Ukrainekrieg: Gegenseitige Angriffe auf Energieinfrastruktur – was dahintersteckt #217

Shownotes

Welche Rolle spielen die gegenseitigen Angriffe Russlands und der Ukraine auf die Energieinfrastruktur des jeweils anderen? Experten sind überzeugt: Russland will Kiew zum Aufgeben bewegen. Die Ukraine wiederum will Moskau zwingen, seine Angriffe einzustellen. In Kiew herrscht bereits Angst vor dem kommenden Winter. Worum es bei dem „Energiekrieg“ sonst noch geht.

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00:00:00: Herzlichen Willkommen zur Episode Game Focus mit dem Thema Energiekrieg ohne Waffenruhe.

00:00:05: Ukraine-Krieg – gegenseitige Angriffe auf Energienfrastruktur, was dahinter steckt.

00:00:11: Ein Artikel von Tom Göller vom vierzehnten Oktober.

00:00:14: zwanzig sechsundzwanzig am Mikrofon Alexander Sieber.

00:00:18: Welche Rolle spielen die gegenseITigen Angriffe Russlands und der Ukraine auf die Energieinfrastruktur des jeweils anderen?

00:00:24: Experten sind überzeugt, Russland will Kiev zum Aufgeben bewegen.

00:00:29: Die Ukraine wiederum will Moskau zwingen seine Angriffe einzustellen – in Kiev herrscht bereits Angst vor dem kommenden Winter.

00:00:36: Worum es bei dem Energiekrieg sonst noch geht?

00:00:40: Russland und die Ukraine haben sich bislang nicht darauf geeinigt gegenseitige Angrife auf Energieinfrastruktur auszusetzen.

00:00:47: Vorausgegangen war eine gegenteilige Ankündigung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump.

00:00:52: Er hatte am elften Oktober auf seiner Plattform Truth Social geschrieben.

00:00:56: Mit sofortiger Wirkung gilt im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ein Energiewaffenstillstand.

00:01:01: Beide Seiten haben dem zugestimmt, bitte halten Sie sich daran!

00:01:07: Kein Energiewaffenstillstand.

00:01:09: Der ukrainische Präsident Volodymy Solenski signalisierte noch am selben Abend Zustimmung.

00:01:14: Die Ukraine sei bereit, auf Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur zu verzichten und rechne mit derselben Bereitschaft Russlands, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.

00:01:24: Am Tag darauf sagte Solensky beim Warschauersicherheitsforum «die Ukrainer habe ich aus den Medien von der Vereinbarung erfahren».

00:01:31: Auch Kreml-Sprecher Dmitry Peskov gab sich zurückhaltend.

00:01:34: Er sagte zur Trumps Ankündigung lauter staatlichem russischen Nachricht dankentur TASS – Zitat Die Gespräche dauern an.

00:01:40: Sobald wir etwas zu diesem Thema zu sagen haben, werden wir sie auf jeden Fall auf dem Laufenden

00:01:45: halten.".

00:01:47: Die Aufforderung Trumps zu einem Energiewaffenstillstand geht zeitlich ein Heer mit seinem Diesel-Deal.

00:01:53: Nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Vladimir Putin schrieb Trump am neunten Oktober auf Truth Social, Russland werde unverzüglich mehr als dreihunderttausend Tonnen Diesel auf den amerikanischen und den weltweiten Markt bringen, gefolgt von fünfhunderttaußen Tonnen im November und einer weiteren Million danach – später sollten weitere drei Millionen Tonnen folgen!

00:02:12: Damit Russland trotz bestehender Sanktionen liefern kann, erteilte das US-Finanzministerium eine vorübergehende Ausnahmegenehmigung.

00:02:19: Zelensky kritisierte den Dieseldiel scharf – daraufhin sagte Trump am zehnten Oktober die Ukraine solle sich einen neuen Präsidenten suchen, der Zitat «einen Deal machen kann».

00:02:33: Nach Trumps Ankündigung griff Russland laut Zelensky zahlreiche ukrainische Energieanlagen an, darunter ein Kraftwerk in Karkiv.

00:02:40: Eine Gasförder-Anlage und eine civile Tankstelle.

00:02:43: Die Ukraine sei davon schrecklich überrascht worden, sagte Zelenski im zwölften Oktober beim Warschauer Sicherheitsforum.

00:02:49: Und weiter – Zitat das ist Putin's Antwort an Trump russische Angriffe.

00:02:55: Diese Entwicklung der vergangenen Tage wirft die Frage auf welche Rolle die gegenseitigen Angriffe Russlands und der Ukraine auf die Energieinfrastruktur spielen.

00:03:04: Die kinetischen Sanktionen der Ukraine.

00:03:07: Der Energieexperte Gabriel Collins vom Baker Institute for Public Policy, der privaten Rice University in Texas versuchte bereits im März dieses Jahres in einer Analyse darauf eine Antwort zu geben.

00:03:19: Zitat.

00:03:20: Nach Jahren der Papiersankzonen, in denen weiterhin große Mengen russischen Öls und russische Raffinerieprodukte auf den Markt gelangten – und Russlands damit Einnahmen verschaffen – verfolgte die Ukraine-Aufgabe einen anderen Ansatz.

00:03:34: Physische oder kinetische Sanktionen, schreibt Collins.

00:03:38: Gemeins sind die Drohnenangriffe der Ukraine auf russischer Treibstofflager und Raffinarien weit im Hinterland.

00:03:44: Zu Beginn des Krieges habe die Ukrainer über solche militärischen Fähigkeiten nicht verfügt.

00:03:48: Inzwischen verfolge das ukrainische Militär einen wirkungsorientierten Ansatz für die gesamte Energie-Wertschöpfungskette, in dem es russische Produktionsanlagen im vorgelagerten Bereich ins Visier nimmt.

00:04:00: Darunter Ölplattformen im Kaspischen Meer, wichtige Pumpstationen von Exportpipelines wie der Droschbapipeline – Anmerkung!

00:04:08: Sie verbindet russischer Ölfelder unter anderem über die Ukraine mit Raffinerien in Ungarn und das Lobakai.

00:04:13: Kraftwerke & Umspannwerke Ölverladehäfen wie Novorossik und vor allem Ölraffinerien hält Collins fest.

00:04:23: Der texanische Energieexperte nennt mehrere Gründe für das besondere Augenmerk der Ukraine auf die russische Ölversorgungskette, zum einen sei der Verkauf von Rohöl- und raffinierten Produkten Russlands wichtigste Einnahmequelle aus dem Ausland und finanziere weitgehend seine Kriegsanstringungen.

00:04:40: Außerdem, Zitat kann die Unterbrechung der Öllager- und Traffineriekapazitäten auch die russische Logistik auf dem Schlachtfeld behindern.

00:04:49: Die Spiegele sich in der großen Zahl von Angriffen auf Öllageanlagen im Westen Russlands sowie auf die Treibstoffanlagen wieder, die den Bomberstützpunkt Engels versorgen.

00:04:59: Der russische Luftwaffenstützpunkt Engels II liegt in der Oblast Saratov nahe der Volga.

00:05:05: Dort sind strategische Bomber, der Typen TU- und TU-Hundertsechzig stationiert von denen aus Russland regelmäßig Marschflugkörper auf ukrainische Städte abfeuert.

00:05:15: Im Sommer wurde der Stützpunkt selbst zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.

00:05:20: Am sechzehnten Juli zerstörte der ukrainische Geheimdienst,

00:05:22: S.B.U.,

00:05:23: dort nach Angaben Selenskis einen TU-fünfundneunzig Bomber wie das ukranische Militärportal Militarnie berichtete.

00:05:30: Bei einem weiteren Angriff am achtundzwanzigste August wurde ein zweiter TU-Fünfund neunzig so schwer beschädigt dass er vermutlich nicht mehr zu reparieren ist.

00:05:38: Das zeigen Satellitenbilde der Analysegruppe Avivektor.

00:05:43: Ukraine will Russlands Einnahmen schmälern.

00:05:45: Als weiteren Grund für die ukrainischen Angriffe auf den russischen Energie-Sektor nennt Collins, dass die Ukraine wirtschaftliche und militärische Auswirkungen gegenüber direkten Folgen für die Zivilbevölkerung in Russland zu priorisieren scheint.

00:05:58: Anders ausgedrückt!

00:05:59: Russische Verbraucher müssten zwar möglicherweise höhere Benzinpreise entkaufnehmen oder verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen doch ihre Stromversorgung sei bislang in der Regel nicht unterbrochen worden.

00:06:12: Die bisher von der Ukraine unter Beweis gestellten Fähigkeiten bei Angriffen auf den Energiesektor, darunter erfolgreiche – wenn auch begrenzte Angriffe Ende twenty-fünfundzwanzig auf wichtige Hochspannungsumspanwerke in Zentralrussland deuten daraufhin, dass es bislang eine bewusste Entscheidung hier ist die rossische Strominfrastruktur intakt zu lassen.

00:06:31: Analysiert der texanische Energieexperte und er kommt zum Fazit Die Ukraine hat erhebliche Anreize, die Einnahmen Russlands zu schmälern indem sie dessen Öl und Gasförder sowie Exportinfrastruktur einschränkt.

00:06:46: Gleichzeitig baue die ukrainische Rüstungsindustrie eigene schwere langstrecken Angriffskapazitäten aus.

00:06:52: Das Zusammenspiel aus dem Überlebenswillen der Ukrainer und ihren wachsenden Angriffsfähigkeiten lasse potenzielle Herausforderungen für die russischen Exporte von Erdöl, Raffinerieprodukten und Gas erwarten – so Collins abschließende Einschätzung.

00:07:07: Ukraine will Russland zwingend Angriff einzustellen.

00:07:11: Der auf Militärpolitik spezialisierte private amerikanische Think Tank – Institute for the Study of War, ISW beobachtet täglich die Entwicklungen im Ukrainekrieg.

00:07:20: In einem Online-Beitrag auf seiner Website vom XIII.

00:07:23: September wird über zahlreiche vor kurzem durchgeführte russische Angriffe auf ukrainische Energienlagen gerichtet.

00:07:30: Am

00:07:30: XIII.,

00:07:31: sei eine Tankstelle in der Oblast Wollin an der Grenze zu Polen angegriffen worden.

00:07:36: hinzukommen Angriffs auf Eisenbahnen und Grenzübergänge zu Poln und Moldau.

00:07:40: Daraus sieht der Think Tank den Schluss.

00:07:43: Russland nimmt zunehmend ukrainische Grenzübergänge ins Visier und eskaliert seine Drohnenüberflüge in den europäischen Luftraum, um die NATO einzuschüchtern und dazu zu bewegen ihre Unterstützung für die Ukraine aufzugeben.

00:07:57: Das ISW glaubt diese Angriffe geschehen auch weil es an der Front kaum mehr Geländegewinne für Russland gebe.

00:08:03: Zitat.

00:08:03: Die ukrainische Streitkräfte haben die russischen Truppen seit März, zwanzig sechsundzwanzig auf Netto-Gewinne nahe null beschränkt und kürzlich den russischem Vorstoß nördlich von Luman zu Nichte

00:08:13: gemacht.".

00:08:14: So die Analysten des ISW.

00:08:16: Der amerikanische Think Tank macht allerdings auch darauf aufmerksam, dass Trump die Ukraine schon seit geraumer Zeit dazu aufgefordert habe ihre Angriffe auf russische Diesel-Anlagen einzustellen.

00:08:27: So habe Trump bereits am thirteenthen September gesagt – Die Ukrainer sollen stattdessen andere nicht näher bezeichnete Ziele angreifen.

00:08:34: Zelensky habe sich wiederholt bereit erklärt keine Energieinfrastruktur Russlands mehr anzugreifen wenn der Kreml ebenso handele.

00:08:41: Putin habe laut ISW alle Angebote Zelenskys abgelehnt.

00:08:45: Das ISW ist überzeugt, Zitat.

00:08:47: Diese Angriffe seitens Russland erfolgten jeden Winter im Rahmen seiner langgeregen Kampagne zur Demoralisierung der ukrainischen Bevölkerung – so der Washington-Think Tank.

00:09:08: Wie die Lage im vergangenen Winter in der Ukraine aussah, hat beispielsweise Amnesty International im Februar dieses Jahres in einem Bericht festgehalten.

00:09:16: Vom february XXI.

00:09:17: Oktober, bis zum fünften Januar, habe die Ukraine mindestens zweihundertsechsundfünfzig Luftangriffe auf Einrichtungen der Strom- und Wärmeversorgung dokumentiert.

00:09:28: Wärmekraftwerke, Umspannwerke und kritische Übertragungsknotenpunkte gehörten zu den Hauptangriffzielen heißt es dort.

00:09:36: Die Ukraine habe damals mehr als die Hälfte ihrer Kapazitäten für die Energieerzeugung verloren.

00:09:42: Das Ausmaß und das Muster der russischen Luftangriffe im ganzen Land zeigen klar, dass die Energienfrastruktur der Ukraine systematisch ins Visier genommen wurde – so die Schlussfolgerung von Amnesty International.

00:09:55: Kiev hat Angst vor dem Winter!

00:09:58: Inzwischen hat Russland seine Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung noch einmal verstärkt.

00:10:02: Allein in der vergangenen Woche habe es mehr als zweihundert russische Angriffs auf Anlagen zur Stromerzeugung und Übertragung gegeben, dazu siebzehn Angriefe auf Gas- und Ölanlagen sagte Selensky im elften Oktober in seiner Videoansprache.

00:10:16: Viele Einwohner Kievs hätten Angst vor einem weiteren Winter mit wenig oder gar keiner Strom- und Wärmeversorgungen berichtete die Deutsche Pressagentur.

00:10:24: Ob die russische Strategie Kälte als Waffe einzusetzen, die Ukraine zur Aufgabe zwingen wird ist offen.

00:10:31: In den vergangen vier Wintern ist dies nicht gelungen.

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