Fritz Vahrenholt: Die Gasversorgung vor der Stunde der Wahrheit | Nr. 8807

Shownotes

In einem Gastkommentar spricht der ehemalige Hamburger Umweltsenator Prof. Fritz Vahrenholt unter anderem über die Herausforderungen, vor denen die deutsche Gasversorgung in den nächsten Tagen und Wochen steht, über verzögerte und ausbleibende LNG-Importe und eine technisch mögliche, aber politisch ungewollte Lösung.

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00:00:00: Willkommen zum Epoch Times Podcast mit dem Thema Fritz Warenholt, die Gasversorgung vor der Stunde der Wahrheit.

00:00:08: Ein Meinungsartikel von Prof.

00:00:09: Dr.

00:00:10: Fritz Warinholt vom elften Februar, zwanzig sechsundzwanzig.

00:00:14: am Mikrofon Alexander Sieber.

00:00:16: In einem Gastkommentar spricht er ehemalige Hamburger Umweltsenator Professor FritzWahrenholt unter anderem über die Herausforderungen, vor denen die deutsche Gasversorgen in den nächsten Tagen und Wochen steht überverzögerte und ausbleibende LNG-Importe, und eine technisch mögliche aber politisch ungewollte Lösung.

00:00:35: Die Abweichung der globalen Mitteltemperatur vom langjährigen Mittel der Satellitenmessungen hat sich im Januar leicht erhöht – sie liegt nun bei plus Nullkommadreifünf Grad Celsius über dem Mittelwert der vergangenen dreißig Jahre.

00:00:48: Dies ist der zweitgliedrigste Wert seit rund zweieinhalb Jahren!

00:00:52: Nur im Dezember zwanzig fünfundzwanzig war die Abwechung mit plus Null-Kommer drei Null Grad Celsius geringer, der Mitte zwanzig Dreiundzwanzig begonnene Abkühlungstränd ist dennoch ungebrochen.

00:01:03: Die Garspeicher leeren sich langsam – aber sicher!

00:01:08: Der durchschnittliche Gasverbrauch im Winter beträgt in Deutschland etwa vier Terawattstunden Erdgas pro Tag.

00:01:13: An kalten Tagen unter Minus fünf Grad Celsius steigt auf etwa fünf Terawatstunden.

00:01:18: an milderen Tagen sinkt er auf drei Terawätstunden.

00:01:22: Dieser Verbrauch wird gedeckt durch erstens Pipelingas?

00:01:25: Zweitens LNG, liquefied Natural Gas, verflüssigtes Erdgas.

00:01:30: Drittens Entnahme aus den im letzten Jahr gefüllten Gasspeichern.

00:01:34: Hierbei ist festzuhalten – die Pipeline-Importe belaufen sich zurzeit auf zwei Komma sieben Terawattstunden.

00:01:40: Rund vierzentig Prozent davon kommen aus Norwegen.

00:01:43: Vierentzwanzig Prozent aus den Niederlanden und einundzwanziger Prozent aus Belgien, Frankreich.

00:01:48: Die letzteren beiden Importe sind LNG, dass wohl die Niederlande, Belgien als auch Frankreich keine eigenen Erdgasquellen für den Export zur Verfügung haben.

00:01:57: Das macht diese Quellen verletzlich wenn in diesen Ländern eine eigene Knappheit vorliegt.

00:02:02: Der Speicherstand in den Niederlands liegt Stand acht der Februar bei neunzehn Komma sechs Prozent in Frankreich bei siebenundzwanzig Prozent.

00:02:11: Die aktuellen LNG-Importe in Deutschland belaufen sich auf etwa Nullkomma vier bis Nullkommer sechs Terawattstunden pro Tag über die Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Muckran.

00:02:22: Sie können zwar auf bis zu eine Terawatstunde hochgefahren werden allerdings muss berücksichtigt werden das zusätzliches LNG in Deutschland mit erheblicher Verzögerung ankommt.

00:02:31: Die Belade und Transportzeit eines LNG Tankers vom Golf von Amerika nach Bruns büttl dauert achtzehn Tage.

00:02:39: Die Entnahme von Erdgas aus den deutschen Speichern betrug im Januar etwa Null, vier bis eine Terawattstunde je nach kälte Situation.

00:02:46: Somit leeren sich die Speicher langsam aber sicher.

00:02:49: Der Füllgrad liegt ebenfalls mit Stand achter Februar bei siebenundzwanzig Prozent.

00:02:54: Diese Menge ist dem Prinzip auch entnehmba.

00:02:56: Das entscheidende Problem ist aber das mit sinkendem Füllstand auch der Druck sinkt und somit die Entnahmeleistung des Speichers abnimmt.

00:03:03: Uns trennt noch eine Kälteperiode vom Gasnotstand.

00:03:07: Schon unterhalb eines Füllstands von fünfzig Prozent geht die Entnahmerate Gasmenge pro Stunde aufgrund des geringeren Drucks zurück.

00:03:15: Bei fünfunddreißig Prozent Füllstand ist die Entname Rate bereits um zwanzig Prozent gesunken, darunter sinkt sie überproportional ab.

00:03:22: Unterhalb von zwanzich Prozent ist die entnahme rate so stark gesunken dass die Speicher keine Nachfragespitzen mehr abdecken können was zu einem Risiko von Versorgungsengpässen in einer Kaltwetterlage führen kann.

00:03:35: Die meteorologische Situation der nächsten vierzehn Tage ist zunächst durch leicht ansteigende Temperaturen bis zum zwölften Februar gekennzeichnet, um danach möglicherweise erneut in eine deutliche bundesweite Frostperiode zurückzufallen.

00:03:48: Sollte es zu dieser Entwicklung kommen wird die zwanzig Prozentmarke des Füllstands Deutscher Garschweicher Ende Februar unterschritten.

00:03:55: Nach der Gasnotfallverordnung von Minister Habeck sind folgende Kriterien für die Beurteilung einer Gasnotvolllage heranzuziehen Zitat – als kritisch wird die Lage eingestuft, wenn die prognostizierte Durchschnittstemperatur der kommenden sieben Tage mindestens zwei Grad Celsius unter dem Durchschnitt der vorherigen vier Jahre liegt.

00:04:14: Und weiter – als Kritik wird die Lager eingestuft, wenn der Füllstand unter den Speicherpfad fällt, der auf das Vierzig-Prozent-Niveau am ersten Februar des jeweiligen Jahres führt.

00:04:25: Beide Kriterien sind seit dem ersten Februär erfüllt.

00:04:28: Albtraum für die deutsche Energiepolitik.

00:04:31: Es ist schon erstaunlich, dass die Bundesnetzagentur bei einem Speicherstand von unter dreißig Prozent immer noch abwiegelt und

00:04:38: erklärt."

00:04:39: Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil.

00:04:41: Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet.

00:04:44: Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgen im Augenblick als gering ein.

00:04:51: Man versucht sich durchzumogeln und hofft auf eine Erwärmung in den nächsten vier bis sechs Wochen – und wieder einmal stehen Landtagswahlen in Baden-Württemberg vor der Tür!

00:04:59: Nach Ausrufung einer Notfallstufe muss die Bundesnetzagentur Maßnahmen ergreifen, um die Versorgung von Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zu gewährleisten.

00:05:09: Das kann dann nur noch durch Abschalten von Industrie- und Gewerbebetrieben erfolgen.

00:05:13: Sollte es dazu kommen wäre das ein Albtraum für die deutsche Energiepolitik – ein Resultat des Versagens!

00:05:19: Der schon angeschlagene Investitionsstandort Deutschland würde nachhaltig beschädigt.

00:05:25: Warum sind wir in eine solche Situation geraten?

00:05:28: Zum einen haben Gaseinkäufe und die Politik wohl die vier letzten milden Winter in die Zukunft fortgeschrieben.

00:05:34: In einer allgemeinen Wahrnehmung, einer Klimakatastrophe kommen sehr kalte Winter offenbar nicht mehr vor.

00:05:40: Zusätzlich ist aber seit dem ersten Januar zwanzig fünfundzwanzig die Versorgung Osteuropas mit russischem Erdgas reduziert worden, da die Ukraine den Transit des Gases zu diesem Datum gestoppt hat.

00:05:51: Die Versorgungen über die einzig noch verbliebene Pipeline – die über die Türkei verlaufende Tuckstream reicht nicht aus, sodass das deutsche Gasnetz auch die Nachbarn Österreich, Tschechien und Indirekt die Slowakei versorgt.

00:06:03: Über die Slowakei und Polen erhältst die Ukraine Gas, während sie zuvor Gas an diese beiden Staaten weitergeleitet hat.

00:06:10: Die gesamte Exportmenge ist mit ein Tiererwatt Stunden täglich erheblich und liegt in der Höhe der täglichen Eindnahme aus den deutschen Gasspeichern.

00:06:18: Wie immer sich die Erdgasversorgung in den nächsten drei Wochen entwickelt, gäbe es einen guten Anlass.

00:06:23: Die politische Debatte über die eigene Erdgassversorgungen durch Schiefergas aus der norddeutschen Tiefebene zu eröffnen – dort lagert ausreichend preiswertes Erdgaß für die nächsten dreißig Jahre!

00:06:34: Die Förderung von Erd gas-aus tausend Meter tiefen Gesteinsschichten ist seit Jahrzehnt zwanzig siebzehn durch Bundesgesetz verboten.

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