Irankrieg treibt Gaspreise: Neue Risiken für Deutschlands Wirtschaft | Nr. 8949
Shownotes
Nach den Angriffen auf den Iran steigen die Gaspreise spürbar. Eine Blockade der Straße von Hormus könnte den Markt nun empfindlich erschüttern. Für Deutschland drohen höhere Energiekosten. Das hat Folgen für Industrie und Verbraucher.
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00:00:00: Willkommen zum Epochthams Podcast mit dem Thema Eskalation erschüttert die Energiemärkte.
00:00:05: Iran-Krieg treibt Gaspreise, neue Risiken für Deutschlands Wirtschaft.
00:00:10: Ein Artikel von Patrick Langendorf vom vierten März zwanzig sechsundzwanzig am Mikrofon Alexander Sieber.
00:00:16: Nach den Angriffen auf den Iran steigen die Gaspreisen spürbar.
00:00:19: eine Blockade der Straße von Hormuz könnte den Markt nun empfindlich erschüttern.
00:00:24: Für Deutschland drohen höhere Energiekosten.
00:00:27: das hat Folgen für Industrie und Verbraucher.
00:00:30: Die Energiemärkte reagieren nervös.
00:00:32: Nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran ist der Großhandelspreis für Erdgas gestiegen.
00:00:38: Wie der Blog des Finanzunternehmens Futubull aus Hongkong schreibt, könnte eine einmonatige Unterbrechung in der Straße von Hormuz die Gaspreise in Europa um bis zu hundertdreißig Prozent in die Höhe treiben.
00:00:50: Das Unternehmen beruft sich hierauf Berechnungen der US Investment Bank Goldman Sachs.
00:00:55: Laut Zahlen des Finanzpartals Börse.de lag der Preis für Gas am sechsenzwanzigsten Februar zum Börsenende bei US-Dollar pro Million British Thermal Units, am Mittwoch Vormittag kletterte der Preis auf USD nach USD drei Kommando.
00:01:09: Das ist ein Preisanstieg von über sieben Prozent innerhalb weniger Tage.
00:01:13: Für Deutschland sind diese Entwicklungen keine guten Nachrichten.
00:01:16: Im November zwanzig vierundzwanzig veröffentlichte die Deutsche Bundesbank ein Studie, die untersucht wie Angebots-Schocks um den sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Erdgasspeichern, die Erdgaspreise und die Industrieproduktion in Deutschland beeinflussen.
00:01:30: Ausgangspunkt der damaligen Untersuchungen war der Beginn des Kriegs in der Ukraine, der den deutschen Erdgaßmarkt damals in eine historische Ausnahmesituation versetzte.
00:01:40: Auf dem Höhepunkt der Krise lag der Preis für einmonatige Gasfutures zeitweise zwölfmal so hoch wie im Jahr twenty-ninzehn.
00:01:47: Ohne negative Angebotschochs, so die Studie, wäre der reale Gaspreis im Sommer zweiundzwanzig rund dreißig Prozent niedriger gewesen.
00:01:55: Gleichzeitig spielten Nachfrageschwankungen eine Rolle – eine starke Speichüberfüllung vor dem Winter, so Benachholeffekte nach der Pandemie trieben die Preise während späterer Einsparungen der Industrie dämpfend wirkten!
00:02:08: Bemerkenswert war jedoch laut der Bundesbank die Robustheit der deutschen Wirtschaft.
00:02:12: Trotz massiver Preisausschläge reagierte die Industrieproduktion vergleichsweise moderat.
00:02:18: Simulationen, die die Ökonomien für die Studie vorgenommen hatten zeigten allerdings dass ein vollständiger Wegfall russischer Emporte oder einen deutlich kälterer Winter die Lage erheblich verschärft hätten.
00:02:28: Leere Garspeicher so die Studier wären in diesem Fall nicht ausgeschlossen gewesen.
00:02:33: Die Autorinnen kommen zu dem Schluss, dass Deutschland zwar strukturell anfällig für Energieschocks ist, zugleich aber eine beachtliche Anpassungsfähigkeit bewiesen hat.
00:02:41: Die Erfahrungen aus dem Jahr twenty-zweiundzwanzig haben gezeigt wie schnell geopolitische Spannungen in realer ökonomischer Überlastung umschlagen können – die damalige Ampelregierung reagierte mit Milliarden schweren Entlastungspaketen, Preisbremsen und Notfallplänen.
00:02:56: Jetzt, gut vier Jahre später ist die strukturelle Verwundbarkeit zwar geringer aber trotzdem bleibt die Abhängigkeit vom Weltmarkt.
00:03:03: Genau hier liegt das Risiko für Deutschland!
00:03:07: Riesige Gasressourcen – wenig Exportkapazität.
00:03:11: Ende Januar veröffentlichte Forscher der Columbia School of International and Public Affairs einer der weltweit führenden Fakultäten für internationale Angelegenheiten, die an der Columbia University in New York angesiedelt ist einen Beitrag zu den Gasvorkommen im Iran.
00:03:26: Der Iran verfügt, so die Forscher mit rund vierunddreißig Billionen Kubikmetern über die zweitgrößten Gasreserven der Welt nach Russland.
00:03:33: Und produziert er zwanzig-vierundzwanzig mit zweihundertdreiundsechzig Milliarden Kubikmeter mehr Gas als fast alle anderen Staaten – nur die USA und Russland lagen darüber!
00:03:42: Trotz dieser enormen Ressourcen bleibt das Exportpotenzial des Landes jedoch begrenzt.
00:03:47: Jahrzehnte lange internationale Sanktionen haben Investitionen erschwert.
00:03:51: Beim Lagerstätendruck also….
00:03:53: dem natürlichen Druck in einem Gasfeld, der das Gas an die Oberfläche drückt wird es deutlich.
00:03:58: Singt dieser Druck im Laufe der Förderung muss er mit moderner Technik stabilisiert werden – diese fehlt im Iran.
00:04:04: Hinzu kommt dass das wichtigste Fördergebiet des Landes, das South Paris-Gasfeld im Persischen Golf rund achtzig Prozent der iranischen Produktion liefert und altersbedingt zunehmend weniger Gas hervorbringt.
00:04:16: Währenddessen baut Qatar, da sich das Feld mit dem Iran teilt seiner LNG-Export Kapazitäten massiv aus.
00:04:23: Zugleich bindet der hohe, stark subventionierte Inlandsverbrauch erhebliche Mengen insbesondere in den Wintermonaten.
00:04:29: Hinzu kommen beträchtliche Verluste durch Abfackeln sowie der wachsende Bedarf an Gas zur Stabilisierung alternder Ölfelder.
00:04:37: Zwar exportiert Teheran Pipeline-Gas in die Türkei, in den Irak und nach Armenien.
00:04:41: Und ist dann mehreren Tauschgeschäften mit Azerbaijan und Turkmenistan beteiligt – doch wiederholte Lieferkürzungen, auslaufende Verträge und Sanktionsrisiken nähern Zweifel an der Verlässlichkeit, so die Forscher der Kalambia University.
00:04:55: Selbst ein zwanzigvierundzwanzig vereinbartes und später deutlich reduziertes Importabkommen mit Russland verweist auf strukturelle Versorgungsengpässe.
00:05:03: So steht ein Land mit enormen Ressourcen-Reichtum, einem Exportmodell gegenüber das technologisch finanziell und geopolitisch unter Druck geraten ist – und dessen Einfluss auf die internationalen Gasmärkte entsprechend begrenzt bleibt.
00:05:16: Für Deutschland und Europa bedeutet es, dass es in der Vergangenheit keine nennenswerten Gases im Porter aus dem Iran gegeben hat.
00:05:22: Vorerst sind diese angesichts des technischen Zustands der Anlagen ebenso wenig zu erwarten.
00:05:28: Zudem gelten seit twentyfünfzehn verschärfte Sanktionsmaßnahmen seitens der EU gegen den Iran.
00:05:33: Demnach sind die Einfuhr, die Beförderung und der Erwerb von Erdgas aus dem Iran verboten.
00:05:39: Entscheidender ist jedoch die geopolitische Dimension des Konflikts.
00:05:42: Die Straße von Homus – eine der weltweit wichtigsten Energietransitroten – ist ein neuralgischer Punkt für Öl- und Flüssiggaslieferungen aus dem Nahen Osten.
00:05:51: Sperrung der Straße von homus trifft Deutschland.
00:05:53: Die Straße von Hormuz verbindet den persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem arabischen Meer.
00:05:59: Sie ist nur rund fünfzig Kilometer breit, an der engsten Stelle noch weniger.
00:06:03: Nur zwei jeweils rund drei Kilometer Breite Fahrrinnen sind für Schiffe befahrbar.
00:06:07: Diese Rinnen verlaufen durch iranisches und omanisches Hochheitsgebiet.
00:06:12: Die Abhängigkeit von diesem Seeweg ist in dieser Region enorm!
00:06:15: Staaten wie Saudi-Arabien, Qatar die vereinigten arabischen Emirate Kuwait und der Irak sind auf diesem Korridor ebenso angewiesen wie der Iran selbst.
00:06:24: Täglich werden große Mengen von Flüssigas über die Straße von Hormuz verschifft.
00:06:29: laut der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP sind die USA und Qatar die weltweit dominanten Akteure auf dem LNG Markt.
00:06:36: Weltweit ist Qatar der drittgrößte LNG Produzent und Exporteur und zweitgrößter Lieferant Europas.
00:06:43: In der zu Beginn des vergangenen Jahres veröffentlichte SVP-Studie kommen die Experten zu dem Ergebnis.
00:07:06: Über die Straße von Hormus exportiert Qatar fast sein gesamtes Flüssigas, eine Sperrung würde daher auch Deutschland und Europa treffen.
00:07:14: Schon die Androhung von Blockaden oder militärischen Zwischenfällen reicht aus um Versicherungsprämien für die Tankerflotten zu erhöhen.
00:07:21: Wie die Financial Times – FT in ihrer Samstag-Ausgabe berichtete – teilten Versicherer den Schiffseigenen mit dass sie die Prämienverschiffe erhöhen würden, die den persischen Golf und die Straße vom Hormuz passieren.
00:07:33: Die Preise dürften um bis zu fünfzig Prozent steigen.
00:07:36: Bisher lagen die Versicherungskosten nach FT-Angaben bei Null, zwei fünf Prozent der Wiederbeschaffungskosten eines Schiffes.
00:07:43: Für ein Schiff mit einem Wert von hundert Millionen Dollar wären nun statt zweitendfünfzigtausend Dollar in Zukunft dreihundertfünfundsiebzigtaussend Dollar pro Reise fällig.
00:07:53: Seit Montag, zweiter März ist die Straße von Hormuz wie mehrere Medien übereinstimmend berichten – offiziell vom Iran gesperrt.
00:07:59: Der Iran werde jedes Schiff unter Beschuss nehmen.
00:08:02: das Versuche, die mehr enge zu passieren wird der Chef der iranischen Revolutions gerade zitiert.
00:08:07: Die Europäische Kommission hat am Dienstag nach einer Sondersitzung in Brüssel die Einsetzung eines Krisenstabs beschlossen.
00:08:13: Er soll u.a.
00:08:14: Reaktionen auf ihre sanfteigenden Energiepreise planen.
00:08:18: Unterdessen hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, den vom Iran bedrohten Schiffsverkehr in der Straße von Hormos abzusichern.
00:08:24: Zitat – falls erforderlich wird die US Marine sobald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hermos zu esquartieren kündigte er auf Truth Social am Dienstag an.
00:08:35: Unter allen Umständen würden die USA den freien Fluss von Energie für den Rest der Welt sicherstellen.
00:08:41: Industrie zwischen Kosten, Explosion und Standortfrage.
00:08:45: Besonders energieintensive Branchen stehen in Deutschland nun zusätzlich unter Druck.
00:08:49: Dazu gehören etwa die Chemieindustrie, Stahlwerke, Glashersteller oder Papierfabriken.
00:08:54: In diesen Industrien ist Energie ein zentraler Kostenfaktor.
00:08:58: Gleichzeitig sind die Gewinnmarischen aufgrund des internationalen Wettbewerbs oft gering steigen Gas und Strompreise stark geraten ihre Kalkulationen schnell unter Druck.
00:09:07: Die aktuelle Entwicklung trifft auf eine ohnehin fragile Konjunktur.
00:09:11: Deutschlands Wirtschaft kämpft mit schwacher Nachfrage, hohen Zinsen und strukturellen Transformationskosten.
00:09:17: Ein erneuter Energieschock könnte Investitionsentscheidungen verzögern oder ganz verhindern – die Standortsdebatte war auch durch Subventionen der schwarz-roten Bundesregierung im vergangenen Jahr etwas abgeebt.
00:09:29: Nun gewinnen sie wieder an Schärfe!
00:09:31: BDI-Präsident Peter Leibinger forderte bei der Jahresauftaktpressekonferenz im Januar die Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum von der Bundesregierung ein, Zitat.
00:09:40: Ein Wirtschaftswachstums von einem Prozent wäre nach drei Jahren Stagnation ein Hoffnungssignal – Die Stimmung in der Industrie bleibt jedoch fragil.
00:09:48: Die Industrie wird im Jahr zum Jahr im Jahr vorhin verausichtlich schwächer wachsen als die Gesamtwirtschaft", so Leibiger damals Vorjournalisten.
00:09:55: Nur wenn man jetzt der Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum hohe Priorität gebe, könne man den Abwärtstrend der Industrieproduktion stoppen – so der Verbandspräsident.
00:10:05: Eine gute Woche vor Beginn der Militärschläge auf den Iran.
00:10:08: Nun könnte die Lage durch Preisexplosionen auf dem Gasmarkt für viele Unternehmen wieder unplanbarer werden.
00:10:13: Planbarkeit ist für Industrieunternehmen entscheidend.
00:10:16: Volatile Energiepreise erschweren langfristige Verträge, Kalkulationen- und Preissetzungen.
00:10:22: Besonders problematisch ist, dass Energiepreise weit über den unmittelbaren Verbrauch hinauswirken.
00:10:27: Gas und Strom sind nicht nur direkte Kostenfaktoren für Industrieanlagen oder Heizsysteme – sie stecken auch in zahlreichen Vorprodukten wie Stahl-, Chemikalien- oder Kunststoffen, die energieintensiv hergestellt werden.
00:10:39: Hinzu kommen steigende Transportkosten etwa für LKW Logistik oder Schifffahrt sowie höhere Ausgaben für energieabhängige Dienstleistungen.
00:10:47: Verteuert sich Energie, erhöht das daher die Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
00:10:52: Das ist ein Effekt, der sich schließlich in höheren Preisen für Unternehmen und Verbraucher niederschlägt.
00:10:58: Verbraucher spüren Entwicklung.
00:10:59: später.
00:11:01: Noch sind die höheren Großhandelspreise nicht vollständig bei den Haushalten angekommen.
00:11:05: Viele Verbrauche profitieren von längerfristigen Lieferverträgen oder stabilen Tarifen.
00:11:10: Doch Energiewersorger sichern sich am Markt ab.
00:11:12: Steigen dort – die Preise dauerhaft folgen mit Verzögerung Preisanpassungen.
00:11:17: Für private Haushalte bedeutet das steigende Heizkosten und womöglich höhere Abschläge im kommenden Winter.
00:11:23: Auch indirekte Effekte sind wahrscheinlich.
00:11:25: Wenn Unternehmen höhere Energiekosten weitergeben, steigen die Preise für Güter des täglichen Bedarfs.
00:11:30: Die wahren Inflation, die sich zuletzt abgeschwächt hatte könnte wieder in Dynamik gewinnen.
00:11:35: Besonders kritisch ist die psychologische Komponente.
00:11:38: Nach Jahren multipler Krisen reagieren Verbraucher sensibel auf neue Belastungen.
00:11:42: Konsum Zurückhaltung könnte sich verstärken was die Binnenkonjunktur zusätzlich dämpft.
00:11:47: Im Januar stellt der BDI-Präsident Leibinger auf der Pressekonferenz noch fest, Zitat.
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