben.
00:04:01: In den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Amerikaner, in der westdeutschen Wahrnehmung oft ein Vorbild.
00:04:07: für viele der achttundsechzige Generationen wurden die USA aufgrund des Vietnamkriegs dann zum Hassobjekt.
00:04:13: Eines waren und sind die Amerikane aber stets bis heute – sie sind den Deutschen nicht egal!
00:04:18: Doch seit dem Trump erneut im Weißen Haus regiert, sehen viele Deutsche die Vereinigten Staaten nicht mehr als verlässlichen Partner.
00:04:25: Das behauptet zumindest die gemeinnützige Korberstiftung –.
00:04:28: laut einer repräsentativen Umfrage aus dem vergangenen Jahr würden die Deutschen mit Trump als US-Präsident zunehmend auf Distanz zu den USA gehen.
00:04:37: Schon Merkel konnte nicht mit Trump!
00:04:39: Bei solchen Umfragen wird jedoch übersehen, dass es schon viel länger starke Spannungen im transatlantischen Verhältnis gab.
00:04:46: Auch die europäischen Nachbarn beobachten, was die von den alliierten, befreiten deutschen Denken.
00:04:52: Im Jahr zwanzig achtzehn während der ersten Amtszeit Trumps befasste sich das weltweit älteste Wochenmagazin Der britische The Spectator mit dem Niedergang der deutsch-amerikanischen Beziehungen unter der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel CDU und kam zu dem Schluss, nicht nur auf Trump zurückzuführen sei.
00:05:10: Beide Staaten seien auch Konkurrenten in entscheidenden außenpolitischen Fragen.
00:05:14: Laut der Stiftung bewerteten im September des vergangenen Jahres drei Viertel der Deutschen die Beziehungen zu den USA als schlecht, während die Beziehen unter tramsdemokratischem Vorgänger Joe Biden genau umgekehrt bewertet worden sein.
00:05:27: Nach Ansicht der von Forser befragten Deutschen seien die USA zum ersten Mal seit drei Jahren nicht länger der wichtigste Partner für die deutsche Außenpolitik.
00:05:35: Stattdessen sehen forty-six Prozent inzwischen wieder Frankreich als zentralen Partner.
00:05:40: Ähnlich sei die Bewertung während Trumps erster Amtszeit, zweizig-sebten bis zwanzig-einundzwanzig ausgefallen – so die Körperstiftungen.
00:05:47: Gemeinsam mit dem in Washington ansässigen Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center führte Forsa auch eine Befragung in den USA durch.
00:05:55: Den zufolge seien die meisten Amerikaner überzeugt dass die Beziehungen zwischen beiden Staaten gut laufen wenn gleich weniger US-Bürger dieser Ansicht sein als im Jahr zuvor.
00:06:04: Während die Amerikaner China und Russland als große militärische Bedrohung für ihr Land empfinden, sehen die Deutschen nur in Russland eine große Sicherheitsbedrohungen.
00:06:13: Zerstören sich die USA selbst?
00:06:16: Ein Meinungsartikel welcher in der in Politikkreisen einflussreichen amerikanischen Hauptstadtzeitung The Hill veröffentlicht wurde warnt dem vierzehnten Mai davor Partner wie Deutschland zu bestrafen.
00:06:26: Dies würde die US-Power schwächen.
00:06:29: Hintergrund dieser Warnung ist die Entscheidung Trumps, US-Truppen aus Deutschland abzuziehen nachdem sich März negativ über Trumps Iranpolitik geäußert hatte.
00:06:38: Solche Entscheidungen würden nach hinten losgehen, gibt sich der Autor des Artikels Daniel Cotches überzeugt.
00:06:44: Er ist ein angesehener Wissenschaftler am Think Tank Hudson Institute.
00:06:47: Deutschland zeige vielmehr, warum die dort stationierten US-Streitkräfte die Machtprojektion der USA und ganz Europa im Nahen Osten und in Nordafrika stärken.
00:06:57: So coaches weiter.
00:06:58: Und weiter – Im aktuellen Krieg gegen den Iran ist deutsches Territorium für Führung und Kontrolle logistikund Angriffsoperationen unverzichtbar.
00:07:07: Insbesondere da andere europäische Länder den Zugang eingeschränkt haben schreibt coaches.
00:07:12: Deutschland trage außerdem dazu bei, die Lasten der Stationierung von US- Streitkräften auszugleichen.
00:07:17: Das seien Kosten, die nicht verschwinden wenn die Truppen an einem anderen Ort verlegt werden.
00:07:23: Coaches kommt zu dem Schluss – Die Botschaft, die durch einen Truppenabzug aus Deutschland vermittelt wird, wird nicht wie beabsichtigt ankommen!
00:07:30: Wenn überhaupt würde dies genau jene Entwicklung beschleunigen, die Washington eigentlich verhindern sollte.
00:07:35: Verbündete zu bestrafen mag entschlossen wirken.
00:07:38: Würde dies jedoch umgesetzt, würde es sich letztlich als selbst zerstörerisch erweisen.
00:07:44: Zweiter Mauerfall Anfang des Jahres hat der stellvertretende Zeitchef-Redakteur Holger Stark ein Buch mit dem Titel Das Erwachsenen Land, Deutschland ohne Amerika.
00:07:55: Ein historisches Chance veröffentlicht.
00:07:57: Darin plädiert der Autor dafür dass Deutschland auf eigenen Beinen stehen müsse.
00:08:02: In seiner Analyse geht er sogar soweit Dass ihr in der Neuorientierung Deutschlands ohne die USA einen zweiten Mauerfallmoment mutmaßt.
00:08:10: stark zieht in der derzeitigen transatlantischen Krise keinen Untergang, sondern eine Chance für Deutschland, eine eigenständige, souveräne Rolle in Europa zu finden.
00:08:19: Auch in den USA wurde Starks Analyse wahrgenommen.
00:08:23: Die Washington Post zitiert ihn etwa mit den Worten – Zitat «für die deutsche Baby Boomer Generation ist es das Ende einer Illusion, ein sehr schmerzhafter Abschied von ihrer eigenen Vergangenheit» und einen qualvoller Abschied vom etwas, von dem sie dachten Es würde ewig wehren!
Neuer Kommentar