Der Mut zur Endlichkeit – und zur Fülle des Lebens #6
Shownotes
Die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit schenkt uns nicht nur Freiheit, sondern prägt auch unsere Werte. Wer die Unvermeidlichkeit des Todes annimmt und die Angst vor ihm überwindet, lebt intensiver und bewusster.
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00:00:00: Herzlich willkommen zu Epoch im Fokus mit dem Thema der Mut zur Endlichkeit und zur Fülle des Lebens.
00:00:08: Ein Meinungsartikel von Jonathan Miltimore vom siebenundzwanzigsten Juli zwanzig sechsundzwzig, ein Mikrofon Alexander Sieber.
00:00:17: Die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit schenkt uns nicht nur Freiheit sondern prägt auch unsere Werte.
00:00:25: Wer die Unvermeidlichkeit des Todes annimmt und die Angst vor ihm überwindet lebt intensiver und bewusster.
00:00:33: Im Jahr threehundert neunundneinzig vor Christus trat ein betagter Mann vor die Geschworenen des Heliaja, des obersten Gerichts Athens.
00:00:41: Ihm wurden Gottlosigkeit und die Verführung der Jugend vorgeworfen.
00:00:45: Der etwa siebzigjährige Angeklagte beteuerte seine Unschuld.
00:00:49: Sein einziges Vergehen, so erklärte er, besteht darin dass er aufgezeigt habe das die angesehensten Männer-Athens in Wahrheit töricht
00:00:57: sein.".
00:00:59: während manche weniger angesehene Männer tatsächlich weiser und tugendhafter waren.
00:01:05: Die Anklage sah die Todesstrafe vor, dennoch machte der Angeklagte unmissverständlich klar, dass er weder den Prozess noch den Tod fürchtete – schließlich hatte er bereits die Schlachten von Portidaia, De Leon und Amphipolis überlebt.
00:01:20: Ebenso wenig war er bereit, sich selbst oder Athen zu erniedrigen in dem er vor den Geschworennen um Gnade flehte.
00:01:27: Um seinen Hauptankläger Melettos zu besänftigen Es widerspräche jeder Vernunft die Wahrheit zu verleugnen nur um das eigene Leben zu retten erklärte er.
00:01:38: Zitat Ich habe Männer von großem Ansehen gesehen Die sich nach ihrer Verurteilung auf die sonderbarste Weis enthielten sagt es Sokrates zu den Geschworren Und weiter.
00:01:49: Sie schienen zu glauben, dass ihnen mit dem Tod etwas Schreckliches widerfahren werde und als könnten sie unsterblich werden wenn ihr sie nur am Leben liest.
00:01:58: Auch heute noch lesen wir Platons Apologie in der diese Szene festgehalten ist und den unzähligen Einführungskursen in der westlichen Philosophie behandelt wird.
00:02:08: Meine Nichte die an der University of Wisconsin im US-Bundesstaat Milwaukee studiert brachte den Text kürzlich in den Osterferien mit nach Hause.
00:02:17: Es gibt zahlreiche Gründe, warum dieses Werk bis heute bestand hat.
00:02:20: Es ist kurz und es ist von großer historischer Bedeutung.
00:02:24: Zudem wirft das grundlegende Fragen zur moralischen Integrität im Angesicht von Macht auf.
00:02:30: Doch seine anhaltende Faszination beruht auf einer noch viel tiefgehenderen Frage Wie sollten Menschen dem Tod begegnen?
00:02:38: Der Tod ist gewiss Wir werden geliebte Menschen verlieren Und auch wir selbst werden sterben.
00:02:43: Ob mit dem Tod das Bewusstsein endet oder ob er Zitat, nichts weiter als ein Wandel des Geistes ist?
00:02:50: Um eine Formulierung von James Madison aufzugreifen bleibt zumindest den Liebenden unbekannt.
00:02:56: Er ist das unentdeckte Land wie William Shakespeare schrieb aus der Spezirke kein Wandra wiederkehrt.
00:03:04: Diese Borte stammen aus Hamlet dem wohl größten jemals geschriebenen Theaterstück.
00:03:09: Der Tod ist sein zentrales Thema.
00:03:11: Das Drama beginnt, als der Prinz von Dänemark vom Geist seines Vaters heimgesucht wird.
00:03:16: Diese offenbart ihm, dass er von seinem Bruder ermordet wurde.
00:03:20: Damit setzt er eine Kette von Ereignissen in Gang die schließlich zum Tod aller Hauptfiguren führt.
00:03:25: Shakespeare griff das Thema Tod immer wieder auf unter anderem in Werken wie Macbeth und Romeo & Julia.
00:03:32: Mit dieser Thematik stand ja keineswegs allein da.
00:03:36: Menschliche Geschichten so stellte JRR Tolkien fest drehen sich doch praktisch immer um ein und dasselbe nicht wahr?
00:03:43: Um den Tod.
00:03:45: Tolkien hatte Recht.
00:03:46: Die größten Geschichten aller Zeiten drehen sich um den Tod, darum wie Menschen ihm begegnen oder mit Verlust
00:03:53: umgehen.".
00:03:54: In Braveheart greift William Wallace nach der Ermordung seiner Frau durch einen englischen Soldaten zu den Waffen und stellt sich an die Spitze des schottischen Widerstands.
00:04:04: In Der Herr der Ringe, die Rückkehr des Königs riskiert Eowyn ihr Leben um den Hexenkönig zu töten nachdem ihr Onkel Theodin gefallen ist.
00:04:13: und in Wonder Woman opfert Steve Trevor sein Leben indem er ein mit Giftgas beladenes Flugzeug fortsteuert und zahllose andere rettet.
00:04:23: Die Erkenntnis aus diesen Geschichten ist eindeutig Wenn Menschen aufhören den Tod zu fürchten sind sie zu außergewöhnlich empfähigt.
00:04:31: Dennoch ist die Angst vor dem Tod weitverbreitet.
00:04:34: Viele halten diese Frucht für ganz natürlich, Socrates widersprach jedoch – er bezeichnete die Todesfrüchte als den Schein der Weisheit und merkte an….
00:04:43: Aber die Menschen fürchten den Tod als wüssten sie gewiss dass er das größte Übel sei!
00:04:48: Dabei weiß ja niemand ob nicht der Tod das größtig gut für den Menschen ist.
00:04:53: Socrates hat aus unseren Geschichten dieselbe Lehre gezogen.
00:04:56: Zitat, wenn wir keine Angst mehr vor dem Tod haben können wir unser Leben in vollen Zügen genießen.
00:05:03: Er war jedoch nicht der einzige Lehrmeister, der diese Wahrheit erkannt hat.
00:05:07: Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren!
00:05:11: So Jesus von Nazareth im Evangelium nach Matthäus.
00:05:15: Die Auffassung dass wir erst dann ein erfülltes Leben führen können Wenn wir den Tod akzeptieren taucht auch in anderen religiösen Texten auf und findet sich zudem in modernen Filmen wieder.
00:05:25: So bildet sie die Prämisse von David Finchers Psychothriller The Game, das Geschenk seines Lebens aus dem Jahr nineteen siebundneinzig mit Michael Douglas und Sean Penn in den Hauptrollen.
00:05:36: Der Film endet damit dass der wohlhabende aber isolierte Investmentbanker Nicholas van Orten Douglass wiedergeboren wird als er glaubt sein Leben zu verlieren.
00:05:47: Ward Farnsworth, Dekan der juristischen Fakultät der University of Texas stellt in seinem Buch The Practicing Stoic fest, dass die Überwindung der Angst vor dem Tod ein zentrales Ziel der stoischen Philosophie war.
00:06:01: Zitat eher auf den Tod als auf das Leben müssen wir uns vorbereiten.
00:06:05: Schrieb auch Seneca in Briefe an Lucilius.
00:06:11: In der griechischen Tradition war die Art und Weise, wie man dem Tod begegnete von so großer Bedeutung dass viele glaubten das Leben eines Menschen könne erst nach dessen Tod beurteilt werden.
00:06:22: Im sechzehnten Jahrhundert berichtete Montaigne von einer Anekdote über den Thebanischen Feltjern Epaminondas IV des Jahrhundert vor Christus.
00:06:31: dieser Worte gefragt wen man höher schätzen soll ihn selbst oder die Athenischen Fältjern Cabrias Zitat, ihr müsst uns erst sterben sehen bevor ihr euch entscheidet.
00:06:43: Erwiderte Epaminondas.
00:06:45: Einer modernen Leserschaft erscheint dieser Fokus auf den Tod vielleicht seltsam doch die Menschen der Antige wussten dass die Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit unverzichtbar ist um ein erfülltes Leben zu führen.
00:06:57: Im modernen Leben vergisst man das jedoch leicht.
00:06:59: Der durch den Kapitalismus geschaffene Wohlstand eine höhere Lebenserwartung fortschrittliche Medizin Nahrungsmittel im Überfluss und materieller Komfort hat uns von der Unmittelbarkeit des Todes entfernt.
00:07:12: Zweifellos sind das Errungenschaften, die es zu feiern gilt – doch sie machen es auch leichter sich von der Realität des Tods zu verstecken!
00:07:20: Dieses Problem wird durch kulturelle Trends, die den Tod eher in Krankenhäuser- und Pflegeeinrichtungen als in das eigene Zuhause verlagern noch
00:07:28: verschärft.".
00:07:29: Zitat «Die Sterblichkeit bleibt eine unausweichliche Tatsache», stellte der Filmemacher Kailin Ford fest und weiter Aber sie wurde gezähmt, entschärft und an den Rand unseres Bewusstseins verbannt.
00:07:42: Diesem Trend sollte man kritisch begegnen.
00:07:45: Die Anerkennung der Sterblichkeit befreit uns und prägt unsere Werte Wenn wir die Unausweichlichkeit des Todes anerkennen und lernen ihn nicht zu fürchten können wir ein erfüllteres Leben führen.
00:07:57: Kaum jemand verdeutlicht dies besser als Sokrates.
00:08:01: Trotz seiner überzeugenden Verteidigung, in der er dargelegt wurde, dass er weder Gotteslästerlich noch ein Verderber der Jugend war, befand ihn das Gericht für schuldig und lehnte sein Angebot eine Geldstrafe zu zahlen ab.
00:08:14: Da er zu alt war um ins Exil zu gehen, nahm Socrates sein Todesurteil unerschrocken hin.
00:08:20: Manch einer würde es als tragisches Ende bezeichnen – und das war es auch!
00:08:25: Aber es war zugleich mutig und inspirierend.
00:08:27: Deshalb lesen und diskutieren wir's heute noch fast zweitausend Fünfhundert Jahre später.
00:08:36: Dieser Artikel erschien im Original auf TheEpochTimes.com unter dem Titel, the courage to face death and life fully.
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