Wie die Welt auf die Ölkrise reagiert | Nr. 9110
Shownotes
In vielen Ländern der Welt wirkt sich der Krieg gegen den Iran auf die Wirtschaft und den Alltag der Bevölkerung aus. Nur wenige Staaten sind von der Verknappung nicht betroffen. Deutschland hat gesetzlich vorgeschriebene Reserven für 90 Tage und bezieht kaum Öl aus der Golfregion.
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00:00:00: Willkommen zum EpochThumps Podcast mit dem Thema Konsequenzen des Iran-Krieges, wie die Welt auf die Ölkrise reagiert.
00:00:08: Ein Artikel von Oliver Siegnos vom erstes April, am Mikrofon Alexander Sieber.
00:00:14: In vielen Ländern der Welt wirkt sich der Krieg gegen den Iran auf die Wirtschaft und den Alltag der Bevölkerung aus – nur wenige Staaten sind von der Verknappung nicht betroffen.
00:00:23: Deutschland hat gesetzlich vorgeschriebener Reserven für neunzig Tage und bezieht kaum Öl aus der Golfregion.
00:00:30: Der Krieg im Iran hat weltweit eine Krise in der Erdölversorgung ausgelöst.
00:00:34: Vor allem Länder, die stark auf Lieferungen aus den Golfstaaten angewiesen sind haben bereits erste Sparmaßnahmen ergriffen.
00:00:41: Deutschland hingegen bezieht nur geringe Mengen Öl aus dieser Region zu den wichtigsten deutschen Lieferanten Zill-Norwegen – die USA, Großbritannien, Kasachstan sowie afrikanische Staaten.
00:00:51: Weitere Mengen gelangen über Pipelines innerhalb der Europäischen Union ins Land.
00:00:56: Zudem verfügt Deutschland gemeinsam mit seinen europäischen Partnern über umfangreiche strategische Ölreserven.
00:01:02: Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Vorrat für mindestens neunzig Tage, der auf Lagerstätten im gesamten Bundesgebiet verteilt ist.
00:01:08: Selbst bei Lieferstörungen wäre die Versorgung daher über mehrere Monate gesichert.
00:01:12: Die größte Herausforderung besteht derzeit vor allem im deutlichen Anstieg der Energiepreise Zusätzliche Dieselimporte für Thailand.
00:01:21: Anders stellt sich die Lage in mehreren asiatischen Ländern dar.
00:01:25: Viele von ihnen beziehen einen Großteil ihres Erdöls aus der Golfregion und reagieren unterschiedlich auf die zunehmende Verknappung.
00:01:32: In Thailand hat die Regierung, die Subventionen des staatlichen Oil-Fuel Fund für nahezu alle raffinierten Ölprodukte eingestellt um eine drohende Finanzkrise abzuwenden.
00:01:42: Wie der Nachrichtensender ThaiPBS berichtet wird lediglich Diesel weiterhin unterstützt allerdings in deutlich geringerem Umfang.
00:01:50: Der Fonds hatte durch Maßnahmen zur Preisstabilisierung erhebliche Verluste erlitten.
00:01:55: Die Regierung warnt, die globale Ölkrise bleibe schwer vorhersehbar weshalb sich die Bevölkerung auf dauerhaft höhere Preise einstellen müsse.
00:02:03: Gleichzeitig entspannt sich die Versorgungslage erlaubt mehr den Berichten leicht.
00:02:07: Zusätzliche Dieselimporte von rund vierzehn Millionen Litern sollen Engpässe während der Reisezeit zum Neujahrsfest Songkrann dreizehender bis fünfzehender April verhindern.
00:02:16: Auf dem Höhepunkt der Krise mussten etwa zweitausend Tankstellen schließen.
00:02:20: Derzeit sind noch rund dreihundert betroffen.
00:02:23: Parallel versucht die Regierung den Energieverbrauch zu senken und rief die Bevölkerung dazu auf, Klimaanlagen sparsamer zu nutzen.
00:02:30: Die Auswirkungen wurden auch im Fernsehen sichtbar – während einer Live-Sendung verzichteten Nachrichtensprecher demonstrativ auf ihre Jacken.
00:02:38: Besonders stark trifft die Krise Länder, die bereits seit Jahren mit Versorgungsproblemen kämpfen.
00:02:43: Dazu zählen vor allem Kambodscha, Myanmar und Sri Lanka.
00:02:47: In Sri Lanka dürfen private Autofahrer derzeit über ein QR-Code-System wöchentlich nur noch twentyfünf Liter Benzin beziehen.
00:02:54: Auch in Cambodia ist die Versorgung laut Deutsche Welle stark eingeschränkt, rund ein Drittel aller Tankstellen musste schließen.
00:03:01: Myanmar setzt hingegen auf ein anderes Rationierungsmodell – ein gerade ungerades System legt anhand des KFZ Kennzeichen fest, an welchem Tag Fahrzeuge tanken dürfen.
00:03:11: Japan bezieht neunzig Prozent seines Öls aus dem Nahen Osten.
00:03:15: Neue Hinweise auf groß angelegte Militäroperationen im Iran und blockierte Schifffahrtsrouten setzen Japan zunehmend Unterdruck.
00:03:22: Wie News on Japan berichtet, gehen Analysten davon aus dass zahlreiche Öltanker ihr Ziel derzeit nicht erreichen weil sie auf anderen Routen feststecken.
00:03:31: Dadurch verschärft sich die ohnehin angespannte Versorgungslage zusätzlich.
00:03:35: Japan deckt rund neunzig Prozent seines Ölbedarfsüberlieferungen aus dem Nahen Osten.
00:03:40: Die Folgen sind im Land bereits deutlich spürbar.
00:03:42: Drei große Verkehrsverbände forderten in der Zentrale der liberal-demokratischen Partei rasche staatliche Unterstützung, da die Branche die stark gestiegenen Kraftstoffkosten nicht mehr allein tragen könne.
00:03:54: Logistikunternehmen wie Yanagawa und Yu warnen das Diesel inzwischen etwa vierzig Prozent ihrer Betriebskosten ausmacht.
00:04:01: Jede weitere Preissteigerung treibt die Unternehmen tiefer in die Vorlustzone.
00:04:05: Gleichzeitig beginnen Lieferanten Treibstofflieferungen einzuschränken, insbesondere Entfirmen mit eigenen Tanklagen die teils nur noch Bruchteile ihrer Bestellung erhalten.
00:04:15: Vertreter der Logistikbranche sprechen von einer Gefährdung des wirtschaftlichen Sauerstoffs.
00:04:20: Sollte der Transport in Stocken geraten könnten landwirtschaftliche Produkte aus Regionen wie Fukuoka wichtige Absatzmärkte etwa Tokio nicht mehr erreichen – auch das Gesundheitswesengerät unter Druck.
00:04:31: Spritzen, Infusionsleitungen und Handschuhe bestehen aus erdölbasierten Kunststoffen deren Preise steigen und deren Verfügbarkeit sinkt.
00:04:39: Kliniken können die Mehrkosten kaum weitergeben.
00:04:42: Ärzte waren bereits verengpessen bei Einwegmaterialien, die für lebenswichtige Behandlungen wie Dialysen unverzichtbar sind.
00:04:50: Indien erhöht Importe aus Russland.
00:04:53: Aufgrund der G-Sieben-Sanktionen gegen Russland ist Japans Handlungsspielraum begrenzt.
00:04:58: Die Regierung reagierte mit der Freigabe von acht Komma fünf Milliarden Litern aus nationalen Reserven sowie mit umfangreichen Benzinsubventionen.
00:05:05: Experten warnen jedoch, dass das Land trotz strategischer Vorräte für rund zweihundertneinunddreißig Tage langfristig verwundbar bleibt.
00:05:13: Alternative Lieferquellen bringen zusätzliche logistische Herausforderungen mit sich.
00:05:17: Tanker aus dem Nahen Osten benötigen etwa drei Wochen bis Japan Lieferungen aus dem Süden, der USA rund fifty-fünfzig Tage und das Ecuador etwa siebenundzwanzig Tage.
00:05:27: Die längeren Transportwege treiben zudem die Kosten weiter in die Höhe.
00:05:31: Auch andere asiatische Staaten suchen nach Wegen Energie zu sparen und die Bevölkerung vor stark steigenden Preisen zu schützen.
00:05:37: Auf den Philippinen arbeiten viele Regierungsangestellte derzeit nur noch vier Tage pro Woche berichtet The Guardian.
00:05:44: An Tankstellen bilden sich lange Schlangen.
00:05:45: Präsident Markus rief den Energienotstand aus, in Vietnam baden Behördenunternehmen verstärkt Homeoffice zu ermöglichen, Indien wiederum setzt Marinerskorten für Öltanker ein und erhöht gleichzeitig seine Importe aus Russland.
00:06:00: Afrika – steigende Preise und staatliche Entlastungsmaßnahmen.
00:06:04: Auch Südafrika steht vor deutlichen Preiserhöhungen für Kraftstoffe.
00:06:08: Vor allem Diesel verteuert sich seit dem ersten April erheblich.
00:06:12: Um die Belastung abzufedern, senkt die Regierung die Treibstoffsteuer vorübergehend um umgerechnet fünfzehn Zentro-Liter.
00:06:18: Wie die Wirtschaftsplattform My Broadband berichtet gilt die Maßnahme zunächst bis zum fünften Mai – ein Großhändler warnt er zudem Die Nachfrage der Landwirtschaft könne bereits nicht mehr vollständig gedeckt werden was Lebensmittelengpässe und steigende Preise nach sich ziehen könnte.
00:06:34: Mehrere afrikanische Staaten versuchen ebenfalls, ihre Bevölkerung zu entlasten.
00:06:38: Namibia halbiert seine Treibstoffabgaben während Kenya-Einnahmen aus seiner Eidölförderabgabe nutzt um Preise zu stabilisieren.
00:06:46: dennoch kommt es viele Orts bereits zur Lieferengpässe.
00:06:50: In Äthiopien fordern einige Unternehmen ihre Beschäftigten auf von Zuhause auszuarbeiten um den Treibstoffverbrauch zu senken.
00:06:57: Autofahrer warten teils tagelang an Tankstellen.
00:07:00: Ägypten verhängte trotz zusätzlicher Ölimport aus Libyen eine nächtliche Ausgangssperre für Restaurants und Einzelhandel ab einundzwanzig Uhr.
00:07:08: In Somalia haben sich die Treibstoffpreise mehr als verdoppelt, auch Mali- und Botswana meldeten deutliche Preissteigerungen.
00:07:15: Nigerias Versorgung bleibt dank der Dangote Refinerie stabil – dennoch steigen auch dort die Preise an ins Hubsäulen.
00:07:22: Australien & Neuseeland planen Notfallmaßnahmen.
00:07:25: Australien stellte nach einer Kabinettssitzung einen vierstufigen nationalen Treibstoff-Sicherheitsplan vor.
00:07:31: In der höchsten Stufe sollte Versorgungen kritische Bereiche wie Rettungsdienste und Energieversorger priorisiert werden, berichtet ABC News.
00:07:39: Ein vergleichbares Modell existiert auch in Neuseeland – dort trat bereits die erste Stufe eines vierteiligen Notfallplans in Kraft.
00:07:46: Nach Angaben von Radio New Zealand erinnert das Konzept an Maßnahmen während der Corona-Pandemie.
00:07:55: China verschärft Lage in Asien.
00:07:58: Keine akuten Versorgungsprobleme melden derzeit die USA und Kanada, die über große eigene Ölressourcen verfügen.
00:08:04: dennoch dürften auch dort die Preise steigen da beide Länder Teil des globalen Energiemarktes sind.
00:08:10: Ähnliches gilt für Brasilien Norwegen und die Golfstaaten.
00:08:14: China hatte bereits am zwölften März sämtliche Exporte von Diesel Benzin und Kerosin zunächst bis Monatsende gestoppt um die eigene Versorgung zu sichern.
00:08:23: Diese Maßnahme wurde nun ohne neues Enddatum in den April verlängert und hat die Lage in mehreren asiatischen Staaten zusätzlich verschärft.
00:08:30: Ausgenommen bleiben lediglich kleinere staatlich genehmigte Lieferungen an besonders betroffene Länder wie Bank der Desh, Myanmar, Sri Lanka, dem Malediven und Vietnam.
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