Audi plant Werk in den USA: Welche Rolle spielt Trumps Zollpolitik? #253

Shownotes

Audi plant ein Werk für 4 Milliarden Dollar in den USA. Dort sollen 4.500 Arbeitsplätze entstehen, während in Deutschland Tausende Stellen wegfallen. Wie hängt das zusammen und welche Rolle spielt Trumps Politik?

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00:00:00: Herzlich willkommen zu Epoch im Fokus mit dem Thema Milliarden für Amerika, Audi-Planetwerk in den USA.

00:00:07: Welche Rolle spielt Trumps Zollpolitik?

00:00:10: Ein Erzäckel von Patrick Langendorf am August, Oktober, April und September an Mikrofon Alexander Sieber.

00:00:17: Audi plant ein Werk für vier Milliarden Dollar in den USA.

00:00:20: dort sollen Viertausend Fünfhundert Arbeitsplätze entstehen während in Deutschland Tausende Stellen wegfallen.

00:00:26: Wie hängt das zusammen und welche Rolle spielt Trumps Politik?

00:00:30: Audi will erstmals Fahrzeuge in einem eigenen Werk in den Vereinigten Staaten produzieren.

00:00:35: Der Konzern plant laut Unternehmensangaben rund vier Milliarden US-Dollar, in dem Bau eines neuen Automobilwerks im US-Bundestadt Georgia zu investieren.

00:00:45: Dort sollen etwa Viertausend Fünfhundert Arbeitsplätze entstehen, die geplante Produktionskapazität liege bei bis zu zweihundert Tausend Fahrzeugen jährlich.

00:00:53: Gleichzeitig plant der Ingolstädter Autobauer in Deutschland bis zum Jahr zwanzig neunundzwanzig, bis zu siebentausendfünfnacht Stellen abzubauen.

00:01:00: Der neue Standort in den USA soll vor allem große Premium-SUV für den amerikanischen Markt fertigen.

00:01:06: – Audi will durch eine lokale Produktion seine Abhängigkeit von Fahrzeugimporten verringern und seine Wettbewerbsposition in den Vereinigten Staaten verbessern.

00:01:14: Der Konzern nennt zwanzigsibundzwansig als Baubeginn.

00:01:17: Der Produktionsstart soll Anfang der zwanziger Jahre erfolgen.

00:01:21: Die endgültige Investitionsentscheidung stehe laut dem Mutterkonzern Volkswagen unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Unternehmenskremien.

00:01:30: Wahlkampfveranstaltung mit Trump.

00:01:32: US-Präsident Donald Trump stellte die Investitionspläne als Erfolg seiner Wirtschaftspolitik dar Bei einer Wahlkampffanstaltung rund zehn Tage vor den Zwischenwahlen am Samstag, der Oktober, in Georgia bezeichnete er das Vorhaben als größte Einzelinvestition in der modernen Geschichte der amerikanischen Automobilindustrie.

00:01:49: Der gemeinsame Auftritt von Audi-Chef Gennard Döllner mit Trump löst den Deutschlandkritik aus.

00:01:55: Die IG Metallvorsitzende Christiane Benna bezeichnete ihn als politisch inakzeptabel, VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo warft Döllener vor dem US-Präsidenten Wahlkampfhilfe geleistet zu haben.

00:02:08: Der Vorstandsvorsitzer verteidigte seine Teilnahme mit den wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens.

00:02:13: Audi bies eine parteipolitische Positionierung zurück.

00:02:17: Die Investitionspläne fallen in eine wirtschaftlich schwierige Phase für Audi.

00:02:21: Im dritten Quartal, zwanzig sechsundzwanzig ging die Fahrzeugverkäufer sowohl in China als auch in den Vereinigten Staaten zurück.

00:02:28: Döllner klärte zudem das amerikanische Geschäft heute nicht profitabel.

00:02:32: Der Aufbau einer eigenen Fertigung soll die wirtschaftlichen Bedingungen auf diesem wichtigen Absatzmarkt verbessern.

00:02:39: Welche Folgen die geplante Fabrik für die deutschen Standorte haben wird, ist bislang offen.

00:02:44: Während Audi in den Vereinigten Staaten zusätzliche Produktionskapazitäten schaffen will stehen die bestehenden Werke in Deutschland weiterhin unter Kostendruck.

00:02:53: Trumps Zollpolitik beeinflusst die Standortentscheidung.

00:02:56: Ein wesentlicher Faktor ist die amerikanische Handelspolitik.

00:02:59: Trump hatte im März twenty-fünfundzwanzig zusätzliche Zölle von fünfundzwantig Prozent auf importierte Automobile angekündigt.

00:03:06: Im Juli zwanzig zwanzich verständigten sich Washington und Brüssel auf ein Handelsabkommen, das für europäische Fahrzeuge einen Zollsatz von maximal fünfzehn Prozent vorsieht – damit verringerte sich die zunächst vorgesehene Belastung ohne den Zollnachteil europäischer Emporte vollständig zu beseitigen!

00:03:22: Für Audi könnte es günstiger sein, Autos direkt in den USA zu bauen.

00:03:26: So müsste der Autobauer keine Einfuhrzölle mehr auf fertige Fahrzeuge zahlen und könnte zudem Transportkosten sparen.

00:03:32: Werden allerdings Bauteile aus dem Ausland geliefert können dafür weiterhin Zölle anfallen.

00:03:37: Wie viel Audi am Ende spart hängt deshalb auch davon ab wie viele Teile aus den USA schnommen?

00:03:43: Die amerikanische Regierung verfolgt laut eigener Aussage mit ihrer Handelspolitik unter anderem das Ziel, industrielle Produktion und Beschäftigung im eigenen Land zu stärken.

00:03:52: In einer Erklärung des Weißen Hauses vom April-Vier-Zwanzig-Fünfundzwanzig heißt es

00:03:56: dazu."

00:03:57: Mit diesen Zöllen soll den Ungerechtigkeiten im Welthandel begegnet – die Produktion zurück in die USA verlagert – und dass Wirtschaftswachstum für die amerikanischen Bevölkerung angekoppelt werden.

00:04:09: Im Paar Zölle verteuern ausländische Produkte und können Unternehmen dazu bewegen, mehr in den USA direkt zu produzieren.

00:04:16: Allerdings ist diese Wirkung nicht

00:04:18: zwangsläufig.".

00:04:19: Ein Mitarbeiter der amerikanischen Notenbank Federal Reserve stellt in einer Untersuchung im Juni-Zwanzig-Sechtenzwanzig fest.

00:04:26: Zudem können Zölde zwei Investitionen in einigen Branchen steigern doch deuten Erkenntnisse darauf hin dass sie andere Branchen die zollpflichtige Güte als Vorprodukte verwenden negativ beeinflussen können.

00:04:39: Der Autor beruft sich hier auf eine Erforschungsarbeit der Ökonomen Isabella Moda und TIDA-Spital für die Europäische Zentralbank aus dem Jahr twenty fünfundzwanzig.

00:04:48: Wenn deutsche Autohersteller künftig Modelle in den USA bauen, die sie bisher aus Deutschland geliefert haben könnten die Exporte in die Vereinigten Staaten zurückgehen.

00:04:57: das gilt allerdings nur wenn die amerikanische Produktion tatsächlich bis ihre Gelieferungen aus deutschen Werken ersetzt.

00:05:03: gleichzeitig kann der Aufbau zusätzlicher Werke die Nachfrage nach Maschinen Produktionsanlagen und Fahrzeugkomponenten aus Deutschland erhöhen, in welchem Umfang sich diese gegenläufigen Effekte auswirken hängt unter anderem davon ab wie die Hersteller ihre Lieferketten organisieren.

00:05:19: Audis Investitionsentscheidung lässt sich allerdings nicht allein mit der amerikanischen Zollpolitik erklären – für den Konzern spielt laut eigener Aussage auch die Bedeutung des US-amerikanischen Premiomarktes eine Rolle.

00:05:30: Zudem verfügt Audi in den Vereinigten Staaten über kein eigenes Automobilwerk.

00:05:35: Wettbewerber wie BMW und Mercedes-Benz produzieren dagegen bereits seit Jahrzehnten vor Ort.

00:05:40: Mit dem geplanten Standort in Georgia würde Audi seine Produktion stärker an den amerikanischen Absatzmarkt anpassen, neben der Vermeidung von Einfuhrzöllen auf fertige Fahrzeuge könnten kürzere Transportwege und eine engere Anbindung an den US-Marktwirtschaftliche Vorteile bieten.

00:05:56: Wie groß diese Ausfallen wird auch davon abhängen, in welchem Umfang Audi künftig Bauteile und Komponenten aus dem Ausland beziehen muss.

00:06:04: Weniger Klimavorgaben verändern die Bedingungen für Verbrenner.

00:06:07: Neben den Einfuhrzöllen lockert die Trump-Regierung auch die Umweltvorschriften für Autohersteller – das betrifft vor allem die Regeln für den Ausstoß von Treibhausgasen.

00:06:16: Die amerikanische Umweltbehörde EPA hob im Februar, die sogenannte Endangement-Finding aus dem Jahr auf, die Treibhausgase als Gefahr für die öffentliche Gesundheit einstufte.

00:06:28: Gleichzeitig strichte die US-Behörde die darauf beruhenden Abgasvorschriften für PKW, LKB und schwere Nutzfahrzeuge.

00:06:35: Nach Berechnungen der Behörde könnten sich daraus Einsparungen von mehr als µa Dollar rund µb Euro ergeben.

00:06:43: Andere Vorschriften zur Luftreinhaltung sind davon nicht betroffen.

00:06:48: Für Autohersteller könnte die Lockerung der Vorschiften wirtschaftliche Vorteile bringen, wenn sie bei neuen Fahrzeugen weniger strenge CO-Zweigrenzwerte einhalten müssen kann das die Entwicklung und Produktion insbesondere von Autos mit Verbrennungsmotor erleichtern.

00:07:02: Damit gehen die USA und die Europäische Union in der Automobilpolitik unterschiedliche Wege.

00:07:07: Während die EU trotz kürzlich vorgeschlagener Lockerungen weiterhin darauf setzt, den CO-Zwei-Ausstoß neuer Fahrzeuge schrittweise zu senken, lockerts die amerikanische Regierung entsprechende Vorgaben.

00:07:18: Für Audi könnte das bedeuten dass der Konzern seine Fahrzeugmodelle künftig noch stärker auf die jeweiligen Märkte ausrichtet – in den USA könnten beispielsweise große SUV mit Benzinmotor unter weniger strengen CO-Vorgaben produziert und verkauft werden als in der EU.

00:07:33: In Deutschland werden Tausende Stellen gestrichen.

00:07:36: Während Audi in den USA erstmals Produktionskapazitäten aufbauen will, läuft in Deutschland ein umfangreiches Sparprogramm.

00:07:43: Im März, im Jahr twenty-fünfundzwanzig verständigten sich Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretung in Ingolstadt auf eine sogenannte Zukunftsvereinbarung.

00:07:51: Danach sollen bis zu zwanzig neunundzwantig bis zu siebentausend fünfhundert Stellen im sogenannten indirekten Bereich wegfallen.

00:07:57: Betroffen sind insbesondere Tätigkeiten außerhalb der unmittelbaren Fahrzeugmontage etwa in Verwaltung und unterstützenden Unternehmenfunktionen.

00:08:05: Betriebsbedingte Kündigungen sind nach der Vereinbarung bis zwanzig dreiunddreißig ausgeschlossen, im Gegenzug sagte Audi Investitionen von acht Milliarden Euro in seiner deutschen Standorte bis zwantig neunundzwanzig zu.

00:08:17: Laut einer Pressemitteilung aus dem März waren bis dahin fünfundsechzig Prozent des zunächst bis zwanzig siebenundzwansich vorgesehenen Abbaus von bis zu sechstausend Stellen umgesetzt oder verbindlich vereinbart.

00:08:28: Die Gegenüberstellung von viertausend fünfhundertneuen Arbeitsplätzen in Georgia und siebentausenden wegfallenden Stellen in Deutschland legt einen Zusammenhang nahe.

00:08:37: Eine unmittelbare Verlagerung lässt sich daraus allerdings nicht ableiten, die Stellen betreffen unterschiedliche Tätigkeitsbereiche und Zeiträume – zudem soll in den Vereinigten Staaten ein zusätzlicher Produktionsstandort entstehen während Audi in Deutschland vor allem seine bestehenden Strukturen verschlankt.

00:08:53: Dennoch zeigt sich eine unterschiedliche Investitionsrichtung.

00:08:56: In Deutschland stehen Kostensenkungen, Effiziensteigerungen und die Modernisierung bestehender Werke im Vordergrund.

00:09:02: In den Vereinigten Staaten geht es um den Aufbau neuer Kapazitäten und die Erschließung zusätzlicher Marktanteile.

00:09:08: Diese Entwicklung betrifft nicht nur Audi – nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beschäftigte die deutsche Automobilindustrie mit der twenty-sixundzwanzig noch rund sechshundertneunzigtausendfünfhundert Menschen.

00:09:19: Das waren zweiundvierzichtausendtreihundert bzw.

00:09:22: fünfkommachachtprozent weniger als ein Jahr zuvor!

00:09:25: Seit Beginn der vergleichbaren Statistik im Jahr zwei Tausend Fünf wurde kein niedrigerer Beschäftigungsstand registriert.

00:09:31: Der Rückgang ist Ausdruck eines umfassenden Strukturwandels, neben der Umstellung auf elektrische Antriebe belasten die Unternehmen ein intensiver internationaler Wettbewerb, schwankende Absatzmärkte und die Kosten für neue Technologien.

00:09:46: BMW zeigt wie weit die Internationalisierung bereits reicht.

00:09:50: Wie bedeutend?

00:09:51: Die amerikanische Produktion für deutsche Automobilhersteller inzwischen ist zeigt das Beispiel BMW Im Werk Spartanburg in South Carolina liefen, dass nach Angaben des Unternehmens insgesamt, vierhundert zwölftausend, siebenhundert neunundneinzig X-Modelle vom Band.

00:10:06: rund die Hälfte davon wurde exportiert.

00:10:08: Der Wert dieser Ausfuhren belieft sich auf etwa neun Milliarden Dollar.

00:10:12: BMW produziert in den Vereinigten Staaten somit nicht nur für amerikanische Kunden sondern beliefert von dort auch zahlreiche andere Märkte.

00:10:20: Das Werk ist ein fester Bestandteil der weltweiten Produktion des Konzerns.

00:10:24: Im Juni, zwanzig sechsundzwanzig kündigt die BMW zudem den Abschluss eines Investitionsprogramms im Umfang von eins Komma sieben Milliarden Dollar an.

00:10:32: Neben der Erweiterung der Fahrzeugproduktion gehört dazu ein neues Batteriemontagewerk.

00:10:37: Künftig sollen in Spartanburg sowohl Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor als auch vollelektrische Modelle gebaut werden.

00:10:43: Die Investitionen zeigen, dass der Ausbau amerikanischer Produktionsstandorte nicht auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor beschränkt ist.

00:10:50: BMW setzt dort auf mehrere Antriebsarten und nutzt den Standort zugleich für den Export.

00:10:55: Audi will mit dem neuen Werk mehr Autos in den USA verkaufen.

00:10:59: BMW baut dort dagegen schon seit Jahrzehnten Fahrzeige und verkauft viele davon auch ins Ausland.

00:11:04: Audi muss seine Produktion in den USA erst aufbauen.

00:11:08: Ob das geplante Audiwerk künftig ebenfalls Fahrzee für andere Märkte herstellen wird, ist bislang offen.

00:11:14: Welche Folgen hat die Investition für Deutschland?

00:11:17: Mit einer eigenen Produktion in den USA könnte Audi künftig einen Teil seiner Fahrzeuge direkt dort herstellen, wo sie auch verkauft werden.

00:11:25: Der Konzern müsste diese Autos dann nicht mehr aus Europa importieren und könnte die damit verbundenen Einfuhrzölle vermeiden – allerdings wäre der Aufbau eines neuen Werks mit erheblichen Kosten verbunden, hinzukommen die laufenden Ausgaben für Personal, Material- und Betrieb der Fabrik Für die deutschen Standorte hängt viel davon ab, welche Fahrzeuge Audi künftig in den USA bauen will.

00:11:46: Sollten darunter Modelle sein wie bisher aus deutschen Werken in die USA geliefert werden könnten diese Exporte zurückgehen.

00:11:52: Das bedeutet allerdings nicht automatisch dass in Deutschland entsprechend weniger Fahrzeige produziert werden.

00:11:57: Die Werke könnten beispielsweise auch andere Märkte beliefern oder zusätzliche Modelle übernehmen.

00:12:03: Ob solche Veränderungen vorgesehen sind ist bislang nicht bekannt.

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