Wenn trotz ungeahnter Übereinstimmung alles aus dem Lot läuft #92

Shownotes

Common Sense und Meinungsfreiheit: Die Deutschen eint mehr als sie denken.

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00:00:00: Herzlich Willkommen zu Epoch im Fokus mit dem Thema, wenn trotz ungeahnder Übereinstimmung alles aus dem Lot läuft.

00:00:08: Ein Meinungsartikel von Roland Schatz vom August, August, April, August... am Mikrofon Alexander Sieber.

00:00:16: Common Sense und Meinungsfreiheit.

00:00:18: Die Deutschen eint mehr als sie denken.

00:00:22: Das negative Mediensentiment gegen das März-Kabinett wird weniger.

00:00:27: Kaum hatte Schwarz-Rot im vergangenen Jahr gestartet, da dominierte schon der Vorwurf des Betrugs.

00:00:33: Die sonst üblichen hundert Tage Einerbeitungszeit schienen nicht zu gelten.

00:00:37: Zwölf Monate überboten sich die meisten Journalisten im Spiel – wer findet die meisten Haare in der Suppe?

00:00:43: Das Gipfel der Mai dieses Jahres als Kanzlermerz von deutschen Leitmedien selbst im Vergleich mit dem Medienimage von Russlands Präsident Vladimir Putin schlechter dargestellt wurde.

00:00:53: Doch jetzt nach der Sommerpause sind die Trenddaten in Sachen Wirtschaftsaufschwung nicht länger zu verdrängen, mit dem Resultat das diesem Ende natürlich auch auf das Konto der Amtsinhaber einzahlen wird.

00:01:05: Die spannende Frage – erreicht dieser Umschwung in der Auswahl welche Fakten und wie den Wahlvolk präsentiert werden?

00:01:13: Denn Souverän, der im September erst in Sachsen anhalt dann in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern seine Entscheidung trifft?

00:01:22: Verblüffende Ergebnisse.

00:01:24: Die aktuelle Common Sense Index-Umfrage verblüfft.

00:01:27: Wer die Ergebnisse der Schlüsselfrage, glauben Sie dass Ihr Bundesland gesellschaftlich und politisch derzeit eher auf einem guten Weg oder eher nicht auf einen guten Weg ist?

00:01:37: Nach Parteizugehörigkeit auswertet sie Zustimmung für den eingeleiteten Wandel von CDU über SPD Grüne bis zur FDP im Verhältnis von sechzig zu vierzig.

00:01:47: Da die Anhänger der AfD dies jedoch extrem anders sehen Und dies von denen, die sich bislang noch nicht einer bestimmten Partei zuordnen lassen wollen, geteilt wird – in der Sitzung von §.

00:02:06: Für alle Wahlkämpfer ist entscheidend.

00:02:07: Seit dem Zweiten Weltkrieg hellen sich die Einschätzungen auf, sobald der Wahlkampf in die entscheidenden letzten zwei bis drei Wochen kommt.

00:02:15: Dann wird bei Umfragen mehr nachgedacht – weil es nicht mehr um Denkzettel sondern um das reale eigene Leben in den kommenden Jahren geht!

00:02:22: Dabei bieten die Ergebnisse der Medienanalyse wie auch der frischen Umfrage zu Common Sense und Meinungsfreiheit weiterer Überraschungen.

00:02:31: Hohe Übereinstimmung.

00:02:33: Zum einen zeigen die Daten, dass nicht nur die Menschen in Berlin, Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern sondern alle Deutschen in wichtigen Fragen in hohem Maße beeinstimmen.

00:02:42: Bei einer Zustimmung von über neunzig Prozent legen alle beispielsweise höchsten Wert auf erstens Die Wahrnehmung der eigenen Ansichten wie auch die des politischen Gegners.

00:02:52: Zweitens die Sehnsucht das eigene Leben sicher planen zu können.

00:02:56: Drittens Sicherheit sowie Gestaltungsfreiheit für das eigenes Leben.

00:03:00: Viertens Heimatverbundenheit, so ist der Stolz auf die Heimat ungebrochen.

00:03:06: Ob es um den Ausbau des Energieangebotes unter anderem auch unter Einbeziehung moderner KKW dem bundesweit inzwischen neunundfünfzig Prozent der deutschen Zustimmen geht?

00:03:17: Um die Reduktion der Zahl gesetzlicher Krankenkassen von derzeit dreiundneinzig auf zehn bundesweitensechzig Prozent Zustimmung.

00:03:25: um die Reduktion der Gewalt gegen Frauen, bundesweit sechzig Prozent Zustimmung, um die Intensivierung der Reformen im Gesundheitssektor, bundessweit sieben und sechzehn Prozent Zustimmung.

00:03:35: oder um die Influenzbekämpfung, Alterssicherung und soziale Sicherheit.

00:03:40: Über zwanzig konkrete Politikfelder wurden vor der Wahl abgefragt und zeigen dass die Deutschen mehr ein als trennt.

00:03:47: Selbst die Umfragen zum Gesamtkomplex, was ist typisch Deutsch liefern umfangreiche Impulsdaten, die eine gut vorbereitete Diskussion ermöglichen.

00:03:56: Denn nahezu keine der vermeintlichen Bedrohungen Migration Globalisierung Digitalisierung und demografischer Wandel liefert besorgniserregende Werte.

00:04:06: Als Max Weber Politik als Bohren dicker Bretter umschrieb, warnte er nicht nur diejenigen, die für die unterschiedlichen Parteien als Repräsentanten nach arrungernem Mandat über Kompromisse das Leben möglichst vieler zu verbessern versuchen.

00:04:20: Er sprach auch diejenigen an, die über dieses Arbeiten informieren.

00:04:25: Dominanz des Negativen Wenn insbesondere bei den öffentlich-rechtlichen Medien seit Jahrzehnten mit einem Anteil von um die vierzig Prozent Beitrag für Beitrag das Negative dominiert.

00:04:36: Wenn insbesondere die Volksvertreter, die als Repräsentanten der Menschen mit einem Anteil von mehr als fünfzig Prozent vor allem als Versager und raffgierige Egoisten vermittelt werden Wenn die Leistungsträger in Medizin, Bildung und vor allem Wirtschaft kaum zu Wort kommen dann entsteht ein Grundklima das weder von gutem Willen noch von Hoffnung oder gar Respekt geprägt ist.

00:04:57: Nach über vierzig Jahren in diesem Metier würde ich nicht so weit gehen dass dies bewusst geschieht.

00:05:03: viele der ausgestrahlten Beiträge verdienen Aufmerksamkeit aber bei Wirkungsfragen gilt für Medien die Erfahrung aus der Medizin.

00:05:10: Die Dosis entscheidet darüber ob das beabsichtigte Ziel erreicht oder verfehlt wird Und der Sound, den IED, Deutschland Radio und ZDF ohne Not seit mehr als zwanzig Jahren verbreiten ähnelt sehr den Sprüchen bei der AfD oder der Linke.

00:05:25: Es geht aber nicht allein um den ÖRR, der seit vierzig Jahren wissenschaftlich unterlegt seine Funktionsaufträge zu Vielfalt, Integration, Konvergenz und Vorbild eher verfehlt als erfüllt.

00:05:38: Vorwürfe gegen Springer.

00:05:40: Es geht auch um Vorwürfe, die in den vergangenen Wochen gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden der Axelspringer SE Dr.

00:05:46: Matthias Döpfner laut wurden.

00:05:48: allein in Diskussionen darüber ob ein Verleger einen Politiker zu einem bestimmten Verhalten auffordert und bei Nichtberücksichtigung mit entsprechend negativer Berichterstattung bedroht ist gefährlich.

00:06:00: Die Grafik zeigt jedoch dass die Vorwörfe gegen Springer nicht zu hundert Prozent aus der Luft gegriffen sind.

00:06:05: mittlerweile rudert Bild teilweise wieder zurück.

00:06:09: Entsprechend gilt es, wie beim ERR auch bei den privaten Medien das Gespräch zu starten ob in den vergangenen Wochen und Monaten tatsächlich überall noch die Standards des Journalismus eingehalten wurden.

00:06:21: Das gilt insbesondere im Zusammenhang mit der Darstellung von Meinungsumfragen, die in den meisten Fällen eher Medienreflexe sind als Ergebnis eigenständiger Orteilsbildung.

00:06:31: Dass der Europäische Verband, der Meinungsforscher auf vermehrte Fehldarstellungen hingewiesen hat, könnte ebenfalls zum Nachdenken beitragen.

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