Stirbt der Einzelhandel aus? | Nr. 9328
Shownotes
Schlechte Nachrichten für die Innenstädte: Einer Prognose zufolge werden in diesem Jahr rund 5.000 Geschäfte schließen. Dieser Trend hält seit 2016 an. Damit hat der Einzelhandel in Deutschland seither ein Fünftel seiner Läden verloren. Fehlendes Ambiente und das Sicherheitsproblem in den Innenstädten werden dabei als Gründe für den Niedergang genannt.
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00:00:00: Willkommen zum Erpaktams-Podcast mit dem Thema düstere Prognose.
00:00:04: Stirbt der Einzelhandel aus?
00:00:08: Ein Artikel von Tom Goeller vom April, Mai, May, Mai und Mai.
00:00:14: Schlechte Nachrichten für die Innenstädte.
00:00:16: Einer Prognese zufolge werden in diesem Jahr rund fünftausend Geschäfte schließen.
00:00:20: Dieser Trend hält seit im Jahr zweizehntzehn an.
00:00:23: Damit hat der Einzellhandel in Deutschland seither ein Fünftel seiner Läden verloren.
00:00:27: Fehlendes Ambiente und das Sicherheitsproblem in den Innenstädten werden dabei als Gründe für die Niedegang genannt.
00:00:34: Wer aufmerksam durch deutsche Innenstäte geht, kann immer häufiger leere Ladenflächen sehen.
00:00:39: an den Schaufenstern finden sich Schilder mit der Aufschrift zu vermieten.
00:00:43: Für das laufende Jahr prognostiziert der Handelsverband Deutschland HDE einen Schwund von viertausend neunhundert Geschäften.
00:00:50: In diese Prognose seien Ladneröffnungen bereits eingerechnet.
00:00:54: Ende vergangenen Jahres wurde aus Hamburg gemeldet, dass mir als hundert Läden schließen und niemanden wundert es.
00:01:00: Im Jahr zwanzig zweiundzwanzig kündigte Galeria Kaufhof an viertausend neununddreißig Stellen abzubauen und siebenvierzig Filialen zu schließen.
00:01:08: weitere Einzelhandelsketten folgten darunter der Modekonzern Esprit und der Reiseveranstalt der FTI.
00:01:15: Im vergangenen Jahr hat es etwa viertausend fünfhundert Ladenschließungen gegeben.
00:01:20: Schwunnt seit zehn Jahren.
00:01:22: Seit zehn Jahren verlieren wir in Deutschland jährlich mindestens viertausend fünfhundert Geschäfte oder mehr, beklagte kürzlich der HDI-Präsident Alexander von Prehn.
00:01:30: Während der COVID-IX-Pandemie in den Jahren zwanzigzwanzig bis zwanzichdreiundzwanzige habe es zudem einen besonders hohen Adolas an Ladenschließungen gegeben – mehr als elf tausend Geschäften pro Jahr!
00:01:41: Erstmals könnte die Zahl der Geschäfter in Deutschland bis zum Jahresende auf unter dreihunderttausenden sinken, teilte der HDA mit Vor zehn Jahren habe es noch rund dreihundertsechsund sechszigtausend achthundert Geschäfte in den Innenstädten gegeben.
00:01:54: Somit würde seit zwanzigsechzehn etwa ein Fünftel der Ladennokale aufgegeben worden sein.
00:01:59: Insolvenzen wegen Irankrieg?
00:02:02: Neben kleinen Unternehmen und dem verarbeiteten Gewerbe, seit derzeit besonders der Einzelhandel von Insolvenzen betroffen gab eine Studie der Kreditreformen von Anfang Dezember bekannt.
00:02:12: Die Insolwenzen seien in diesem Branchenbereich in den vergangenen zwölf Monaten um zehn Prozent gestiegen.
00:02:18: Kredit reform ist eine private Wirtschaftsauskunftteil die Bonitätsprüfungen von Unternehmen und Selbstständigen durchführt.
00:02:25: Eine Insolvenzstudie von Allianz Trade vom April zufolge würden die Ladenbleiten im laufenden Jahr um fünfzehn Prozent steigen, in der Gastronomie sogar am siebenundzwanzig Prozent.
00:02:36: Als Hauptgrund für die Insolvens Zunahmen in diesem Jahr nennt Allianztrade die Auswirkungen des Irankriegs.
00:02:42: Zu einer ähnlichen Einschätzung kam jüngst das Nürnberg-Institut für Marktentscheidungen.
00:02:47: Zitat, die Verbraucherstimmung gibt den Folge des Irankrieges abermals nach.
00:02:51: Heißt es in einer Mitteilung auf der Website des Marktforschungsinstituts Die Ausgaben der Verbrauche würden sinken – die Sparneigung bleibt auf einem hohen Niveau Kosten für Läden senken.
00:03:04: Doch der jüngste Nahostkonflikt kann nicht die Erklärung wie denn zehn Jahres trennt sein.
00:03:08: Der HDE etwa sieht die Politik in der Pflicht, Kosten bei Energie und Beschäftigungen zu senken.
00:03:14: Der Handelsverband fordert deshalb, dass die Stromsteuer endlich für alle gesenkt werden müsse und die Lohnnebenkosten sollten bei vierzig Prozent gedeckelt werden, fordert der HDE.
00:03:23: Auch die Ladenvermieter sollten sich im eigenen Interesse auf umsatzorientierte Mieten einlassen – das heißt keine monatlichen Fix-Mieten sondern Mieten, die sich am tatsächlichen Umsatz der Läden orientieren.
00:03:36: Der HDE-Präsident von Prehen fordert aber auch mehr Mitwirkung seitens der Kommunalverwaltungen.
00:03:42: Zitat – Einkaufen ist der Hauptgrund für einen Innenstadtbesuch, sagt er.
00:03:46: Oft würden für die Geschäfte in der Innenstadt aber die kommunalen Rahmenbedingungen nicht passen.
00:03:50: damit meint er wohl das Ambiente und das fehlende Flair von Innenstädten.
00:03:55: Der HDE-Chef glaubt allerdings dass öffentliche Gelder nicht ausreichen, zitat um alle Städte wieder auf Vordermann zu bringen und will private Investoren locken.
00:04:05: Hohe Inflation und Onlinehandel.
00:04:07: Zitat, die Tendenz der Einzelhandelsentwicklung in deutschen Innenstädten scheint eindeutig.
00:04:12: Seit der Digitalisierung verzeichnet der Online- und Versandhandel einen Umsatzbom, erläutert Werner Reinhardts, Direktor am Institut für Handelsforschung für Handel der Universität zu Köln im Oktober zwanzig vierundzwanzig den Schwund des Einzelhändles.
00:04:26: Besonders seit der Covid-IX Pandemie habe sich das Konsumverhalten in Richtung Onlineshopping verlagert.
00:04:31: Zitat, die durch internationale Krisen drastisch gestiegenen Energiepreise unter Einbruch von Lieferketten verstärkten den Druck in den Folgejahren stellt der Professor fest.
00:04:41: Außerdem hätten die Einzelhändler zusätzlich mit einer gedrückten Konsumstimmung zu kämpfen, die doch die hohe Inflation ausgelöst worden sei.
00:04:50: Ist fehlendes Ambiente schuld?
00:04:52: Die Ergebnisse eines seiner Forschungsprojekte deuten darauf hin, dass die Zeit der Innenstadt als reine Einkaufsmeile vorbei ist, gibt sich der Kölner Wissenschaftler überzeugt.
00:05:01: Viel mehr erstehe das Einkaufserlebnis in einer ansprechenden und individuellen Umgebung im Vordergrund – ähnlich wie der HDE fordert Reinhards deshalb eine Verbesserung des innerstädtischen
00:05:11: Ambientes.".
00:05:13: Hier beginnt gewissermaßen die Abwärtsspirale.
00:05:15: Je mehr Leerstand es gibt, desto mehr entsteht ein gefühlt schlechtes Ambiente in der City.
00:05:20: Nach einer Weile ziehen in einstige Qualitätsgeschäfte Rammschläden mit billig Produkten für einen Euro aus China ein.
00:05:26: Dazu kommen Dönerläden, Barbershops sowie Nagel- und Tattoo-Studios.
00:05:31: Auch die unattraktiven modernen Betonzweckfassaden Der vergangen Jahrzehnte entsprechen nicht mehr heutiger Architekturestätik.
00:05:39: Hinzu kommen Vermüllung des öffentlichen Raums, Vandalismus, graffitische Mirereien, fehlende Begrünungen und mangelnde Sitzgelegenheiten.
00:05:46: Das Umweltbundesamt fordert schon seit längerem in deutschen Städten deutlich mehr Grün – vor allem mit neuen Bäumen und mehr Verschattung durch außenliegenden Sonnenschutz sowie Dach- und Fassadenbegrünung.
00:05:58: Die Industrie- und Handelskammer IHK Baden-Württemberg hat ein Rezeptbuch für eine attraktive Innenstadt veröffentlicht.
00:06:04: Dazu wurden nach eigenen Angaben vierzehntausend Menschen in hundertdreiundzwanzig Städten mit unter fünfzigtausend Einwohnern im südwestlichem Bundesland befragt.
00:06:13: Eines der zentralen Ergebnisse lautet, Fußgängerzonen mit Aufenthaltsqualität und bespielten Räumen steigen die Besuchsmotivation und sind oft selbstbesuchsmotiv – ein guter Wochenmarkt bei kleinen Städte sei das Salz in der Suppe.
00:06:27: Siebenundsiebzig Prozent der Befragten hätten einen Wochenmarkt positiv bewertet und würden danach weitere Orte in der Innenstadt besuchen.
00:06:34: Für gängere Menschen sei es zudem wichtig, dass es in der City auch Orte und Plätze ohne Konsumzwang gebe.
00:06:40: Etwa Spielplätze, grüne Inseln, Brunnen oder andere Wasserflächen sowie Sitzbänke.
00:06:45: Allerdings lässt sich in Baden-Württemberg ein deutliches Altersgefälle feststellen.
00:06:49: Achtundfünfzig Prozent der vor Ort befragten Innenstadtbesucher waren laut der IHK Studie über fünfzig Jahre alt – vierzig Prozent sogar im Rentenalter!
00:06:59: Mehr Polizeistreifen.
00:07:00: In den Studien über den Rückgang des Einzelhandels fehlt jedoch durchweg ein weiterer Aspekt, nämlich das Sicherheitsproblem im öffentlichen Raum ausgelöst.
00:07:08: Durch Berichte über Messerangriffe und andere Bedrohungen wie offenen Drogenkonsum und Handel an zentralen Orten in Innenstädten etwa an Bahnhöfen und in öffentlichen Parks.
00:07:18: Ein Beispiel – laut einer Bekanntgabe des Innenministeriums von Nordrhein-Westfalen sei die Gewaltkriminalität und insbesondere die Zahl der Messeattacken stark angestiegen.
00:07:28: Demnach sei es im Jahr zwanzig dreiundzwanzig, im Vergleich zum Vorjahr zu einem deutlichen Anstieg von zweiundvierzig Komma sechs Prozent an Messerdelikten im öffentlichen Raum des Bundeslandes gekommen.
00:07:39: Nahezu die Hälfte der polizeilich ermittelten Tatverdächtigen war unter einundzwantig Jahre alt.
00:07:44: Vierfünfundvierzicht Prozent der Tatverdechtingen verfügten nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit heißt es in dem offiziellen Papier.
00:07:50: da diese Situation Graduell unterschiedlich, auch auf andere Bundesländer zutrifft haben sich etwa in Hessen Gemeinden zu mehr Polizeipräsenz in Innenstädten entschlossen.
00:08:00: Die sichtbare Polizeipräsent wie etwa in Bad Hersfeld und Gießen wird er von der Bevölkerung vorwiegend positiv wahrgenommen.
00:08:07: Wird Dominic Möller Sprecher des Polizeipresidiums Osthessen von DPR zitiert?
00:08:12: In Mittelhessen seien im Jahr zwanzig vierundzwanzig hundert bis über sechshundert Polizeikräfte monatlich mehr im Einsatz gewesen.
00:08:20: Einkaufen allein reicht nicht.
00:08:22: Christian Schuchhardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages sieht die Entwicklung für den Einzelhandel in deutschen Innenstädten dennoch gelassen – Zitat.
00:08:31: Insgesamt haben sich die Verkaufsflächen in deutschen Innenstädtern gegenüber nünzend achtzig mehr als verdoppelt.
00:08:36: Ein Rückgang von diesem hohen Niveau ist daher nicht überraschend, stellt der ehem ersten März gegenüber der Frankfurter allgemeinen Sonntagszeitung klar.
00:08:43: Zur Diskussion über die Rasant zunimmenden Döner und Barbershops in den Innenstäten sagt der Städte-Tagsvertreter Zunächst einmal sind neue Geschäfte grundsätzlich etwas Erfreuliches.
00:08:53: Es ist besser als Leerstand.
00:08:55: Viele Kunden empfinden bestimmte neue Geschäftstypen jedoch als Downgrading, als ein Absinken des Qualitätsniveaus.
00:09:01: Dies läuft dann unter den Schlagworten Barberisierung und Dönerisierung.
00:09:06: Gleichwohl ist Veränderung im Handel normal!
00:09:08: Nur dem Alten nachzutrauern, bringt er seiner Meinung nach nichts.
00:09:12: Neben Läden sollten auch immer mehr Kultur- und Bildungsangebote sowie Umnutzungen in Wohnraum oder für Hotels – und auch mehr Grün in der Stadt angeboten werden.
00:09:22: Denn Einkaufen allein reicht oft nicht mehr um alle Geschäftshäuser mit Leben zu erfüllen und Leerstand zu verhindern.
00:09:28: so schuhhaft!
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