9/11 – Plädoyer für einen Welttrauertag am 11. September #120
Shownotes
Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani unterzeichnete am 4. September eine Verfügung zur offiziellen Anerkennung des 11. September als Gedenktag für die Stadt. Unser Autor geht noch einen Schritt weiter. Er war damals Augenzeuge in Washington. Für ihn hat dieser Tag eine ganz persönliche Bedeutung.
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00:00:00: Herzlich Willkommen zur Epoch im Fokus mit dem Thema... Nein, Eleven.
00:00:04: Play-Doyer für einen Welttrauertag am elften September.
00:00:08: Ein Meinungsartikel von Tom Geller vom Elften September.
00:00:11: zwanzig sechsundzwanzig an Mikrofon.
00:00:12: Alexander Sieber.
00:00:15: Der New Yorker Bürgermeister Zoran Mamdani unterzeichnete am vierten September eine Verfügung zu offiziellen Anerkennung des Elften September als Gedenktag für die Stadt.
00:00:25: Unser Autor geht noch einen Schritt weiter.
00:00:27: Er war damals Augenzeuge in Washington.
00:00:29: Für ihn hat dieser Tag eine ganz persönliche Bedeutung.
00:00:34: Es war Dienstagmorgen bei Strahlend-Blauem-Hemmel.
00:00:37: Am elften September, zwei Tausend Eins lebte ich mit meiner Familie in der amerikanischen Hauptstadt Washington.
00:00:42: Die Kinder waren schon an der deutschen Schule in Maryland.
00:00:45: Meine Frau war zur Arbeit gefahren.
00:00:47: Ich hatte einen freien Tag und wügelte nichts ahnend Hemden.
00:00:51: Da rief mich meine Mutter aus Deutschland an und atmete heftig ins Telefon.
00:00:55: Mach mal deinen Fernseher an!
00:00:56: Bei euch ist was passiert.
00:00:59: Seit diesem Anruf gibt es neben Geburtstagen und anderen familiären Gedenktagen ein weiteres Datum, auf das ich jedes Jahr achte.
00:01:06: Der islamistische Terrorangriff auf New York und Washington DC.
00:01:10: zwischen acht zu sechsundvierzig und neun nur siebenunddreißig.
00:01:13: Seit ihr habe ich jährlich eine ganz persönliche Zeit der Stille.
00:01:18: Jeder kennt in seinem Leben Daten die ihn besonders berühren und die mit Trauer Verzweiflung und auch Wut zu tun haben.
00:01:25: Meine Eltern wussten, wo sie zu dem Zeitpunkt waren als der Zweite Weltkrieg ausbrach oder als der charismatische junge Präsident John F. Kennedy ermordet wurde.
00:01:34: Die meisten Menschen verbinden Trauer eher im Unmittelbahnfamilienkreis zum Beispiel mit dem plötzlichen Verlust einer geliebten Person.
00:01:42: Für mich ist es der elfte September vor fünfundzwanzig Jahren Habe das Pentagon brennen sehen.
00:01:50: Ich gehöre nicht zu denen, die sich heute den zahlreichen Verschwörungstheorien anschließen, wonach alles anders gewesen sein soll als ich es an jenem Tag erlebt habe.
00:01:59: Für mich steht nach wie vor fest – vier Flugzeuge waren von arabischen Entführern gekapert worden.
00:02:05: Zwei Maschinen wurden in die Doppeltürme des damaligen Welthandelszentrums gesteuert.
00:02:09: Eines stürzte in das amerikanische Verteidigungsministerium dass ich von meinem Haus im Washingtoner Stadtteil Georgetown aus Habebrennen sehen.
00:02:18: Die Passagiere eines vierten Flugzeugs überwältigten die Attentäter und brachten die Maschine auf freiem Feld in Pennsylvania zum Absturz.
00:02:26: Damit verhinderten sie einen weiteren Angriff auf die amerikanische Hauptstadt.
00:02:31: Die live übertragenen Fernsehbilder gingen damals um die ganze Welt, der gesamte Globus-Schien an diesem Tag den Atem anzuhalten.
00:02:38: Besonders erschütternd waren die Aufnahmen von jenen Menschen, die aus Verzweiflung aus den Fenstern der Hochhäuser des Welthandelszentrums in die Tiefe sprangen.
00:02:48: Sämtliche zivilen Flüge in den USA und in Richtung USA wurden für mehrere Tage eingestellt.
00:02:53: Abfanggeger stiegen an der amerikanischen Ostküste auf, patrolierten über Wochen Tag und Nacht im Luftraum über die Ostküsse.
00:03:00: Unter dem Piloten waren auch deutsche Soldaten der Luftwaffe, die zu diesem Zeitpunkt in den US stationiert waren.
00:03:07: Es gab Solidaritätsbekundungen mit den USA aus allen Ländern.
00:03:12: Freunde waren telefonisch nicht erreichbar.
00:03:15: Soweit zur Erinnerung.
00:03:16: noch einmal die Fakten, da es inzwischen viele Menschen gibt, die die Dramatik dieses Tages weder miterlebt haben, noch sich daran erinnern können weil sie dafür zu jung sind.
00:03:27: Ich selbst war an diesem Tag hin und her gerissen zwischen der Fernsehberichterstattung und meiner eigenen Beobachtung.
00:03:33: von der kleinen Seitenstraße aus, in der wir wohnten konnte ich sehen wie auf der großen Verkehrsader McArthur Bollvard alle vier Spuren nur noch in eine Richtung offen waren – outbound!
00:03:45: Stadt auswärts.
00:03:46: Ich stand mit sprachlosen Nachbarn im Vorgarten und wir wussten nicht, was wir tun sollten.
00:03:51: Wir reichten keine Angehörigen mehr – alle Telefonleitungen waren blockiert!
00:03:55: Wir waren schockiert, ratlos und voller Sorge, was noch alles auf uns zukommen würde.
00:04:00: Vor allem aber wann wir wütend?
00:04:04: Freunde in New York waren telefonisch nicht erreichbar auch die Schule nicht und nicht das Büro meiner Frau.
00:04:10: Totaler Stillstand.
00:04:11: Unmacht.
00:04:13: Wir waren zum Warten verurteilt, was als nächstes passieren würde.
00:04:16: Dann am späten Nachmittag die Erlösung – meine Frau kam zurück!
00:04:20: Ihr Gesicht war angespannt.
00:04:22: Wo sind die Kinder?
00:04:23: rief sie mir zu.
00:04:25: In diesem Moment kamen Sie schon zurück.
00:04:27: Der gelbe Schulbus fuhr gerade vor Hielt an und unsere beiden Kinder sichtlich verwirrt stiegen aus.
00:04:33: Wie lagen uns alle erst einmal ganz lange in den Armen.
00:04:37: Deutsche Schule blieb auf.
00:04:39: Abends folgte dann ein Anruf von General Peter Göbel, in der deutschen Botschaft und Vorsitzender des Schulvereins der Deutschen Schule in Maryland.
00:04:51: Er wollte wissen wie ich dazustehe morgen und die kommenden Tage die Schule geschlossen zu halten?
00:04:56: Ich war dagegen – ich sagte wir sollten einen Zeichen setzen dass wir vor Terrorismus nicht einknicken!
00:05:02: Das war auch seine Meinung.
00:05:04: Wir beschlossen daraufhin, alle Eltern zu informieren dass am Folgetag der Schulbetrieb normal weitergeht.
00:05:10: Für mich bis heute bemerkenswert.
00:05:12: es gab seitens der Eltern keine Gegenstimmen.
00:05:15: allerdings so fuhren wir tags darauf das alle amerikanische Schulen geschlossen blieben.
00:05:20: mein Erkenntnis von damals und auch aus anderen Krisensituationen lautet in der Regel sehnen sich Menschen in einer unklaren Lage danach dass jemand die Führung übernimmt und Verantwortung trägt.
00:05:32: Ich habe den Amerikanern keinen Vorwurf daraus gemacht, dass sie sich anders entschieden haben.
00:05:37: Denn sie fühlten sich möglicherweise tiefer und stärker betroffen.
00:05:43: Jahrelang hab ich dann am jeweiligen elften September eine persönliche Schweigeminute für mich eingelegt.
00:05:49: Spürte aber das mir dies nicht reicht.
00:05:51: Seit etwa zehn Jahren bin ich dazu übergegangen, mir an diesem Tag eine bewusste Schweigezeit von etwa einer Stunde zu nehmen Und habe außerdem angefangen, Bibelstellen zu suchen die da zu passen.
00:06:02: Eine dieser Trauerszienen, über die ich stolperte und die ich mit ihnen teilen möchte ist der Moment als einer der besten Freunde Jesu starb.
00:06:11: Und Jesus nicht zur Stelle war!
00:06:13: Ich meine Lazarus – den Bruder der beiden Schwestern Martha und Maria.
00:06:19: Als Martha hörte, dass der Meister sich vier Tage nach dem Tod von Lazarus in der Gegend ihres Dorfes aufhielt, suchte sie nach ihm und machte ihm folgenden Vorwurf… Herr Wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.
00:06:35: Was hat Lazarus mit dem Elften September zu tun?
00:06:38: Auch Maria eilte kurz darauf ebenfalls zu Jesus und machte ihm unter Tränen die gleichen Vorhaltungen.
00:06:45: Ich stelle mir vor dass es Maria und Martha ähnlich ging wie mir am Elften september.
00:06:49: zwei tausend eins.
00:06:51: sie waren traurig und wütend und weinten nicht nur als Trauer sondern auch aus Zorn.
00:06:57: Wir fahren durch den Evangelisten Johannes, dass die Reaktion Jesu zunächst Verhalten ausfiel.
00:07:03: Zu Martha sagte er, dein Bruder wird auferstehen.
00:07:07: Marta versteht die Worte Jesu in dem Sinne das Lazarus am jüngsten Tag wiederkommen werde.
00:07:14: Bei Marius Vorwurf aber zeigte sich Jesus ergrimmt, schreibt Johannes.
00:07:18: Vielleicht könnte man in heutiger Sprache sagen Er war genervt.
00:07:23: Die Bibelstelle ist hier nicht eindeutig.
00:07:25: Es kann sein, daß ich mich über den Seelenzustand Jesu irre.
00:07:29: Nun, Jesus lässt sich zum Grab führen.
00:07:31: Obwohl der Verstauberne schon stinkt wie Maria einwendet.
00:07:36: Jesus weiß sie zurecht!
00:07:37: Hab ich dir nicht gesagt wenn du glaubst wirst du in die Herrlichkeit Gottes sehen?
00:07:42: Hab ich dich nicht gesagt Wenn du glaubest wirst Du die Herrlichkeit Gottes sehen.
00:07:48: Der Grabstein wird zur Seite gerollt.
00:07:50: Jesus ruft Lazarus komm heraus Und tatsächlich steht sein Freund leibhaftig von den Toten auf und kommt lebendig aus der Grabeshöhle heraus.
00:08:02: Welt Trauertag am elften September.
00:08:05: Diese Stelle ist mir in Trost gewesen, nicht weil ich denke dass sich tatsächlich wieder lebendigt würde sobald ich sterbe nur weil ich an die Worte Jesu glaube.
00:08:14: So meinte ich das nicht.
00:08:16: Mein Trost entsteht aus dem Glauben den Jesus beiden Schwestern ebenfalls mit auf den Weg gab.
00:08:22: Wer an mich glaubt der wird leben Ob er gleich stirbe.
00:08:27: Bei dem Anschlag am elften September, kann man zwei Tausend neunhundertsechundneinzig Menschen aus über neunzig Ländern ums Leben darunter elf Deutsche.
00:08:36: nicht nur ging damals die Nachricht über den Terroranschlag um die ganze Welt in gewisser Weise war auch fast die ganze welt davon betroffen.
00:08:44: Deshalb plädiere ich für einen Welt Trauertag am Elften September Auch wenn sich die Vereinten Nationen Nicht zu einem solchen Schritt entschlossen haben.
00:08:51: Vielleicht möchten sie sich dieses Jahr daran Beteiligen.
00:08:55: Für ein paar Minuten, ganz persönlich.
00:08:59: Ich traure mit allen die Leidtragen und um nahestehende Verstauberne aber ich traue auch in der tröstenden Gewissheit als Christ das unser Leben und unser Tod durch Christus im Zeichen der Hoffnung stehen denn nach seinen Worten werden wir leben auch wenn wir sterben.
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