Darum suchen Deutsche in Polen ihr Glück #262
Shownotes
Rund 5.000 Deutsche sind im vergangenen Jahr nach Polen umgezogen – ein Höchststand seit der Corona-Zeit. Das Thema hat inzwischen auch Politik und Medien im Nachbarland erreicht. Nicht alle Politiker freuen sich über diesen Trend. Polnische Medien sprechen von einer antideutschen Stimmung in Polen.
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00:00:00: Herzlich Willkommen zu Epoch im Fokus mit dem Thema Migrationstrend.
00:00:04: Darum suchen Deutsche in Polen ihr Glück!
00:00:07: Ein Artikel von Tom Göller vom zweiten November, zwanzig sechsundzwanzig am Mikrofon Alexander Sieber.
00:00:13: Rund fünftausend Deutsche sind im vergangenen Jahr nach Polen umgezogen – ein Höchststand seit der Coronazeit.
00:00:20: Das Thema hat inzwischen auch Politik und Medien in Nachbarland erreicht.
00:00:24: Nicht alle Politiker freuen sich über diesen Trend.
00:00:26: Polnische Medien sprechen von einer antideutsche Stimmung in Polnen.
00:00:31: Vor zwanzig Jahren seien Polen auf der Suche nach neuen Chancen nach Deutschland gezogen.
00:00:36: Heute zögen Deutsche nach Polen, auf der suche nach beruflichen Chancens bezahlbarem Lebensraum und Sicherheit.
00:00:43: Die stellte das Washington Institute for Poland WIP fest – ein Think Tank, der sich normalerweise eher um die polnisch-amerikanischen Beziehungen kümmert.
00:00:56: Anfang dieses Jahrhunderts machten sich hunderttausende polnische Staatsbürger nach dem Beitritt ihres Landes zur EU auf den Weg in den Westen, in der Hoffnung auf besser bezahlte Arbeit und einen höheren Lebensstandard.
00:01:08: Zitat Für eine ganze Generation Polnischer Arbeitskräfte wurde Deutschland zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
00:01:15: Heute hat sich die Situation grundlegend gewandelt, schreibt das Institut in einem Facebook-Beitrag.
00:01:21: Die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts DSDATIS bestätigen dass im Jahr zwanzig fünfundzwanzig rund fünftausend deutsche Staatsbürger nach Polen umgezogen sind.
00:01:31: Damit liegt das östliche Nachbarland an siebter Stelle der beliebtesten Ziele für deutsche Auswanderer.
00:01:36: Als Grund für die Abwanderung nennt das WIP Polen, habe sich zu einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Europas entwickelt.
00:01:44: Die Arbeitslosigkeit ist weiterhin niedrig – die Städte sind modern und sicher Und die Lebenshaltungskosten liegen oft deutlich unter dem Niveau in Deutschland.
00:01:54: Politikerin Deutsche in Masuren nicht willkommen.
00:01:58: Inzwischen hat dieses Thema auch die polnischen Medien und die Politik erreicht.
00:02:02: am achtzehnten September titelte etwa die Nachrichtenplattform WP Wiedermoski, Deutsche Fliehen nach Polen, Medienberichten von Rekordzahl an Umsiedlungen.
00:02:12: Und Christoph Bosak einer der Vizepräsidenten des Seem der ersten Kammer des polnischen Parlaments sowie einer der früheren Politiker des nationalkonservativen Parteienbündnisses Konferderazia postete am achtundzwanzigsten Oktober auf Ex.
00:02:26: Ich kann bestätigen, dass es diesen Trend gibt.
00:02:28: Am Samstag, April, wurde ich in Krakau zum ersten Mal von einem deutschen Journalisten gebeten Fragen zu beantworten allerdings nicht zur Politik sondern zum Umzug von Deutschen nach Polen etwa dazu wie die Polen das wahrnehmen und so weiter.
00:02:42: Offenbar stößt das Thema im Deutschland auf Interesse.
00:02:46: Anna-Maria Zukowska, eine führende Politikerin der linksgerichteten Partei Nova Levica – neue Linke und langjährige Abgeordnete aus Warschau in Seym ist hingegen von diesem neuen Trend nicht rundum begeistert.
00:02:59: Laut dem Nachrichtenpartal Wehpolitize betonte die Politikerinnen das sie keine Deutschen in Masuren haben wolle.
00:03:06: Sie wird mit der an deutsche Zuwanderer gerichteten Aussage zitiert – Zitat Weltklug nur nicht nach Masuren.
00:03:13: Masuren war bis nineteen-fünfundvierzig der südliche Teil der preußischen Provinz Ostpreußen.
00:03:18: Es fiel nach dem Zweiten Weltkrieg an Polen.
00:03:22: Antideutsche Rhetorik.
00:03:24: Dass ohnehin nicht alle Polen glücklich über Deutsche im Allgemeinen sind, ist nicht neu.
00:03:29: doch derzeit scheinen sich die Gemüter in der Politik und Gesellschaft gegen Deutschland besonders zu erhitzen.
00:03:33: Zitat In Polen ist eine antideutscher Kampagne im Gange schrieb Garceta Viborza eine der größten und einflussreichsten überregionalen Tageszeitungen am neunzehnten Oktober.
00:03:44: In Polen finden im kommenden Jahr Parlamentswahlen statt, einige Politiker würden bereits im Vorwahlkampf nicht davor zurückschrecken mit Stimmung gegen Deutschland Wähler zu gewinnen schrieb am sechsenzwanzigste Oktober einen Kommentator in der polnischen Zeitung der Deutschen Minderheit in Polen Neues Wochenblatt PL.
00:04:01: Ihr Hauptinstrument im Kampf sei es erneut, den Polen vor den deutschen Angst zu machen.
00:04:06: Teile der polnischen Rechten würden in den Medien ein immer schärferes anti-deutsches Narrativ verbreiten und sich dabei unter anderem auf die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs berufen.
00:04:17: Auf einer Versammlung habe der ehemalige Ministerpräsident und langjährige Vorsitzende der Partei Recht und Gerechtigkeit, Jaroslaw Kaczynski laut dem Medium seiner Landsleute vor zunehmenden Versuchen einer schleichenden Regermanisierung der jemals deutschen Westgebiete Polens gebahnt.
00:04:32: Er habe zu dem betont dass seit vielen Jahren Initiativen in der Öffentlichkeit entstünden die seine Ansicht nach auf eine Kontinuität der deutschen Geschichte in diesen Gebieten hindeuten.
00:04:43: Diese Dämonisierung sei instrumentell nützlich, wird Cesare Obracht Broncinski von dem Blatt zitiert.
00:04:50: Er ist Soziologe und Professor an der Universität
00:04:53: Danzig.".
00:04:54: Wir haben so einen klar definierten Feind!
00:04:57: Dieser Feind sei nicht nur Deutschland sondern auch jeder in Polen den wir der Bevorzugung des Verrats, der übertriebenen Freundlichkeit oder einfach nur seiner deutschen Herkunft bezichtigen können – das genügt um jemandem zu delegitimieren, wird Obrach Broncicki zitiert.
00:05:13: Kein neuer Trend.
00:05:15: Die Wanderungsbewegung von Deutschen nach Polen ist jedoch nicht so neu, wie es scheint.
00:05:19: Bereits im Jahr zwanzig zwölf berichtete die mehrsprachige Medienplattform Vox Europe – damals Press-Europe -, dass Polen zu einem jener Länderzähle in denen Deutsche bevorzugt dauerhaft leben wollten.
00:05:30: Laut des Datis zogen im Jahr zweitausend sogar rund elftausend Deutsche nach Poln.
00:05:35: Damals war Polen das zweitbeliebte Ziel für Deutsche, die ins Ausland zogen.
00:05:39: Nach einem Rückgang haben die Zahlen seit Jahrzehnte wieder leicht zugenommen.
00:05:43: Es geht aus den Daten jedoch nicht hervor, wie viele von diesen Auswanderern auch einen polnischen Pass haben!
00:05:50: Schweiz am beliebtesten.
00:05:52: Nach Angaben von Destatis liegt auf der Beliebtheitsskala die Erzieländer für deutsche Abwanderer, derzeit die Schweiz mit Abstand und der Spitze.
00:05:59: Dorthin zogen im vergangenen Jahr rund zweiundzwanzigtausend Deutsche gefolgt von Österreich mit etwa vierzehntausend.
00:06:05: Auch Spanien war im vergange jahr für rund zehntausende Deutsche ein attraktives Zielland, gefolkt von den USA mit etwa achttausenderneinhundert Auswanderern.
00:06:15: Auswanderung heißt in diesem Fall nicht zwingend, dass die abgewanderten Deutschen in ihren neuen Heimatländern die dortige Staatsbürgerschaft annehmen und dauerhaft leben.
00:06:23: Sondern lediglich das sie ihren Wohnsitz in Deutschland abgemeldet und ins Ausland verlegt haben.
00:06:28: Nach Aussage des Vereins Deutsche im Ausland leben derzeit etwa drei Komma acht Millionen Deutsche ab fünfzehn Jahren dauerhaft außerhalb der Bundesrepublik.
00:06:37: Neun der zehn beliebtesten Zieländer liegen in Europa.
00:06:40: Die USA sind das einzige Zielland außerhalb Europas in den Top Ten, so der Vereinweiter.
00:06:45: Laut dem Verein besitzen seventy-fünf Prozent der deutschen Auswanderer einen Hochschulabschluss – das nennt man Akademische Migration oder Braindrain also eine Talentabwanderung.
00:06:56: hochqualifizierte Fachkräfte wie Wissenschaftler, Ärzte, Ingenieure und Techniker.
00:07:01: Deren monatliches Nettoeinkommen steige durch eine Auswanderung im Schnitt um twelvehundert Euro.
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