Was hinter den europaweiten Cyberangriffen auf Kühlanlagen steckt #270
Shownotes
Mehrere Supermärkte in Europa mussten am Montag große Mengen Lebensmittel entsorgen. Der Grund: Hacker hatten die Temperaturen der Kühlanlagen auf bis zu 50 Grad Celsius erhöht. Mutmaßlich traf es auch einen Supermarkt in Süddeutschland.
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00:00:00: Herzlich Willkommen zu Epoch im Fokus mit dem Thema Angriffe auf Supermarktkühlungen, was hinter den europaweiten Cyber-Angriffen auf Kühlanlagen steckt.
00:00:08: Ein Artikel von Maurice Vorgeng vom dritten November, am Mikrofon Alexander Sieber.
00:00:14: Mehrere Supermärkte in Europa mussten am Montag große Mengen Lebensmittel entsorgen – der Grund?
00:00:19: Hacker hatten die Temperaturen der Kühlanlagen auf bis zu fünfzig Grad Celsius erhöht.
00:00:24: Mutmaßlich traf es auch einen Supermarkt ins Süddeutschland.
00:00:28: Erst am zwölften Oktober hatten Hacker durch einen Cyberangriff in hunderten Supermärkten in Frankreich die Kühleanlagen lahmgelegt.
00:00:34: Jetzt hat es auch Dutzende Supermerk den anderen europäischen Ländern getroffen, zahlreiche Länder betroffen.
00:00:40: Die neue digitale Angriffswelle ereignete sich in der Nacht zum Montag, zweiten November.
00:00:45: Betroffen waren laut Euronews viele Supermärkte in Schweden, Finnland, Belgien und den Niederlanden, Irland und Estland.
00:00:52: In Luxemburg ergriff eine Supermarktkette vorsorglich Schutzmaßnahmen.
00:00:55: auch ein Edeka-Filiale in Reisbach soll betroffen sein.
00:00:58: Die Vorgehensweise ist dabei meist die gleiche – die Hacker verschaffen sich Zugang zur Software der Kühlsysteme und schalten diese in den Abtaumodus.
00:01:06: Dadurch erhöht sich die Temperatur der Gefrier- und Kühlanlagen auf bis zu fünfzig Grad Celsius.
00:01:12: Das hat zur Folge, dass die betroffenen Filialen die aufgetauten Lebensmittel nicht mehr verkaufen können und wegwerfen müssen.
00:01:19: Deutschland Im niederbayerischen Reisbach traf es am Montag mutmaßlich einen Edeka Markt.
00:01:24: dieser Schrieb auf Facebook.
00:01:25: Zitat In der vergangenen Nacht wurden die Kühlanlagen in unserem Edekamarkt in Reisbrach durch einen Cyberangriff auf bis zum Fünfzig Grad Celsius hochgeheizt.
00:01:34: Die traurige Folge Unmengen an Lebensmitteln mussten in die Tonne.
00:01:39: Zwar konnte laut der Edeka-Filiale, die Organisation Foodsharing kurzfristig alles abholen – Zitat was noch irgendwie zu retten war.
00:01:46: Allerdings musste der Einzelhändler den Großteil der Ware entsorgen.
00:01:49: Das macht uns einfach nur Wütern, schrieb die Filiale.
00:01:52: Sie setzte sich stets dafür ein, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden – Zitat.
00:01:56: und dann kommen Menschen auf die Idee mutwillig solche Mengen am Lebensmittel zu vernichten so die Filale empört.
00:02:03: Kurz nach dem Ereignis hat das Polizeipräsidium Niederbayern die Ermittlungen aufgenommen.
00:02:07: Die Behörde sei auch bereits im Austausch mit den zuständigen Stellen anderer betroffener Länder.
00:02:12: Einen technischen Nachweis für einen Cyberangriff gibt es nach Angaben der Polizei bislang allerdings nicht.
00:02:19: In Belgien traf es zahlreiche Gefrier- und Kühlanlagen, der Supermarktketten Deleys, Kervor & Spa.
00:02:25: laut einem Geschäftsführer des Kühlanlageninstallateurs Sapkobel Stefan Möhlans begann der Angriff bereits um Mitternacht.
00:02:32: Subcobel sind nach eigenen Angaben rund zwanzig Betroffene Anlagen bekannt.
00:02:37: Den Angabenzufolge schalteten die Angreifer in den Abtormodus.
00:02:41: Laut einem Kehrvorsprecher seien rund fünfzehn Filialen der Kette in Belgien Opfer eines Cyberangriffs geworden.
00:02:47: Auch die Metzgerei-Gruppe Delet & Van Havere verkündete, dass es Temperaturerhöhungen in ihren Kühlgeräten gegeben habe.
00:02:56: In Schweden waren die Supermarktketten ICA und Coop-Opfer eines Cyberangriffs.
00:03:01: ICA teilt damit, dass in einer begrenzten Anzahl an Filialen in der Nacht die Kühl- und Tiefkühlsysteme beeinträchtigt worden
00:03:07: seien.".
00:03:08: Von Seiten von ICA unterstützen wir die Filial nun bei der Bewältigung ihres Vorfalls.
00:03:13: Schreibt Gustav Nielson Presse-Spreche bei ICA in einer Stellungnahme gegenüber Afton bladet.
00:03:18: Das schwedische Unternehmen COOP teilte mit, dass sieben COOP-Filialen von ähnlichen Vorfällen betroffen seien.
00:03:23: Insgesamt hat COOP rund achthundert Standorte in dem skandinavischen Land.
00:03:27: eigentlich wollte COOP am Mittwoch vierter November sein System in mehreren Filialen aktualisieren aufgrund der Vorfälle vor rund drei Wochen in Frankfurt.
00:03:36: Zitat!
00:03:37: Man kann wohl hoffen, dass dies etwas beschleunigt wird und das es eher jetzt als erster Mittwoch geschieht", sagte der Korbpressesprecher Carlos Canzino.
00:03:45: Finland Laut finnischen Medien sind auch in Finnland mehrere Supermärkte der K-Group betroffen.
00:03:51: Das Unternehmen zählt zu den größten Einzelhandelsketten Finlands.
00:03:55: Einige Filialen meldeten ebenfalls Temperaturprobleme mit den Gefrierschränken – die Ursache wird noch weiter anzusucht.
00:04:02: Niederlande In den Niederlanden wurden in der Nacht zum Montag mindestens siebzehn Unternehmen Ziel solcher Seiberangriffe auf ihre Kühl- und Tiefkühlsysteme.
00:04:10: Das berichtet ein Sprecher des Herstellers Danfos.
00:04:13: Welche Unternehmen genau betroffen sind, teilte Danfoss nicht mit.
00:04:17: Irland – Meldungen von einem solchen Angriff kommen auch aus Irland.
00:04:20: Hier erlebten treizend Supervalophilialen ähnliches wie der Eigentümer Musgrave gegenüber der Irish Times erklärte Estland.
00:04:28: Einen weiteren Angriff gab es laut Medienberichten auch im osteuropäischen Estland, hier berichtete eine Filiale der Supermarktkette selber von einem ähnlichen Vorfall.
00:04:38: Luxemburg.
00:04:38: Zudetzt hat die belgische SupermarktKette Deleys in Luxembourg ihre Bestellsysteme ausgesetzt.
00:04:44: Einer Angriff wie in den oben genannten Ländern gab es hier zwar nicht aber das Unternehmen wollte vorsorgen um einen ähnliche Vorfall zu verhindern.
00:04:52: Sicherheitslücken ausgenutzt.
00:04:54: Dass es überhaupt zu solchen umfassenden Angriffen kommen konnte, erklärt unter anderem Danfos.
00:04:59: Der Hersteller schilderte das Kunden ohne Software Update betroffen sein.
00:05:03: demnach liege die Schwachstelle vor allem in veralterter Software.
00:05:07: Danfoss habe seinen Kunden bereits angeraten dringend die neue Software in ihr System zu integrieren.
00:05:12: Nach den Angriffe in Frankreich meldete sich auch schon Vincent Strubelle, Chef der französischen Cyberagentur ANSI zu baut.
00:05:19: Er sagte – Zitat.
00:05:34: Ebenso forder der Mitte Oktober das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vorrangig Betreiber kleiner und kleinster industrielle Anlagen zum Handeln auf, demnach sei der wichtigste und zugleich einfachste Schutz die Anlagen vom Internet zu trennen.
00:05:47: Als weiterer effektive Schutzmechanismen nannte die Behörde die Verbindung von VPN-Tunneln und einen Multifaktor geschützten Zugriff – ebenfalls würden positiv Listen für Zugriffsberechtigungen und regelmäßige Updates vor Angriffen Schutz bieten.
00:06:02: Täter nicht bekannt Hinweise auf die Angreifer gibt es bislang nicht.
00:06:06: Es gibt weder eine Lösegeldforderung noch Forderungen anderer Art, somit ist auch das Motiv dieser Cyber-Angriffe
00:06:11: unklar.".
00:06:13: Nach der ersten Angriffswelle in Frankreich analysierte Jérôme Béloir Partner des Cybersicherheits- und Technologieunternehmens Wavestone diese Attacke.
00:06:22: Die beiden plausibelsten Szenarien sind entweder, dass es sich um eine Gruppe von Jugendlichen oder Aktivisten handelte, die ein paar Gefriertrohen in die Luft jagen wollten und zu beweisen wozu sie fähig sind.
00:06:33: Oder das ist sich um einen destabilisierenden Angriff handelten was wir als sabotage bezeichnen der von internen oder externen staatlichen Akteuren verübt wurde.
00:06:43: Konkrete Hinweise auf einen staatlichen Angriff von einem bestimmten Land gibt es bis jetzt allerdings nicht.
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