Nahost-Krise, Ukrainekrieg, globale Machtkämpfe – wie hängt alles zusammen? | Nr. 9004

Shownotes

Von Ölhandel über militärische Allianzen bis hin zu langfristigen geopolitischen Strategien: Wirtschaftsforscher Sergey Aleksashenko ordnet im Interview mit Epoch Times ein, wie sich die mächtigsten politischen Akteure der Zeit zueinander verhalten und ob Chancen auf Annäherung bestehen.

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00:00:00: Willkommen zum EpochThumbs Podcast mit dem Thema Nahost-Krise, Ukraine Krieg, globale Machtkämpfe.

00:00:06: Wie hängt alles zusammen?

00:00:09: Ein Meinungsartikel von Sergei Alexashenko bearbeitet von Diablo vom vierzehnten März.

00:00:14: zwanzig sechsundzwanzig

00:00:16: am Mikrofon Alexander Sieber.

00:00:18: Von Ölhandel über militärische Allianzen bis hin zu langfristigen geopolitischen Strategien.

00:00:24: Wirtschaftsforscher Sergey Aleksashenko ordnet im Interview mit Epoch Times ein, wie sich die mächtigsten politischen Akteure der Zeit zueinander verhalten und ob Chancen auf Annäherung bestehen.

00:00:37: Die von den USA vermittelten Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine kommen bislang nicht voran – nun blickt's die Welt auf einen weiteren Krisenherd im Nahen Osten!

00:00:46: Hinter den aktuellen Konflikten steckt ein kompliziertes Geflecht wirtschaftlicher- und geopolitischer Interessen.

00:00:52: Der russische Wirtschaftsforscher Sergei

00:00:54: Alexhashenko erklärte

00:00:56: im Interview mit Epoch Times, welche Rolle Russland für die USA spielt, welches Interesse China am Ukrainekrieg hat und wie der Bruch zwischen Russland und den europäischen Staaten überwunden werden könnte.

00:01:07: Sergei Alekshashenko war von threehundneinzig bis neunzehnfünfundneinzig stellvertretender Finanzminister Russlands anschließend bis neunsundneintzig stellvertreter Chef der russischen Zentralbank bevor er zunehmend in Opposition zum Kreml trat.

00:01:36: Die geplanten Verhandlungen in Abu Dhabi wurden verschoben.

00:01:45: Das zeigt, dass die Entwicklungen rund um den Iran durchaus Einfluss auf Gespräche haben.

00:01:50: Dennoch ist es aus meiner Sicht noch zu früh, daraus strategische Schlussfolgerungen zu ziehen.

00:01:55: Viel hängt davon ab wie lange dieser Krieg dauert.

00:01:58: Fest steht allerdings militärische Operationen im Iran und in der Region lenken die Aufmerksamkeit von Präsident Donald Trump kurzfristig weg von der Ukraine.

00:02:13: Zwischen Russland und dem Iran gibt es eine umfassende Vereinbarung über alles Mögliche.

00:02:18: Freundschaft, militärische Unterstützung usw.

00:02:20: Allerdings gab es keine Formulierung das Russland im Fall eines Angriffs dem Iran helfen müsse.

00:02:26: Wir sehen nun den zweiten Angriff der USA innerhalb eines Jahres und Russland hat nicht eingegriffen.

00:02:31: Russland lieferte dem Iran zeitweise Waffen- und Verteidigungssysteme allerdings nur in geringen Mengen.

00:02:37: Während des Zwölfttagekriegs im Juni twenty-fünfundzwanzig wurde die Luftverteidigung des Iran weitgehend zerstört und Russland lieferte keine neuen Systeme, um sie wieder aufzubauen.

00:02:53: Ich würde nicht sagen, dass der Konflikt im Iran wirtschaftlich große Auswirkungen auf Russland hat.

00:02:58: Denn der Handel zwischen beiden Ländern war ohnehin nicht stark ausgeprägt.

00:03:01: Russland had zwar versucht, wirtschaftliche Kooperationen mit dem Iran aufzubauen indem es mit seinen eher einfachen Maschinen Ausrüstungen und Produkten bestimmte Marktsegmente im Iran zu erschließen suchte.

00:03:12: Dies war jedoch nur begrenzt erfolgreich!

00:03:15: Ein wichtiger Handelsbereich zwischen beiden Ländern ist Getreide.

00:03:18: Russland ist ein wichtiger Weizendifferenz des Iran.

00:03:21: Doch auch hier ist die wirtschaftliche Bedeutung insgesamt überschaubar.

00:03:25: And how does

00:03:26: oil business look like?

00:03:28: Alex Aschenko –

00:03:29: es ist kein Geheimnis, dass steigende Ölpreise Russlands zugute kommen.

00:03:33: Vor der militärischen Operation der USA und Israels gegen den Iran lag der Durchschnittspreis für russisches Exportöl laut dem russischen Wirtschaftsministerium bei USD.

00:03:44: Russland exportiert täglich sechs Komma acht bis sieben Millionen Barrel einschließlich Raffinerie-Produkten.

00:03:49: Bei einem heutigen Preis von Achtzig Dollar pro Barrel bedeutet das zusätzliche Einnahmen von rund zweihundertvierzig bis zweinhalbfünfzig Millionen Dollar pro Tag.

00:03:58: Etwa sechzig Prozent dieser Summe fließen in den Bundeshaushalt, also rund hundertfünftig Millionen Dollar täglich.

00:04:04: Aufgrund der Steuerregelungen wird diese Betrag jedoch erst Ende April im Haushalt verbucht.

00:04:09: Die russische und iranische Wirtschaft sind ziemlich ähnlich.

00:04:12: Beide sind stark von der Ölproduktion und dem Export abhängig, dadurch stehen sie in Konkurrenz zueinander – vor allem weil beide Länder unter westlichen Sanktionen leiden!

00:04:21: Sie konkurrieren um Märkte in China und Indien und versuchen ihr Öl zu einem günstigeren Preis anzubieten.

00:04:28: Apoktymes

00:04:29: Ihre Einschätzung nach hängt der Handel zwischen China und Russland stark von einer Entwicklung der globalen Ölpreise ab.

00:04:35: Rücken beide Länder jetzt wirtschaftlich näher zusammen?

00:04:39: Das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

00:04:41: Kurzfristig hat Russland nur sehr begrenzte Möglichkeiten, seine Ölexporte nach China schnell zu erhöhen.

00:04:47: Russland verfügt über zwei Pipelines nach China die zusammen etwa vierzig Millionen Tonnen Öl pro Jahr transportieren

00:04:53: können.

00:04:54: Außerdem gibt es einen Hafen im fernen Osten mit einer Kapazität von achtzig Millionen tonnen pro Jahr wovon ein großer Teil nach China geht.

00:05:01: Insgesamt exportiert Russland also etwa Hundert Millionen Tonne Öl nach China.

00:05:06: Neue Pipelines können kurzfristig nicht gebaut werden, weder nach China noch in den fernen Osten.

00:05:11: Der Bau würde Jahre dauern – außerdem achtet China darauf bei bestimmten Rohstoffen nichts zu stark auf einen einzigen Anbieter angewiesen zu sein.

00:05:19: Erpoch Times

00:05:20: Welche Alternativ Martina um seine Ölversorgung zu sichern?

00:05:24: Alex Zaschenko

00:05:25: Es gibt zwar weitere Exportmöglichkeiten über die Ostsee doch wenn man Öl von dort nach China transportieren möchte, dauert das etwa fünfzig Tage.

00:05:33: Selbst wenn heute ein Abkommen unterzeichnet würde, käme das Öl erst rund zwei Monate später an.

00:05:38: Ob China oder chinesische Unternehmen bereit wären dieses Risiko einzugehen ist unklar.

00:05:44: Wir müssen auch berücksichtigen dass weltweit große Mengen Öl auf Tankschiffen gelagert werden sogenanntes Floating Storage.

00:05:50: China könnte also bei dringendem Bedarf zusätzliches Öl aus dem Spotmarkt kaufen.

00:05:55: Allerdings besitzt China selbst enorme Ölreserven, mehr als ein bis zwei Milliarden Barrel.

00:06:00: Das entspricht rund drei bis vier Monaten seiner Importmenge.

00:06:03: Deshalb sehe ich derzeit kein Interesse Chinas seine Ölimporte aus Russland kurzfristig deutlich zu erhöhen.

00:06:09: Wahrscheinlich wird China zunächst abwarten wie sich die Krise im Nahen Osten entwickelt.

00:06:14: Epoptimes

00:06:15: Wie würden sie Beziehung zwischen Russland und China beschreiben?

00:06:18: Alexa Schenko

00:06:19: Für China bleibt Russland historisch betrachtet eine Bedrohung.

00:06:23: Trotz aller Freundschafts-Gesten bleibt die chinesische Haltung gegenüber Russland vorsichtig.

00:06:28: China hat die Ereignisse im neunzehnten Jahrhundert, das Ende des Zweiten Weltkriegs und der sowjetischen Abzüge von Industriausrüstung aus der Manscherei nicht vergessen.

00:06:37: Auch die militärischen Konflikte zwischen der Sowjetunion und China in den späten Neunzehnsechzigerjahren hat man nicht vergessen!

00:06:46: Aber China unterstützt Russland im Krieg gegen die Ukraine – warum?

00:06:51: Zunächst einmal haben wir keine offiziellen Belege dafür, dass China Russland während des Krieges direkt mit Waffen-, Munition-, Waffentechnologien oder anderen militärisch nutzbaren Gütern unterstützt hat.

00:07:02: Was Peking liefert sind sogenannte Dual-Use-Produkte also Güter die sowohl zivil als auch militärische genutzt werden können.

00:07:09: Wir haben festgestellt das die Lieferungen solcher Komponenten deutlich gestiegen sind teilweise um das zehn bis dreißigfache.

00:07:15: Das ist eine Reaktion des Marktes auf den Nachfrage.

00:07:18: Wirtschaftlich spielt das für China keine große Rolle.

00:07:21: Ich denke aber, dass China von einem langwierigen Krieg politisch gesehen profitiert.

00:07:25: Da ein schwaches Russland für China von Vorteil ist.

00:07:28: Während sich die USA und Europa auf den Konflikt in der Ukraine konzentrieren gewinnt China im Pazifik und Südostasien mehr Handlungsspielraum.

00:07:37: Ein weiterer wichtiger Punkt ist das China die Entwicklungen in der Ukraine genau beobachtet Anhand der Reaktionen des Westens kann.

00:07:43: China muss dafür einen möglichen Konflik mit den USA im Pacific ableiten.

00:07:47: Das ist für China strategisch sehr vorteilhaft.

00:07:50: Epoch Times,

00:07:51: Sie sagten ein schwaches Russland ist für China vorteilhaft.

00:07:54: Ist es denkbar dass Putin sich von China abwendet und sich mit den USA verbündet?

00:08:00: Alexaschenko

00:08:00: ich denke nicht das Putin seine Politik ändert.

00:08:03: aber lasst uns einen Szenario durchspülen eine Zeit nach putin sagen wir in fünfundzwanzig Jahren.

00:08:09: Eine neue Führung Russlands könnte sagen dass China kein verlässlicher Partner ist Dass China die russische Wirtschaft nicht unterstützt keine Technologie liefert und keine Investitionen tätigt.

00:08:20: In diesem Fall könnte Russland sich wieder dem Westen zuwenden, ähnlich wie Japan und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.

00:08:26: Für China wäre das eine ernsthafte Gefahr – ein riesiges Nachbarland im Norden mit einer langen gemeinsamen Grenze und einem umfangreichen Nuklea Arsenal stünde plötzlich als potenzielle Bedrohung dar!

00:08:38: Heute gilt Russland als einziger Verbündeter an Chinas Grenzen.

00:08:41: Nordkorea ist ebenfalls ein verbündeter aber komplizierter und kleiner.

00:08:45: Alle anderen Nachbarn wie Indien, die Länder im südchinesischen Meer, Südkorea, Japan und Taiwan stehen in einem Spannungsverhältnis zu China.

00:08:53: Teilweise mit offenen Konflikten oder Hybriden auseinandersetzungen.

00:08:57: China wäre also von potenziell feindlichen Ländern umgeben.

00:09:01: Epoch Times!

00:09:01: Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario?

00:09:03: Alex Hatschenko

00:09:04: Es ist ein generationale Ansatz – es funktioniert in China im Westen jedoch nicht.

00:09:09: Die politischen Zyklen sind in den USA und den europäischen Ländern zu kurz.

00:09:13: Kein US-Präsident denkt weit über seine zweite Amtszeit hinaus.

00:09:17: Bei Präsident Trump endet die politische Perspektive, zwanzig achtundzwanzig.

00:09:22: Wir würden Sie die Russlandsstrategie von President Trump einordnen?

00:09:27: Die pragmatische Strategie der neuen US-Regierung besteht darin, die Beziehungen zu Russland zu stabilisieren einen direkten militärischen Konflikt zu vermeiden und eine Einigung auf einen Waffenstillstand im Rahmen des hybriden Krieges anzustreben.

00:09:40: Man möchte nicht unnötig Zeit und Ressourcen auf Russland verschwenden, sondern sich auf China konzentrieren.

00:09:46: Ziel ist es also die Hände frei zu haben ohne Russland aktiv

00:09:49: zu bekämpfen.

00:09:51: Epoktimes!

00:09:52: Halten Sie es grundsätzlich für möglich dass der Bruch zwischen Russland und Europa überwunden werden könnte?

00:09:58: Alex Aschenko Ja das denke ich.

00:10:00: Die Grund Idee dafür leitet sich aus historischen Erfahrungen ab.

00:10:04: Als die Sowjetunion zusammenbrach versäumte er es der Westen aus der Erfahrung des Zweiten Weltkriegs zu lernen.

00:10:10: Nach dem Krieg wurden Deutschland und Japan besiegt, die USA sowie die europäischen Länder wollten zunächst nicht dass diese Länder wirtschaftlich, politisch oder militärisch wieder aufsteigen.

00:10:20: Dennoch waren beide Länder zehn Jahre später wohlhabend und Mitglied westlicher, wirtschaftlicher, politischer und militärischer Bündnisse.

00:10:27: Man kann es sich vorstellen wie einen Tango, ein Tanz für zwei.

00:10:31: Russland muss den Willen haben, sich dem westlichen System anzunähern aber der Westen muss erkennen dass gute Beziehungen nicht möglich sind solange Russland kein Teil westlicher wirtschaftlicher und militärischer Strukturen ist.

00:10:43: Es geht also um eine strategische Partnerschaft.

00:10:46: Epoch Times

00:10:46: was müsste dafür geschehen?

00:10:48: Alex Hachenko

00:10:49: Europa muss ich fragen will es einen Feind an seiner östlichen Grenze haben?

00:10:54: wenn ja dann tut man am besten nichts.

00:10:56: Will man aus einem Feind einen Freund machen, braucht es politischen Willen und aktive Anstrengungen.

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