Dürre in der Landwirtschaft – Knappheit in den Regalen? #64
Shownotes
Durch die anhaltende Dürre und die daraus folgende Futterknappheit geraten immer mehr Bauern unter Druck. Viele müssen ihr Vieh vorzeitig zum Schlachten bringen, weil die hofeigenen Erträge nicht mehr ausreichen, um den Tierbestand über den Winter zu bringen. Doch welche Folgen hat diese Entwicklung für die Verbraucher?
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich Willkommen zu Epoch im Fokus mit dem Thema teures Futter, volle Schlachthöfe.
00:00:05: Dürre in der Landwirtschaft – Knappheit in den Regalen?
00:00:10: Ein Artikel von Hubert Kiermeyer vom XXI.
00:00:13: August.
00:00:13: zwanzig sechsundzwanzig am Mikrofon Alexander Sieber.
00:00:17: Durch die anhaltende Dürrer und die daraus folgende Futterknappkeit geraten immer mehr Bauern unter Druck.
00:00:23: viele müssen ihr Vieh vorzeitig zum Schlachten bringen weil die hofeigenen Erträge nicht mehr ausreichen um den Tierbestand über den Winter zu bringen.
00:00:32: Doch welche Folgen hat diese Entwicklung für die Verbraucher?
00:00:37: Auf den ausgetrockneten Wiesen wächst kaum noch Gras nach.
00:00:40: Regional fallen der dritte und vierte Graßschnitt komplett aus, auch der für die Winterfütterung wichtige Silomais liefert wegen mangelnder Kolbenbildung kaum Arträge.
00:00:49: Dies hat zur Folge dass den landwirtschaftlichen Betrieben dreißig bis vierzig Prozent weniger Grundfutter zur Verfügung steht als im langjährigen Durchschnitt.
00:00:57: Das teilte der Landesbauernverband Baden-Württemberg LBV mit wirtschaftliche Notverkäufe und die Folgen für den Fleischmarkt.
00:01:06: Viele Landwirte sind gezwungen, Teile ihrer Herden vorzeitig abzugeben.
00:01:10: Grund dafür sind die stark gestiegenen Preise für Heu- und Stroh auf dem freien Markt deren Zughauf sich für viele Betriebe wirtschaftlich kaum noch rentiert.
00:01:18: Laut Landwirt Lenzberg aus Rieden haben sich die Silo Ballen im Vergleich zum letzten Jahr von durchschnittlich vierzig auf fünfundfünfzig Euro erhöht.
00:01:27: dies ist nicht nur auf die Dürre zurückzuführen sondern auch auf die gestiegenem Betriebskosten.
00:01:32: Gleichzeitig müssen die Landwirte bereits jetzt für die Futterversorgung im kommenden Winter und Frühjahr vorsorgen.
00:01:37: Die Vorräte müssen ausreichen, um die verbleibenden Tiere sicher durch die kalte Jahreszeit zu bringen.
00:01:42: Es werden zur Schlachtbank als erstes Rinder geführt welche in der untersten Kategorie der Milcherzeugungen sind.
00:01:48: Danach erfolgen die nächsthöhere Kategorit der Tiere für die Schlachtung Soberger Kapazitätsgrenzen an den Schlachthöfen und rechtliche Ausnahmen.
00:01:57: Die Ausgabewelle von Rindern führt in einzelnen Regionen Süddeutschlands zu Wartelisten bei Schlachthöfen, die sich kurzfristig am Limit ihrer Kapazitäten befinden.
00:02:07: Um die betroffenen Betriebe in der Krise bürokratisch zu entlasten hat die EU-Kommission verschiedene Sonderregelungen genehmigt.
00:02:13: unter anderem dürfen ökologische wirtschaftende Biohöfe aufgrund der extremen Futterknappheit ausnahmsweise konventionell erzeugtes Grundfutter zukaufen um das Überleben ihrer Tiere zu sichern.
00:02:28: Ein überdurchschnittlicher möglicher Preisanstieg von Lebensmitteln im Jahr twenty-sevenzig ist möglich und anderem könnte der rückläufige Nutztierbestand zu einem geringeren Angebot an Fleisch und Milch führen.
00:02:39: Auch die im kommenden Jahr zur erwartenden Kälbergeburten werden den Bestandsrückgang voraussichtlich nicht kurzfristig ausgleichen können.
00:02:47: Eine vollständige Erholung des Viehbestands dürfte daher erst in den darauffolgenden Jahren erfolgen.
00:02:54: Zusätzlichen Druck auf das Angebot könnte der beschlossene Einfuhrstopp für brasilianisches Rindfleisch sowie weitere tierische Produkte wie Geflügel, Eier und Honig ausüben, der ab dem dritten September gilt.
00:03:06: Hintergrund sind unter anderem in Brasilien eingesetzte Wachstumshormone, die in der Europäischen Union nicht zugelassen sind.
00:03:12: Nach derzeitiger Einschätzung könnte der Einfuhrstopp bis zu zwei Jahre andauern – also etwa so lange bis eine neue Generation der derzeitigen Jungtiere herangewachsen und schlachtreif ist.
00:03:22: Eine Entlastung durch Importe aus europäischen Nachbarländern ist nichts erwarten, denn auch dort hat die anhaltende Dürre zu Engpässen in der heimischen Landwirtschaft und damit teilweise zur Einschränkung in Lebensmittelproduktion geführt.
00:03:35: Die historische Dimension der Trockenheit.
00:03:37: Solche Dürren, wie sie Kontinental-Europa derzeit erlebt, traten in der Geschichte immer wieder auf – wenn auch in den vergangenen Jahrhunderten deutlich seltener.
00:03:45: Als historische Referenzpunkte gelten die verheerenden Megadürren von Fünfzehnvierzig sowie die Trockenfase zwischen Vierzehn-Einund-Siebzig und Viercehn-Sieben-Sebzig.
00:03:55: Im Jahr Fünfzent-Vierzig fiel europaweit über elf Monate hinweg fast keinen Niederschlag.
00:04:00: Rhein und Mayen führten zeitweise nur noch zehn bis fünfzehn Prozent ihrer üblichen Wassermenge.
00:04:05: Die Flussbetten konnten viele Orts zu Fuß durchquert werden.
00:04:09: Politische Debatte, Flächenkonkurrenz im neuen Energiegesetz.
00:04:14: Wie die Landwirtschaft künftig widerstandsfähiger gegen Extremwetter werden kann wird es derzeit von Politik- und Umweltverbänden diskutiert.
00:04:20: Im Fokus steht die Novellierung des Erneuerbare Energiengesetzes EEG twenty sevenzig.
00:04:26: Verbraucherschützer und Organisationen wie Foodwatch fordern Agrarflächen für den Nahrungsmittel und Futteranbau freizugeben Statt sie durch geförderten Energiemais für Biogasanlagen zu blockieren, rund ein Sechstel der nationalen Ackerflächen wird derzeit rein energetisch in der Landwirtschaft genutzt.
00:04:43: Der Entwurf für das EEG-Kentrum ist eine deutliche Kürzung der Ausschreibungsmengen von Biogas vor.
00:04:50: Die staatliche Förderung könnte um bis zu siebzig Prozent sinken – für die Branche bedeutet es einen tiefgreifenden Strukturwandel.
00:04:58: Während der Fachverband Biogas vor dem Verlust verlässlicher und krisenfeste Einkommen für landwirtschaftliche Betriebe warnt, setzt die Politik auf einen Kompromiss.
00:05:06: Subventionen für den flächenintensiven Energiemais werden zwar gestrichen – dafür soll die Biogaz-Gewinnung aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie Gülle und Mist gezielt gefördert
00:05:16: werden.".
00:05:17: Dies hat Vor- und Nachteile.
00:05:19: Gülle und Mist liefern deutlich weniger Energie als Mais, so dass die Energiegewinnung der Biogasanlagen insgesamt sinken wird.
00:05:26: Der Vorteil ist hingegen, dass dadurch weniger landwirtschaftliche Fläche für die Energieerzeugungen benötigt werden.
00:05:31: Denn Gülle-und-Mist fallen ohnehin als Nebenprodukte der Tierhaltung an und können anschließend weiterhin als Dünger genutzt werden – die bisher für den Energiemais benötigten Flächen stünden damit theoretisch vollständig für den Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln zur Verfügung.
00:05:47: Der Vorrang der AGRI-PV.
00:05:49: Auch im Bereich der solaren Freiflächennutzung hat die Regierung auf den zunehmenden Flächendruck reagiert, um zu verhindern dass fruchtbare Agrarböden durch großflächige bodennahe Solarparks für die Lebensmittel und Futterproduktion verloren gehen wurden die Förderrichtlinien deutlich verschärft.
00:06:05: Klassische Bodennahefreiflächanfotovoltaikanlagen sind auf ertragreichen Ackerflächen baurechtlich kaum noch durchsetzbar und weitgehend von der staatlichen EEG Vergütung ausgeschlossen.
00:06:17: Stattdessen konzentriert sich die staatliche Förderung auf die sogenannte Agrifotovoltaik, Agripv.
00:06:23: Durch hochgeständerte oder vertikal installierte Modulsysteme wird eine doppelte Nutzung der Flächen ermöglicht.
00:06:30: Durch die erhöhte Installationen der Photovoltaikanlagen können die darunterliegenden Agrarflächen weiterhin mit landwirtschaftlichen Maschinen bearbeitet werden, allerdings schränken die Stützen und die Konstruktion der Agri-PV Anlagen die Bewegungsfreiheit der Landwirte und die Bearbeitung der Agrarflechen mit Maschinnen teilweise ein.
00:06:48: Die besondere Bauweise der Agri-PV Anlagen soll zudem sicherstellen, dass weiterhin ausreichend Sonnenlicht und Regen auf den Boden gelangen.
00:06:56: Mindestens
00:06:56: u.a.,
00:06:57: der Projektfläche müssen für den Anbau von Nutzpflanzen oder als Weideland für die Tierhaltung erhalten bleiben.
00:07:04: Diese Vorgabe soll sicherstellen, das die Erzeugung von grünem Strom nicht länger zulasten der landwirtschaftlichen Produktion und damit der Futterunternehrungssicherheit geht.
Neuer Kommentar