Festnahmen nach viralen Zug-Videos: Was sie über Chinas wirtschaftliche Lage verraten | Nr. 8877

Shownotes

In China wurden mehrere Bürger festgenommen, nachdem sie Videos von überfüllten, günstigen „grünen Zügen“ während des Mondneujahrs veröffentlicht hatten. Die Behörden werfen ihnen vor, falsche Informationen verbreitet und die öffentliche Ordnung gestört zu haben.

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00:00:00: Willkommen zum EpochThumbsPodcast mit dem Thema soziale Kontrolle.

00:00:04: Festnahmen nach viralen Zugvideos, was Sie über Chinas wirtschaftliche Lage verraten.

00:00:09: Ein Artikel von Alex Wu vom Zweiundzwanzigsten Februar.

00:00:12: zwanzig sechsundzwundzig am Mikrofon Alexander Sieber.

00:00:16: In China wurden mehrere Bürger festgenommen, nachdem sie Videos von überfüllten günstigen grünen Zügen während des Mond-Neujahrs veröffentlicht hatten.

00:00:25: Die Behörden werfen ihnen vor falsche Informationen verbreitet und die öffentliche Ordnung gestört zu haben.

00:00:31: Die chinesischen Behörden haben mehrere Bürger festgenommen, nachdem diese Videos von überfüllten Zügen der Economy-Klasse während des chinesische Neujahrs in sozialen Netzwerken veröffentlicht hatten.

00:00:41: Die Aufnahmen zeigten dicht gedrängte Reisende in alten grünen Zügen – viele standen in den Gängen oder saßen auf dem Boden und in den sozialen Medien wurden die Bilder als Ausdruck wirtschaftlicher Belastungen gewertet.

00:00:53: Zum wichtigsten Feiertag des Landes, dem Mondneujahr am siebzehnten Februar kommt es traditionell zum massiven Reiseverkehr.

00:01:00: Auch in diesem Jahr verbreiteten sich entsprechende Videos von Reisenden rasch im Netz und lösten breite Diskussionen aus.

00:01:06: Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die starke Nachfrage nach besonders günstigen Zugverbindungen ein Hinweis auf die angespannte wirtschaftliche Lage ist.

00:01:15: Behörden – öffentliche Ordnung gestört.

00:01:17: Chinesische Staatsmedien berichteten am siebzehnten Februar fünf Personen sein wegen der Veröffentlichung solcher Videos festgenommen und ihre Social Media Konten geschlossen worden.

00:01:27: Die Polizei wirft ihnen vor, falsche Informationen verbreitet und die öffentliche Ordnung gestört zu haben.

00:01:32: Konkret hätten Sie angeblich ältere Aufnahmen zusammengeschnitten und Zeitstempel verändert.

00:01:37: Offiziell betont – die kommunistische Führung des Landes Die wirtschaftliche Entwicklung verlaufe stabil und positiv.

00:01:43: Kritische Darstellungen, die ein anderes Bild vermitteln könnten, stehen daher besonders im Fokus der Behörden.

00:01:49: Bereits Anfang Februar hatten große chinesische Medien über die wieder zunehmende Beliebtheit der Grünen Züge berichtet – diese prägten in den Neunzehn-Achziger und Neunzelneinziger Jahren den Fernverkehr und gelten als deutlich langsamer und weniger komfortabel als moderne Hochgeschwindigkeitszüge.

00:02:05: Eine wirtschaftlich Entscheidung.

00:02:07: Wie die Digitale Zeitung The Paper berichtete, wurden die günstigen Grünen Züge während der diesjährigen Reisewelle zur ersten Wahl für Millionen Heimreisende.

00:02:16: Viele Verbindungen waren kurz nach Verkaufsstaat ausgebucht – im Vergleich zu Hochgeschwindigkeitszügen kosten Tickets für Grüne Züger oft nur ein Viertel oder weniger.

00:02:24: Besonders Menschen mit niedrierem oder mittlerem Einkommen, Wanderarbeiter und Studenten greifen daher auf diese Option zurück.

00:02:31: Das Nachrichtenportal, hundertsechzig.com meldete zudem zahlreiche Nutzerhetten in sozialen Medien von finanziellen Schwierigkeiten berichtet.

00:02:42: Dem Bericht zufolge greifen seit mehreren Jahren zunehmend Mehreisende für ihre Heimfahrten auf die günstigen grünen Züge zurück – als Kontrast wurden Bilder von vergleichsweise wenig ausgelasteten Hochgeschwindigkeitszügen verbreitet.

00:02:55: Zitiert wurde unter anderem ein Mann, der von Dongguang in der südchinesischen Provinz Guangdong in seiner Heimatprovinz Shandong reisen wollte.

00:03:02: Er sagte, die Fahrkarte für einen Hochgeschwindigkeitszug kostet eighthundert Yen, achtundneinzig Euro zwanzig.

00:03:08: Aber der Grüne Zug kostet nur zweihundert YEN, vierundzwanzig Euro fünfundfünfzig?

00:03:14: In sozialen Medien wurde die Entwicklung teils als Indikator für wirtschaftliche Probleme gewertet.

00:03:19: Beiträge verwiesen darauf, dass Hochgeschwindigkeitszüge während des wirtschaftlichen Aufschwungs stark ausgelastet gewesen seien, während nun günstiger Verbindungen überfüllt wirkten.

00:03:28: Andere nutzer schrieben an Gesicht zinkende Einkommen nehmen viele eine längere und unbequemere Reise in Kauf um Kosten zu sparen.

00:03:36: Ein weiterer Kommentar lauter desingemäß, die Entscheidung für die alten Züge sei weniger Ausdruck größerer Sparsamkeit als vielmehr folge finanzielle Einschränkungen.

00:03:46: Verscherfte Kontrollen.

00:03:47: Wang Xie-Min – ein Jurist aus der Provinz Hebei erklärt er im Neunzehnten Februar gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times dass die Behörden in vergleichbaren Fällen bislang meist lediglich die veröffentlichte Inhalte gelöscht hätten.

00:03:59: Eine unmittelbare Inhaftierung sei eher unüblig gewesen.

00:04:03: Nun werde für das Veröffentlichen von Videos über überfüllte grüne Züge verwaltungshaft verhängt.

00:04:09: Die stelle eine deutlich strengere Maßnahme dar und zähle zu den schwereren Sanktionen im Bereich der öffentliche Sicherheit, so lang.

00:04:16: Zugleich verwiese darauf dass laut Polizeidarstellung ältere Aufnahmen zusammengeschnitten worden seien.

00:04:21: Das bloße Zusammenfügen vorhandenen Materials sei jedoch nicht zwangsläufig mit einer Fälschung gleichzusetzen.

00:04:28: Juristisch beziehe sich die Verbreitung von Gerüchten in der Regel auf das Finden neuer Tatsachen, nicht allein auf eine veränderte zeitliche Einordnung.

00:04:36: Zwischen Zusammenfügen und Fälschen müsse daher rechtlich klar unterschieden werden.

00:04:41: Konsequentes Durchgreifend zur Stabilisierung.

00:04:44: Liu, ein Medienvertreter aus der Provinz Shaanxi, der aus Sicherheitsgründen nur mit seinem Nachnamen genannt werden möchte erklärte gegenüber der Epoch Times.

00:04:52: Der Reiseansturm zum Mond-Neujahr stehe jedes Jahr unter besondere Beobachtung.

00:04:57: in dieser Phase reagierten die Behörden besonders sensibel auf Diskussionen im Internet.

00:05:02: bei größeren Menschenansammlungen besteht die Sorge dass sich öffentliche Debatten rasch verbreiten könnten häufig beide zunächst eingegriffen und erst anschließend über Inhalte gesprochen.

00:05:12: Vor dem Hintergrund steigende Arbeitslosigkeit und wachsender sozialer Spannungen wertet Liu die öffentliche Bekanntgabe der Festnahmen als mögliches Signal der Abschreckung.

00:05:21: Wenn Diskussionen als potenziell ordnungsrelevant eingestuft würden, befänden sich Behörden in erhöhter Alarmbereitschaft.

00:05:28: Er schilderte zudem verstärkte Kontrollen selbst bei Warteschlangen vor Geschäften im Vorfeld des Neujahrsfestes – ein Vorgehen das er in dieser Form bislang nicht beobachtet

00:05:38: habe.".

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